Epheser 1,22

Andachten

Gott hat Christum gesetzt zum Haupt der Gemeinde über Alles.
Christus wird Kol. 2,10. das Haupt aller Fürstentume und Obrigkeit genannt, auch wird Eph. 1,10. gesagt, dass alle Dinge, die im Himmel und auf Erden seien, in Christo und durch Christum unter Ein Haupt gefasst werden sollen. Diese Aussprüche bedeuten eben so viel als dasjenige, was Paulus Eph. 1,20.21.22. schrieb: Gott hat Christum gesetzt zu Seiner Rechten im Himmel über alle Fürstentum, Gewalt, Macht, Herrschaft und Alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen, und hat alle Dinge unter Seine Füße getan. Über dieses Alles aber reichet dasjenige, was Paulus weiter sagt: Gott hat Christum gesetzt zum Haupt der Gemeinde. Dass hier etwas Ausnehmendes und Besonderes gesagt werde, erhellt daraus, dass die Gemeinde, deren Haupt Christus ist, Sein Leib genannt wird. Sonst wird nichts der Leib Christi genannt, kein Fürstentum, keine Gewalt und überhaupt nichts von Allem, was in dieser oder in der zukünftigen Welt genannt werden mag, außer der Gemeinde oder Kirche. Von dieser sagt Paulus Eph. 4,16. und Kol. 2,19., dass sie aus Christo als Sein Leib durch Gelenke und Fugen Handreichung empfange, und dass so ein Glied an dem andern hange, und der ganze Leib zu seiner selbst Besserung wachse zu einem Wachstum, welches Gottes würdig sei. Christus ist also in einem besonderen Verstand das Haupt der Kirche, und die Verbindung zwischen Christo und der Kirche, welche durch diese Redensart angezeigt wird, geht über Alles, was von dem Verhältnis Christi gegen andere Geschöpfe in der heiligen Schrift gesagt wird. Er ist das Haupt: die Kirche ist Sein Leib. Aus Ihm empfängt die Kirche Gnade und Wahrheit, Licht und Leben, Gerechtigkeit und Stärke, und deswegen sollen wahre Christen als Glieder, an diesem Leib einander Handreichung tun, oder einander eine geistliche Hilfe leisten, oder Eines des Andern Mangel erstatten, aber auch untereinander Eines sein in der Liebe. Und so wächst der Leib sowohl innerlich als äußerlich zu einer Größe, die Gottes Vorsatz und Ehre gemäß ist.

Ein jeder Christ soll sich an Christum als das Haupt Seines Leibes halten; denn Paulus bestraft etliche Irrgeister, die zu seiner Zeit aufgestanden waren, Kol. 2,18. deswegen, dass sie die Engel verehren, um von ihnen eine Hilfe zu empfangen, und sich nicht an das Haupt Christum halten. Es gibt viele sichtbare und unsichtbare Geschöpfe in der Welt, welche zum Teil eine große Macht und Herrlichkeit haben: aber über alle dieselben muss unser Glaube aufsteigen. An Christum muss sich ein wahrer Christ unmittelbar halten, weil Er das Haupt Seines Lebens, und ein wahrer Christ ein Glied an diesem Leib ist. Dünkt es Jemand ein Stolz zu sein, wenn man sich geradezu an den eingeborenen und hochgelobten Sohn Gottes hält: so bedenke man dagegen, dass Paulus diejenigen, die mit ihrer Verehrung und Zuversicht sich zu den Engeln wandten, einer falschen Demut beschuldige, Kol. 2,18., und dass der Vater selbst Christum zum Haupt der Kirche gesetzt habe. Wir sind also geradezu an Ihn gewiesen. Was wird hernach die Hochzeit des Lammes, was wird der ewige Ehebund zwischen Christo und der Kirche mit sich bringen? Selig ist, wer an diesem Allem einen Anteil hat. . (Magnus Friedrich Roos)

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