1. Thessalonicher 4,15
Andachten
Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst; danach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit.
Was Paulus in diesen Worten sagt, gibt er ausdrücklich als ein Wort des Herrn, das er wahrscheinlich in der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt zu seinen Jüngern sprach), und so ist uns diese Offenbarung über die Zukunft Jesu Christi doppelt wichtig, weil sie aus seinem Munde kommt. Zunächst lernen wir daraus, wie auch aus verschiedenen andern Schriftabschnitten, dass wenn der Herr das nächste Mal kommt, Er nur für die Gläubigen kommt, also noch nicht zum Schlussgericht. Sein Kommen wird zwei große Folgen haben: erstens werden die Toten in Christo, also nur die, die im Glauben an ihren Heiland entschlafen waren, auferstehen. Diese Auferstehung der Gläubigen heißt in Offenb. 20, 4, 5 die erste Auferstehung und ist in 1. Korinth. 15, 23 ebenfalls genannt. Sie heißt erste Auferstehung, im Unterschied zu der letzten Auferstehung, vor dem Schlussgericht, in welcher dann alle Toten auferstehen werden, Joh. 5, 28. 29. - Zweitens werden die, welche die nächste Zukunft unseres Herrn Jesu Christi in Leibe erleben, verwandelt werden, d. h. sie werden ohne den Tod schmecken zu missen, einen unverweslichen, unsterblichen Leib bekommen, 1. Korinth. 15, 51-53. Natürlich werden nur diejenigen diese Verwandlung erfahren, die Christo im Glauben mit Leib und Seele angehören. Sowohl die erste Auferstehung, als die Verwandlung der noch lebenden Gläubigen wird auf das Erschallen der Posaune Gottes hin stattfinden, 1. Korinth. 15, 52; 1. Thess. 4, 16, und dann werden die Auferstandenen und die Verwandelten mit einander hingerückt werden in den Wolken, den Herrn entgegen, um mit Christo zu leben und zu regieren tausend Jahre, Off. 6. 20, 4; Daniel 7, 22. 27; 2. Tim. 2, 12. Wenn wir diese Wahrheiten in der Stille betrachten, und dann besonders vor Gott die Frage bewegen: wie muss ich stehen, wenn dieser mein Leib soll verwandelt werden? So soll er verwandelt werden, wenn ich ihn nicht dem Herrn als Opfer übergeben habe? Röm. 12, 1, so haben wir viel Segen.
Habe Dank! Herr, für diese Offenbarung Deiner Liebe. Auch ich will mich Dir übergeben als ein lebendiges, heiliges und Dir wohlgefälliges Opfer. Ich bitte Dich, Du wollest mich heiligen durch und durch, damit ich nicht dahinten bleibe am Tage Deiner Zukunft. Amen. (Elias Schrenk)
Denn das sagen wir euch als ein Wort des HErrn, dass wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen.
Von den Entschlafenen wissen wir aus Gottes Wort, dass sie bei Christo geborgen sind, und das soll uns genug sein, um uns zu trösten, denn sie sind in einer Hand, aus der sie niemand reißen kann. Wie aber dieser Zustand nach dem Tode sein wird, das ist uns verborgen, und darum sollen wir auch nicht darüber grübeln, denn das dient nur zur Verwirrung des Glaubens. Aber unser Verlangen und unsere Hoffnung geht weiter, nämlich auf das Ziel, da alles Verlangen befriedigt und alle Hoffnung erfüllt werden wird; das ist der Tag des HErrn, der Tag Seiner herrlichen sichtbaren Wiederkunft auf Erden, wenn Er kommen wird am Ende der Welt, das Reich Gottes zu offenbaren. Denn bis dahin sind die Entschlafenen zwar selig, aber sie sind doch noch nicht vollendet, denn ihr Leib ruht noch im Grabe, und doch ist auch dieser Leib ein unzertrennlicher Teil unsers Lebens und Wesens. Hat Christus uns ganz erlöst, so will Er uns auch ganz selig machen, und wie Er den Tod überwunden hat, so kann und wird Er auch unsern Leib ihm nicht als Beute lassen. Unsichtbar kommt er bei unserm Sterben, die Seele heimzuführen, aber sichtbar wird Er wiederkommen am Ende der Welt, den Leib aufzuwecken und uns in demselben sichtbar heimzuführen.
Allmächtiger Gott, Du HErr des Lebens und des Todes, lass uns vor des Todes Gedanken und seinem Stachel nicht erschrecken, sondern allezeit aufsehen auf unsern HErrn JEsum Christum, durch welchen Du allen, die an Ihn glauben, den Sieg über Tod und Hölle gegeben hast. Behalte uns fest in Deiner Gnade und gib, dass unsere letzte Stunde uns nicht unbereitet übereile, sondern uns wachend finde. Lass uns leben in Deiner Furcht, sterben in Deiner Gnade, dahinfahren in Frieden und am Jüngsten Tage auferstehen zum ewigen Leben durch JEsum Christum, unsern HErrn. Amen. (Hermann Haccius)