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Kolosser 2,14

Kolosser 2,14

Andachten

Christus hat ausgetilgt die Handschrift, so wider uns war, welche durch das Gesetz entstand und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel getan und an das Kreuz geheftet und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen, und sie Schau getragen öffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht, durch Sich Selbst.
Dieser Spruch fasst 2 Dinge. Erstlich sagt er, dass Christus mit seinem Leiden die Handschrift ausgetilgt habe, welche wir des Gesetzes halben von uns haben geben müssen. Das meinet St. Paulus also: Wir alle wissen durch das Gesetz, was Gott von uns fordert, dass wir es tun und lassen sollen. Wo nun wir uns vergreifen, entweder, dass wir lassen, das uns befohlen ist, oder tun, das uns verboten ist, da können wir nicht vorüber; unser Gewissen steht da und überweiset uns, wir haben unrecht getan. Dass also unser Gewissen gleich als ein Schuldbuch ist, da wir über uns selbst Zeugnis geben, dass wir sein ungehorsam gewesen, und müssen deshalb Gottes Zorn und Ungnade tragen. Die Handschrift, spricht St. Paulus, entsteht durchs Gesetz; denn so das Gesetz nicht wäre, so wäre keine Übertretung. Also ist es nun beides da, die Sünde und die Handschrift, die uns überweiset, dass wir nicht leugnen können, wir müssen uns schuldig geben; gleichwie ein Kaufmann, dem man seine eigene Handschrift und Siegel vorleget. Da, sagt nun Paulus, genießen wir unsers lieben Herrn Christi; denn Er nimmt solche Handschrift und heftet sie an das Kreuz, das ist, Er macht ein Loch dadurch und zerreißt's, dass sie nicht mehr gelten, noch uns beschuldigen und beschädigen soll. Ursache, Er, der Herr Christus hängt darum am Kreuz, dass Er in unsere Sünde getreten und mit seinem Leibe für unsere Sünde bezahlen will. Das ist das erste. Zum andern hat Christus die Fürstentümer ausgezogen, das ist. Er hat dem Teufel seine Macht genommen, dass der Teufel die Christen zu Sünden nicht mehr treiben und nötigen soll, wie zuvor, ehe wir zu Christo kommen sind. Denn sie können durch Hilfe des Heiligen Geistes dem bösen Geiste Widerstand tun und sich sein durch das Wort und Glauben erwehren, dass er sie zufrieden muss lassen. Denn darum gibt uns Christus seinen heiligen Geist. Gleichwie nun der Teufel ausgezogen ist, also sind die Gewaltigen auch ausgezogen; das ist, der Tod, der uns Alle dämpfet, den hat Christus auch erwürgt, dass also die Christen hinfort aus dem Teufel und Tod ein Gelachter können machen. Denn, ob sie schon beide böse und zornig sind und alle ihre Macht wider die Christen wenden, können sie doch Nichts ausrichten; wie St. Paulus, Röm. 8, 1, sagt: Die in Christo Jesu sind, an denen ist nichts verdammliches. Eben nun, wie der Herr Christus den Tod hat überwunden, also hat Er die Sünde auch überwunden. Denn seiner Person halben ist Er gerecht; aber weil Er sich fremder Sünden annimmt, ist Er zum Sünder worden. Das ist die Ursache, dass die Sünde Ihn angreift. Und Er, der Herr Christus, lasst sich gern greifen und an das Kreuz bringen, dass Er stirbt, nicht anders, denn als hatte Er den Tod selber verwirkt und selbst gesündigt; wie Jesaias 53, 12 sagt: Er ist den Übeltätern gleich gerechnet, so doch Er nicht gesündigt hat, sondern wir haben gesündigt und Er tut nicht mehr, denn dass Er sich unser annimmt und unsere Sünde von uns auf sich nimmt. Aber da ist die Heiligkeit, die unter fremder Sünde verborgen ist, so groß, dass die Sünde sie nicht kann überwinden. Also lauft die Sünde eben an und trifft den unrechten Mann, wie der Tod, wird deshalb matt und stirbt in seinem Leibe, wie St. Paulus sagt: Also auch der Teufel wollte seine Herrschaft an Christo beweisen, braucht deshalb seine Macht wider Ihn und will Ihn unter sich bringen; aber er findet eine höhere Gewalt, die er nicht kann überwältigen. Denn obwohl der Herr Christus sich schwach stellt und tut nicht anders, denn als müsste Er gar zu Boden gehen und dem Teufel weichen: dennoch ist in solcher Schwachheit eine unüberwindliche Gewalt verborgen. Das sah der Teufel nicht, verliert also alle seine Macht deshalb; dass unser Herr Christus rühmen kann, Er sei zugleich unten und obgelegen. Und müssen deshalb diese 3 gewaltigen Feinde, Tod, Sünde und Teufel, Ihm zu Füßen liegen. (Martin Luther)


Er hat ausgetilgt die Handschrift, so wider uns war, und hat sie aus dem Mittel getan, und an das Kreuz geheftet.
Kol. 2, 14. Eine Handschrift ist eine Anerkennung seiner Schuld, oder der Grund, worauf Jemand wegen seiner Schulden belangt und zur Zahlung derselben angehalten werden kann. Diese Handschrift, welche im Gericht Gottes wider uns ist, bildet das Gesetz. Sein Inhalt beweist, was Gott an uns zu fordern hat, was wir ihm schuldig sind, haarklein. Auf diesen Grund hin können wir zu jeder Zeit gemahnt, zur Rechenschaft gezogen, verurteilt werden. Es ist also um diese Handschrift eine sehr bedenkliche Sache, die einen Jeden, ihrer Natur nach, zu Grunde richten muss, da keiner ist, der nicht weit mehr verschuldete, als er je zu bezahlen vermag. Dies muss so anerkannt werden, dass uns alle Einbildung einer eigenen Gerechtigkeit vergeht. Erkenne deine Missetat, heißt es. Wo nun aber das gehörig geschieht, da ist's Zeit, dass man die Handschrift da suche, wo sie durch die Kreuzigung hingekommen ist. Wir sehen sie am Kreuz, wo sie aus dem Mittel getan, aus dem Wege geschafft, und also der Grund der Schuldforderung vernichtet wird. Geschieht das wer will dann noch Großes oder Kleines fordern? Mag seine Forderung an sich auch noch so gerecht sein, so kann er sie ja nicht beweisen, und wer wollte bei so bewandten Umständen so töricht sein, sich im Ernst darauf einzulassen, wann sie getan wurde, wodurch er ja unnötiger Weise ein erloschenes Recht selbst zu seinem eignen Schaden erneuerte, wovor man sich doch geflissentlich und vorsichtig hüten sollte. Und die Handschrift, wovon hier die Rede ist, ist nicht auf unrechte Weise vernichtet, oder ihrem Inhaber entzogen, sondern Zion ist durch Recht erlöst worden. Der Inhalt dieser Handschrift ist eben am Kreuze mit dem Blute des Sohnes Gottes selbst bezahlt worden, und darum fragte er nach Jes. 50., in seinem eigenen, so wie im Namen seiner ganzen Gemeine: Wer ist, der Recht zu mir hat? (Gottfried Daniel Krummacher)

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