Epheser 6,1
Andachten
Ihr Kinder, seid gehorsam euren Ettern in dem Herrn; denn das ist billig. Ehre Vater and Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat; auf dass dir's wohl gehe, und du lange lebt auf Erden. Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn.
Es ist ein köstlich Ding einem Manne, dass er das Foch in seiner Jugend trage. Nur der hat ein festes Herz, nur der hat Friede, dem der Eigenwille gebrochen und hingegeben ist an Gottes Willen. wie viel Kämpfe und Tränen bleiben Dem erspart, der früh schon als Kind seinen Willen hat beugen gelernt unter einen höheren. - Das ist die Verstockung der Verlorenen, Gottes Willen gegenüber bis zuletzt sprechen: Ich will aber nicht. Darin liegt der ganze Friede in diesem Leben, immer wieder sagen können: Nicht wie ich will! Gott sagt uns im Beben auch nicht, warum er uns so und nicht anders führt; sondern er heißt uns den Finger auf den Mund legen und spricht: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es hernach erfahren. Er will gebeugte Herzen und geopferten Willen haben. - Nun denn, hast du Kinder, so ziehe und beuge ihren Willen von Jugend auf. Und ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn. Gehorcht ihnen aufs Wort. Gott will Gehorsam. Gott straft den Ungehorsam. So brecht bei Seiten euren Eigensinn und Eigenwillen, und lernt frühe Gehorsam und Demut. - Herr, lehre uns Alle, Eltern und Kinder, Jugend und Alter die Demut, die großen Frieden hat. Zieh uns Alle zu dir, dass wir auf uns nehmen dein Joch und von dir lernen. Denn du bist sanftmütig und von Herzen demütig. So werden wir Ruhe finden für unsre Seelen. Denn dein Joch ist sanft, und deine Last ist leicht. Amen. (Adolf Clemen)
Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: auf dass dirs wohl gehe und du lange lebst auf Erden.
Herr und Gott, liebreicher Vater! Zur Untertänigkeit unter den Willen ihrer Eltern und zum Gehorsam gegen sie ermahnt der Apostel alle Kinder. Er hält ihnen zu dem Ende dein Gebot vor: „Ehre Vater und Mutter“ und zeigt an deiner göttlichen Verheißung, die solches hat: „Auf dass dirs wohlgehe und du lange lebst auf Erden,“ wie auf frommen Kindern, die ihre Eltern ehren, dein Wohlgefallen und Segen ruht. Wer seinen Eltern untertänig ist, der ist es dir; wer sie ehrt und liebt, der ehrt und liebt dich. Du selber, lieber Herr und Heiland Jesu Christe, hast uns in deiner Untertänigkeit ein Beispiel zur Nachahmung gegeben und kindlichen Gehorsam geleistet mit willigem Herzen, dass wir in diesem deinem Gehorsam für die Sünde unsers Ungehorsams könnten Vergebung finden. Aus der Zeit deiner Kindheit wird uns berichtet (Luk. 2, 51), wie du frommen Sinnes und in herzlicher Liebe zu Gott unter seinen Rat, aber auch in kindlicher Demut unter den Willen deiner Eltern dich beugtest. „Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, das meines Vaters ist?“ sprachst du und bald heißt es dann weiter, dass du hinab nach Nazareth mit deinen Eltern gegangen und ihnen untertan gewesen seist. Aber Gottes Segen ruhte auch auf dir, wie er noch heute auf frommen Kindern ruht und von ihnen übergeht auf Kinder und Kindeskinder. Du nahmst zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Wir sind auch Kinder gewesen oder sind es noch und haben auch Vater und Mutter gehabt oder haben sie noch. Aber, ach, wir müssen dir in tiefer Reue und zu unserer großen Beschämung bekennen, dass wir gegen sie uns wohl mannigfaltig versündiget, und gar zu oft aus jugendlichem Leichtsinn deines Vorbildes und des Gebotes: „Ehre Vater und Mutter“ vergessen haben. So bitten wir dich: Mache doch in uns den Glauben feste zu unserm Troste, dass aus deinem Verdienste auch diese Sünde uns vergeben und unser Ungehorsam durch deinen Gehorsam zugedeckt sein soll. Hilf uns, dass wir auch in diesem Stücke dein hohes Vorbild anschauen und als deine rechten Jünger nachfolgen deinen Fußtapfen. Dazu gib endlich auch, dass alle Kinder das Gedächtnis ihrer vollendeten Eltern in Ehren halten und sie nicht noch im Grabe betrüben. Pflanze in ihre jugendlichen Herzen frühe schon Furcht und Demut vor dir, Liebe und Gehorsam gegen deine heiligen Gebote, dass sie ihren noch lebenden Eltern kein Herzeleid machen, sondern ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert halten. So wird dann das Haus eine Gottesstätte sein und du wirst bei uns wohnen und unter uns wandeln, du wirst deine gnädige Verheißung an uns und an unsern Kindern erfüllen, wirst unser Segen und sehr großer Lohn hier zeitlich und dort ewig sein. Amen! (Carl Just)