1. Timotheus 4,10

Andachten

Wir werden geschmäht, dass wir auf den lebendigen Gott gehofft haben.
Ist’s möglich, dass man deswegen geschmäht wird, weil man auf den lebendigen Gott hofft? Ja, es ist möglich, und es ist von Anbeginn geschehen, und geschieht immerdar. Paulus und alle Christen zu seiner Zeit, ja auch die Israeliten zur Zeit des Alten Testaments wurden geschmäht, weil sie auf den lebendigen Gott und nicht auf die toten Götzen hofften, und sich dadurch als Sonderlinge vor der unzählbaren Menge der Götzendiener auszeichneten, ja ihren Götzendienst für Torheit erklärten. Auch von den Juden wurden die Christen geschmäht, weil sie auf den lebendigen Gott, der ein Heiland aller Menschen, absonderlich der Gläubigen ist, hofften, und ihre Hoffnung nicht auf den Tempel zu Jerusalem, und auf die Beschneidung, Opfer, Sabbathe, Neumonden u. dgl. setzten. Wir, die wir jetzt weder mit Heiden noch mit Juden zu kämpfen haben, werden geschmäht, wenn wir auf den lebendigen Gott hoffen, und unsere Hoffnung nicht auf Fürsten und ihre mächtigen Diener, oder auf den Mammon setzen. Man schmähet uns als Toren, dass wir nicht mit einer kriechenden Schmeichelei oder durch andere unerlaubte Mittel die Gunst der Gewaltigen erwerben, dass wir nicht auf krummen Wegen Ehrenstellen, Einkünfte und Schätze zu erhaschen trachten, und überhaupt nach der Weise der Welt unser Glück nicht machen wollen. Wenn wir dabei sagen: wir befehlen dem HErrn unsere Wege, und hoffen auf Ihn, Er werde es schon machen; wenn wir sagen: wohl dem, des Hilfe der Gott Jakobs ist, des Hoffnung auf den HErrn seinen Gott steht, der Himmel, Erde, Meer und Alles, was darinnen ist, gemacht hat, der Glauben hält ewiglich; wenn wir uns auf die Fußstapfen und die Gebote Jesu berufen, durch welche wir angewiesen sind, in der Niedrigkeit einherzugehen, nicht nach hohen Dingen zu trachten, der Welt uns nicht gleich zu stellen, und das Zeugnis zu erwerben, das Ihm Seine Feinde, da Er am Kreuz hing, zugerufen haben: Er hat Gott vertrauet – wenn wir auf diese Weise uns verantworten, und den Grund der Hoffnung, die in uns ist, angeben: so hält uns die Welt für Toren, sie versteht unsere Sprache nicht; und weil sie bei ihrem Unglauben und bei ihren Tücken den lebendigen Gott für Nichts hält, so meint sie, wir setzen unser Vertrauen auf ein Nichts, wiewohl sie gemeiniglich eine feinere Sprache führt. Was ist nun zu tun? Man muss sich durch das Beispiel und die Einreden der Welt nicht irre machen lassen. Man muss fortfahren, auf den lebendigen Gott zu hoffen. Er ist treu, Er ist mächtig, Er ist allein gut und allein weise. Er ist Vater, Fürsprecher und Tröster. Niemand wird zu Schanden, der auf Ihn hofft. Er erzeigt seine Fürsorge zur rechten Zeit. Er leitet die Elenden recht, und erlöst sie endlich aus allem Übel. Gegenüber steht die Welt mit ihrem Glück. Wie leer, wie eitel, wie vergänglich ist es! welch eine Unruhe und welches Missvergnügen ist dabei! wie kläglich ist der Ausgang! Kein Buch in der Bibel gibt hier mehr Aufschluss als der Psalter. Endlich wird die Ewigkeit Alles klar machen. (Magnus Friedrich Roos)

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nt/54/1._timotheus_4_10.txt · Zuletzt geändert: von aj
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