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1. Timotheus 1,5

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Andachten

Denn die Hauptsumme des Gebots ist Liebe von reinem Herzen, und von gutem Gewissen, und von ungefärbtem Glauben.
Aller Gebote Mark und Seele, Zweck und Leben besteht in der Liebe Gottes und des Nächsten. Paulus sagt in Röm. 13, 10.: wer nicht liebt, hat nichts Gutes getan, hätte er gleich alle Gebote nach dem Buchstaben gehalten. Die Liebe ist also der Hauptzweck und das höchste Ziel, dahin Alles geht, was im Gesetz und in der ganzen Heiligen Schrift verfasst ist. Insoweit man nun liebt, kann auch dieser Zweck erreicht werden. Eine solche wahre echte Liebe wohnt auch nur in einem reinen, lauteren, aufrichtigen und unbefleckten Herzen, das nicht mit bösen Tücken umgeht, ohne Arglist ist, und einen tiefen Abscheu vor der Sünde hat. Bei einer solchen Liebe fehlt auch ein reines Gewissen und ein ungefärbter Glaube nicht. (Pfaff.)


Die Hauptsumma des Gebots ist Liebe von reinem Herzen und von gutem Gewissen und von ungefärbtem Glauben.
Wenn der Christ mit dem Gemüt im Himmel wohnt, so trachtet er auch nach wahrer, ehrlicher, treuer Liebe, wie unsre Epistel mahnt: Die Liebe sei nicht falsch. Wenn aber die Liebe nicht falsch sein soll, wenn sie nicht als eine Heuchlerin erscheinen soll, dann muss sie von reinem Herzen, und von gutem Gewissen und von ungefärbtem Glauben kommen. Die Liebe, die in reinem Herzen wohnt, hat keine Nebengedanken und Nebenabsichten. Du kannst das größte Opfer für deinen Bruder bringen, und es ist ohne Wert, wenn du dadurch für dich einen Vorteil erreichen willst. Die Liebe tut wohl, weil sie nicht anders kann, wie die Lerche ihr Lied trillert, weil sie nicht anders kann. Die Liebe tut wohl und sieht nur auf den Bruder, um ihm zu dienen, und sieht nicht auf sich selbst, um sich zu nützen. Willst du rechtschaffen lieben, bringe vor deinen Heiland das Herz mit aller Selbstsucht und mit aller Unreinigkeit, flehe zu ihm: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz.“ Die Liebe, die aus gutem Gewissen strömt, bleibt bei der Wahrheit. Nicht das ist Liebe, wenn man dem Nächsten zu Gefallen statt eines Ja ein Nein bereit hat, wenn man das Süße sauer nennt und das Schwarze für weiß ausgibt. Wer das tut, der zerschlägt sein gutes Gewissen. Die Liebe ist mit Wort und Blick ehrlich und offen, „sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit.“ Die Liebe hat den Mut, die Wahrheit zu sagen. Wohl dem, der seine Liebe mit gutem Gewissen beweisen kann. Die wahre Liebe von reinem Herzen und von gutem Gewissen ist wie ein Baum, der herrliche Früchte trägt. Die Wurzel des Baumes aber ist der ungefärbte Glaube. Nur da, wo der ungefärbte Glaube wohnt, nur da ist die Fülle und höchste Schönheit der Liebe zu finden. Der Glaube, der hinblickt auf das blutgetränkte Kreuz und kann das Auge nicht von dort abwenden und findet allein in Jesu Christo den Frieden eines versöhnten Herzens, dieser Glaube treibt uns, dass wir den treuen Heiland lieben, der uns zuerst geliebt; dieser Glaube treibt uns, dass wir die Brüder lieben und ein klein wenig himmlische Art in dies schmerzbewegte Leben bringen. So wird die Liebe eine rechte Liebe und ist nicht falsch. Diese Liebe lerne!

Lasst uns beten: Du Gott der Liebe, habe Dank, dass Du uns so treu geliebt hast und bist in unsre Not gekommen, um uns zu erlösen. Hebe unsre Seele hoch empor zu Deiner himmlischen Liebe; reinige Du selbst unsre Herzen, dass unsre Liebe auf rechtem Boden erwachse; schärfe unser Gewissen, dass wir wahr und offen bleiben, auch in der Liebe; vor Allem gründe Du uns auf den festen Fels des Heiles, dass wir im ungefärbten Glauben Deinen lieben Sohn Jesum Christum umfassen. Dann wird unsre Liebe himmlische Art an sich tragen und auch den Bruder zum Himmel führen. Lenke Du auch heute unser Herz und Gewissen nach Deinem Sinne. Führe du uns durch jede Stunde sicher hindurch, dass wir rechte Kinder des Lichtes werden, und Segen bringen in treuer Liebe. Amen. (Wilhelm Hunzinger)

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