Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » nt » Kolosserbrief » Kolosser 3,1

Kolosser 3,1

Kolosser 3,1

Andachten

Wenn ihr nun mit Christo auferstanden seid, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, der zur Rechten Gottes sitzt; was droben ist, habet im Sinn, nicht was auf Erden ist.
Wer da glaubt, dass Christus für ihn in den Himmel gefahren ist, und dort für ihn zur Rechten Gottes sitze, ihn vertrete, für ihn bitte, und seiner gedenke, der beweise seinen Glauben durch einen himmlischen Sinn, durch einen Wandel im Himmel. Wo dein Schatz ist, da sei dein Herz. Ist Christus zur Rechten Gottes dein Schatz und ewiges Erbe, so sei und wandle auch dein Herz mehr dort bei ihm, als hier auf Erden, wo deine Füße wandeln. So lange du aber noch immer mehr das Irdische als das Himmlische suchst, mehr nach vergänglichen als nach ewigen Dingen trachtest; oder gar mit ganzem Herzen an der Ehre und dem Ansehen der Menschen hängst, die Lust und Freude des Fleisches für deinen Himmel hältst, so lange betrügst du dich selbst, und Wahn ist dein Glaube an Christum. Der lebendige Glaube an den zur Rechten Gottes Erhöhten lässt uns nicht an der niedrigen Erde hängen, sondern erhebt uns zu dem, an den wir glauben. Ist Christus im Himmel dein Haupt und Heiland, so musst du, als sein Glied, auch bei ihm sein. Bist du mit Leib und Seele ganz nur hier unten auf Erden, so ist das Glied weit vom Haupte getrennt; wie kann ein getrenntes Glied die wohltätigen Einflüsse des Hauptes genießen. Du kannst nicht an ihn glauben, nicht an ihm hangen, ohne ihm im Geiste nahe, ohne bei ihm zu sein, ohne dich zu ihm zu erheben. Ja, das Herz eines wahren Christen ist hier nicht zu Hause, ist bei seinem Heilande im Himmel. (Johannes Evangelista Gossner)


Paulus hatte die Kolosser Kap. 2. vor einer gewissen morgenländischen Weltweisheit, welche mit dem Judentum vermengt war, gewarnt, wodurch sie hätten ihrer Geisteskraft beraubt werden können (V. 8.). Diejenigen, welche dieser Weltweisheit ergeben waren, drangen auf die Beschneidung (V. 11.), auf die Enthaltung von gewissen Speisen und Getränken, auf die Feier gewisser Feste, der Neumonden und des Sabbaths (V. 16.), aber auch auf die Verehrung der Engel (V. 18.), und eine Härtigkeit gegen den eigenen Leib (V. 23.), und schwatzten viel von unsichtbaren Dingen, wie sie sich dieselben einbildeten. Dabei richteten sie Andere, die es nicht mit ihnen hielten (V. 16.), nahmen sich eine Meisterschaft über diejenigen heraus, welche sie an sich ziehen wollten, hatten einen Schein der Demut, und waren doch aufgeblasen in ihrem fleischlichen Sinn (V. 18.). Bei dem Vorwand der Demut wollten sie sich nicht unmittelbar an Christum halten, dessen Namen sie auch in ihre Weltweisheit hinein nahmen: bei ihrem aufgeblasenen Sinn aber konnten sie in keiner Liebesverbindung mit den Gliedern Seines geistlichen Leibes stehen (V. 19.). Paulus unterrichtete die Kolosser erstlich so, dass er sie lehrte, wie sei dasjenige anzusehen haben, was diese Leute aus dem Gesetz Mosis beibehalten hatten, V. 11-14.16.17. Hernach widerlegte er auch dasjenige, was sie selbst erdacht hatten, und nannte es Menschenlehre, Menschengebote, Weltsatzungen und einen eigenwilligen Gottesdienst, weil diese Leute weder bei dem Evangelio, noch bei dem Gesetz Mosis blieben. Hierauf zeigt er aber, wie die gläubigen Christen Alles in Christo haben und finden, was jene Schwärmer auf einem falschen Weg suchen. Jene haben die Beschneidung Christi erlangt, sie seien in Christo vollkommen, welcher höher sei, als alle guten und bösen Engel. In Ihm haben sie die wahre Gerechtigkeit. Sie seien mit Christo gestorben und wieder auferstanden. Sie dürfen als solche geradezu suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Ihr geistliches Leben sei in Ansehung seines Ursprungs mit Christo in Gott verborgen. Gleichwie nämlich Christus seit Seiner Erhöhung in Gott verborgen, das ist, durch die göttliche Herrlichkeit vor den Augen der Sterblichen verdeckt ist, also ist auch euer Leben, sagt Paulus, das ihr in der Gemeinschaft mit Christo habt, in Gott verborgen. Den Ursprung desselben, welcher Gott selber ist, sieht Niemand. Nun muss aber alles zu seinem Ursprung wiederkehren. Seid also getrost. Sucht was droben ist. Ihr werdet’s nicht vergeblich suchen. Ihr werdet in die Höhe hinaufgezogen werden, ihr werdet dahin gelangen, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Ihr werdet zur Gott als dem Ursprung eures Lebens gelangen. Was aber die Verborgenheit anbelangt, so wird sie nicht immer währen, denn wenn Christus euer Leben wird offenbar werden, so werdet ihr auch mit Ihm offenbar werden in der Herrlichkeit. Himmlischer Vater, offenbare Deinen Sohn in uns, und lasse uns auch mit Ihm offenbar werden in der Herrlichkeit! (Magnus Friedrich Roos)


Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so sucht, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist.
Lob und Preis sei dir gesagt, Herr, unser Gott. Wir danken dir, dass du uns abermals diese heilige Freudenzeit hast erleben lassen, da wir uns des Sieges unseres Heilandes und in ihm auch unserer Vollendung getrösten. Verleihe uns deine Gnade, dass wir mit unsern Herzen und Gedanken unserm erhöhten König nachsehen. Lass uns alles weltliche und ungöttliche Wesen von uns tun und trachten nach dem, was droben ist. Unser Wandel sei im Himmel, von dannen wir auch warten unsers Herrn Jesu Christi. Herr, unser Gott! Wir danken dir für alle deine Barmherzigkeit. Wir danken dir, dass du uns diese ganze Woche so gnädig behütet hast. Wir haben deine Treue nicht verdient. Aber deine Gnade ist größer als unsere Sünde. Darum bitten wir dich getrost, du wollest auch ferner deine Hand halten über diesem Hause, dass kein Unfall uns schrecken mag. Du wollest auch heute über uns wachen, dass wir diesen Tag, besser als die vorigen, zu deiner Ehre verleben, und als Schafe deiner Weide uns von dir führen lassen. Gib deinen Frieden allen Menschen, insbesondere allen Kranken und Elenden und Verlassenen. Walte über uns und all den Unsern bei Tag und Nacht, dass wir beharren in deiner Liebe und Gemeinschaft, und dereinst, von allem Übel erlöst, zu dir eingehen in deine Herrlichkeit. Amen. (Adolf Clemen)


Seid ihr mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist.
So weit hat es Jesus in Seiner wunderbaren Herablassung, in Seiner offenen herzlichen Liebe gebracht, dass wenigstens etliche Ihn zu erkennen vermochten und dass diese Ihm innig Nahegekommenen es gewiss wissen: Christi Herrlichkeit ist unsere Herrlichkeit, und sie fangen an, laut dieser großartigen Hoffnung sich zu rühmen. Damit bereiten sie dem Herrn Freude. Sie haben Ihn verstanden. Er hat also nicht umsonst gearbeitet, Sein Unterricht trägt Frucht, Seine himmlische Lehre hat den Verstand erhellt, die Herzen geweckt, den Geist lebendiggemacht. Jesus will, dass wir Ihm glauben. Hat Er gesiegt in dir? Ist dein Herz mit Seinem verbunden? Rühmst du: Ich bin Gottes Erbe, ein Miterbe Christi? Dieser eine Ruhm ist nicht eitel. Im Gegenteil, er macht los und frei von den Trebern, er gibt dem Willen eine bestimmte, scharf ausgeprägte Richtung, er wendet sich unverwandt der Vaterstadt, dem oberen Jerusalem zu. Die Herrlichkeit Gottes soll demnach den Gliedern des erhöhten Hauptes so nahestehen, dass sie sich der Hoffnung darauf rühmen. Ihr Fleisch findet in solchem Rühmen keine Nahrung, weil es sich um ein Werk des Geistes handelt. Wohl aber ist dieser Ruhm ein starkes Gift für den alten Menschen; das Fleisch kann nicht in Brand geraten, wo Herz und Sinn, Verstand und Wille auf Gottes unverwelkliche Herrlichkeit gerichtet und davon erfüllt sind. Bis zum Ruhm der Hoffnung wollen wir es bringen. Das schwermütige Wesen schwinde! Verharre in der Glaubensschule; nimm des Geistes Zucht an. Er will dich weiterführen. In Seiner Hand wird es gelingen. (Markus Hauser)


Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist.
Wenn der Apostel sagt: Trachtet nicht nach dem, das auf Erden ist, so ist unter dem Irdischen alles zu verstehen; was vergänglicher Art und Natur ist, als Reichtum, Gewalt, Ehre, Wollust und alle weltliche Herrlichkeit, die einem Menschen im Tode nicht nachfährt, sondern mit der Welt vergeht. Nun will der Apostel nicht sagen, dass das Irdische an sich böse sei und der Christ es zu fliehen habe; wäre das, so würde er ja nicht zur Arbeit ermahnen, wie er doch tut (2. Thess. 3, 10), denn durch Arbeit erwerben wir uns irdische Güter. Das Irdische wird böse, wenn man es als das höchste Gut und nicht vielmehr bloß als ein Mittel für das höchste Gut betrachtet, wenn man folglich sein Herz daran hängt und das Himmlische darüber aus den Augen setzt. Ein Christ braucht die Welt, aber er missbraucht sie nicht; er lebt in der Welt, aber wie ein Fremdling in der Herberge. Nicht das Irdische sollen wir suchen, sondern das, was droben ist. Anderswo heißt dies das himmlische Kleinod (Phil. 3) oder Schätze im Himmel (Matth. 6) oder auch das Reich Gottes, wie denn der Herr sagt: „Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“. Warum wird es das was droben ist“ genannt? Weil es an Wert und Dauer weit hervorragt über alles, was dieser Welt angehört; weil es seine Quelle in Christo hat, welcher oben ist, und endlich, weil es zwar schon auf Erden erlangt werden kann, aber nach seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit erst in jener Welt. Danach nun soll getrachtet werden, welches Trachten in einem Suchen und Sinnen besteht. Das Suchen fasst in sich eine Erkenntnis von dem Wert jener Güter, die mit einer kostbaren Perle verglichen werden, sowie ein sehnliches Verlangen danach, und die Anstrengung aller Kräfte, den Gebrauch aller Mittel, die zum Besitze jener Güter führen. Das Sinnen dagegen drückt die Gesinnung aus, von der jenes Streben und Handeln ausgehen soll. Der Apostel will nicht, dass wir es bei der äußern Tat bewenden lassen sollen; sondern das Werk soll der Ausdruck einer heiligen Sehnsucht, einer unser ganzes Herz erfüllenden Liebe zu dem Unsichtbaren und Ewigen sein. Wir sind ja auf Erden Fremdlinge und Pilgrime, unser Bürgerrecht ist im Himmel: sollen wir denn auf diesen Himmel und seine Güter nicht Sinn und Streben richten? Ein Kind, das in der Fremde ist und weiß, dass es einen reichen und teuren Vater in der Heimat hat, richtet ja Herz und Gedanken auf ihn, sehnt sich nach ihm, freut sich seines künftigen Zusammenlebens mit ihm und eilet zu ihm zu kommen. Darum trachtet nach dem, was droben ist! (Carl Nikolaus Kähler)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/51/kolosser_3_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain