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1. Timotheus 4,8

1. Timotheus 4,8

Andachten

Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze,
Die Gottseligkeit macht das ganze Leben fried- und freudvoll. Die Lasten und Bürden werden leichter, weil der Herr sie tragen hilft. Manches, was uns drückt und höchst unlieb ist, verschwindet zwar nicht, aber es kommt uns doch ganz anders vor, weil unsere Stellung zu Gott und zu den Dingen verändert ist. Gottselige sind den Anfechtungen, Prüfungen und Leiden aller Art nicht enthoben, aber sie murren und klagen nicht mehr; sie wissen sich in Gottes Hand, gehen zu Ihm mit ihren Anliegen, harren des Herrn, und Er neigt sich freundlich zu ihnen. Es ist von ausschlaggebender Bedeutung, dass wir die Schriftworte zu uns reden lassen. Das Herz wird hierdurch befähigt, nun auch mit Gott zu reden, und wir erfahren, dass der Herr sich uns offenbart. Wir lernen ihn näher und besser kennen, dringen immer tiefer in Sein Wesen, erfassen Ihn immer völliger. Auch darf hervorgehoben werden, dass durch solche Glaubensverbindung ein tiefes Bewusstsein der Gegenwart Gottes eintritt. Viele haben nur einen Glauben an Seine Allgegenwart; sie denken, dass Gott überall und allezeit gegenwärtig sei, aber einen tatsächlichen Nutzen und Segen haben sie von diesem Bekenntnis nicht. Wenn aber der Herr einmal als in uns wohnend Seine Macht und Liebe entfaltet, so haben wir auch ein Bewusstsein davon, dass Er uns überall und allezeit wie die Luft umgibt. Sein Einfluss auf unser tägliches Leben ist entscheidend. Wir lernen alles mit Ihm tun, weil wir Ihn gegenwärtig haben. Selig darfst du sein in Gott, selig, um dann durch Gottes Kraft heilig und herrlich werden zu können! (Markus Hauser)


Übe dich in der Gottseligkeit, denn die leibliche Übung ist wenig nütze; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze, und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens.
Um gottselig zu sein, musst du in Gott und Gott muss in dir sein. Die Liebe ist gewiss gottselig, denn sie bleibt in Gott und Gott bleibt in ihr. Liebe also Gott von ganzem Herzen, so wirst du gleich erfahren, was Gottseligkeit, was in Gott selig sein heiße. Suche seine Gnade und die Vergebung deiner Sünden durch deinen Heiland, oder, wenn du dieses große Gut schon empfangen hast, so bleibe in dem, der dir vergeben hat, und habe deine Lust an ihm, so wirst du unaussprechlich selig sein, eine Freude und einen Frieden genießen, den dir niemand nehmen kann. Was nun diese Freude und Seligkeit erhält und erhöht, darin musst du dich üben. Und was könnte dich denn seliger in Gott machen, als der kindliche Umgang im Geiste mit ihm, und das Leben der tätigen Liebe gegen deinen Nächsten. Gott, Christus ist die Seligkeit selbst, die Quelle aller Seligkeit; wer sich an diese Quelle von ganzem Herzen hält, sich beständig darin übt, dass er sich der Quelle nähert, darnach dürstet und verlangt, der wird auch reichlich aus ihr zu trinken bekommen, wird trunken werden von den reichen Gütern seines Hauses. Wer dann im Gefühle seiner Gottseligkeit auch andere dieser Freude teilhaftig zu machen sucht, und sie zu dieser Quelle führt, der wird noch seliger werden, indem Anderer Freude nun auch seine Freude wird, und die seinige erhöht. So hat die Gottseligkeit die Verheißung. dass sie hier und drüben den größten Gewinn verschafft, was kein Gut und Glück der Erde verschaffen kann; sie ist selig, immer selig - im Leben und im Tode, in dieser und in der zukünftigen Welt; denn nichts kann sie trennen von Gott, ihrem Urheber und ihrer Quelle. (Johannes Evangelista Gossner)


Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens.
Der beste Glaube ist doch der Alltagsglaube; der Glaube, den man braucht, wenn es sich um Brot und Wasser, Kleider und Schuhe, Kinder und Vieh, Hausmiete und Wetter handelt. Die überfeine Kuchenreligion, die nur an Sonntagen und in Vereinen und Bibelkränzchen zu brauchen ist, bringt niemand in den Himmel, solange nicht das Leben eine lange Bibelstunde wird und die Woche sieben Sonntage hat. Der Glaube leistet am meisten, wenn er Jahr um Jahr weiter pilgert und dem Herrn traut angesichts des kranken Hausvaters, des leidenden Kindes usw. Der Glaube hilft uns, die Welt zu brauchen, ohne sie zu missbrauchen. Er hilft uns bei schwerer Arbeit und bei den täglichen Pflichten. Er ist nicht für überirdische Wesen droben auf den Sternen, sondern für gewöhnliche Menschen daheim in der Küche und in der Werkstatt. Bei jeder Arbeit, in jedem Stand, jeden Tag im Jahre können wir ihn brauchen. Frommes Gottvertrauen ist niemals arbeitslos. Man bildet sich oft ein, Helden erstehen nur bei besonderen Anlässen, ein paarmal in einem Jahrhundert; aber die herrlichsten Helden wachsen auf dem Boden des Hauses und sind meistens verborgen und unbekannt. Glaube an den lebendigen Gott ist das Edelmetall, aus dem die Helden geprägt werden. Unter schwerer Arbeit weiter schreiten, mit kleinem Einkommen eine Familie ernähren, anhaltende Schmerzen ohne Murren ertragen usw. das sind die Heldentaten, durch die Gott in den Reihen seiner Gläubigen gepriesen wird. (Charles Haddon Spurgeon)


Die leibliche Übung ist wenig nütze; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze, und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist je gewiss wahr und ein teuer wertes Wort.
Die leibliche Übung besteht in selbst erwähltem Fasten, d. i. in einem Entsagen sonst erlaubter Genüsse, oder im Mitmachen äußerlicher Gebräuche, die nicht durch die Schrift geboten sind. Geschieht solches zu dem Zweck, damit das Fleisch unter die Herrschaft des Geistes gebracht werde, so ist es nütze; als bloßes Tun aber hat es wenig Wert. Viel wichtiger ist die Gottseligkeit, das ist der Wandel vor dem Angesicht Gottes in heiliger Furcht und kindlicher Liebe, in steter Anbetung im Geist und in der Wahrheit.

Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze; sie macht glücklich, anspruchslos, fleißig, gewissenhaft, sparsam, mildtätig, aufrichtig, dienstfertig, liebend; sie verbindet die Glieder der Familie, gewinnt der andern Zutrauen, mehrt den segenbringenden Einfluss, bewahrt vor Ausschreitungen in Speise, Trank und Kleidung, hält sich zierlich und bringt in das ganze Tun des Menschen eine wohltuende Harmonie. Die Gottseligkeit ist nütze für das Kind auf den Schulbänken und gibt dem Lehrer Weisheit; sie schafft demütige und gewissenhafte Dienstboten und lehrt die Herrschaften mit Umsicht und Liebe regieren. Die Gottseligkeit macht den Mann zum guten Hausvater, die Mutter zur rechten Hausfrau; sie bringt Genügsamkeit in die Familien der Arbeiter und bewahrt vor Umsturzideen. Der Schiffsmann im Sturm kann sie brauchen, wie der Soldat in der Schlacht, der Knecht bei seinem Vieh, wie der Ackersmann auf dem Felde. Sie schafft gute Bürger und fromme Christen. Darinnen besteht ihre Verheißung fürs diesseitige Leben; diejenige aber, die sie fürs zukünftige hat, kann in ihrer Herrlichkeit hier kaum geahnt werden. An Kranken und Sterbelagern leuchtet etwa ein Strahl derselben hervor, sonst aber heißt es: Kein Auge hats gesehen und kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz ist es gekommen!

Manche glauben solches nicht, denn sie halten die Frömmigkeit nur nützlich für die Armen, die Kranken und die Schwachen, wohl auch für Kinder, um sie Gehorsam zu lehren; ihnen selber ist sie entbehrlich so lange sie leben; ob sie dieselbe im Sterben gebrauchen werden, bleibt dahin gestellt. Das Wort Gottes aber, wie die Erfahrung, straft solche Ansicht Lügen, denn die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze, und wer am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit trachtet also gottselig ist dem wird das irdisch Notwendige dazu gegeben werden. Eine Hauptverheißung, welche die Gottseligkeit für dieses und fürs zukünftige Leben hat, ist dem Gebote beigefügt: „Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig! Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat, auf dass dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden!“ Solches wird erfüllt, so gewiss Gott lebt. Und welche Folgen der Ungehorsam bringt, das zeigt das Schicksal der beiden Söhne des Priesters Eli und des unglücklichen Absalom. Darum, liebe Kinder, merkt euch die herrliche Verheißung!

Mein Gott, lehre uns vor deinem Angesichte wandeln und alles in deiner heiligen Furcht tun. Übe uns besonders im Gehorsam und der Ehrfurcht vor denen, die du an deiner Statt über uns gestellt hast! Amen. (Rudolf Wenger)

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