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Epheser 1,20

Epheser 1,20

Andachten

“Gott hat JEsum von den Toten auferwecket und gesetzt zu Seiner Rechten im Himmel über alle Fürstentümer, Gewalt, Mächte Herrschaft, und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.”
Wer hätte beim Tode Christi Gott zu loben das Herz gehabt, und nach unserer Losung ausrufen mögen: „Lobe den HErrn meine Seele?“ Und doch ist in der Folge nichts so sehr der Gegenstand des Lobes Gottes geworden, als eben dieser Tod, der Opfertod des Lammes Gottes, das der Welt Sünde trug. Denn Er ist nicht unter den Toten geblieben, sondern ist wieder auferweckt worden. Es war, wie wenn Christus vorher, bereits siegesfroh, gesagt hätte: „Machet mit Mir, was ihr wollet, Ich bin doch Sieger.“ Wenn die Jünger völliger geglaubt hätten, würden sie haben ähnlich reden können: „Macht mit Ihm, was ihr wollt, ihr gewinnt's doch nicht über Ihn.“ Aber so weit hatten sie sich noch nicht in den Glauben an Seine alsbaldige Auferstehung erhoben. Doch ist Er auferstanden; und durch den heiligen Geist ist den Jüngern auch das gewiss geworden, dass Er nun der HErr ist, über alles gesetzt, sowohl in dieser, als in der zukünftigen Welt. Solches hatte der HErr schon vor Seiner Auferstehung gesagt, mit den Worten: „Alle Dinge sind mir übergeben von Meinem Vater“ (Matth. 11,27); und vor Seiner Himmelfahrt sagte Er noch bestimmter: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Matth. 28,18). Von da an glaubten's Seine Jünger; und sie freuten sich dessen unter allen Kämpfen und Anfechtungen.

Uns ist es alles auch gesagt; und da nun die Hoffnung uns offen steht, dass wir einst auch werden auferweckt werden, um zu sein, wo Er ist, und bei Ihm zu bleiben in Seiner Gemeinschaft und Herrlichkeit, wie können wir doch getrosten Mutes sein, und herzlich loben und danken, mit allem, was in uns ist, sei die Angst, die uns noch umgibt, noch so groß! Ist Er doch auch über alle Herrschaften gesetzt, also dass kein Feind uns schaden kann, und nichts uns aus Seiner Hand zu reißen im Stande ist! - Aber wohl denen, die im Glauben ausgekämpft und den rechten Weg gefunden haben! Die sind vieler Angst, Not und Sorge enthoben, davon wir hienieden noch so viel zu tragen haben. Gelobt sei Gott, der uns den Sieg gewiss gemacht hat! (Christoph Blumhardt)


Gott, der Vater, hat Christum gesetzt zu Seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und Alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen, und hat alle Dinge unter Seine Füße getan.
Unter allen Klassen vernünftiger Geschöpfe gibt es Solche, welche die Ersten und Obersten unter Allen von ihrer Klasse, und denselben vorgesetzt sind, und deswegen Fürsten heißen. Ein solcher Fürst ist der Engel Michael, welcher deswegen ein Erzengel oder Engelfürst genannt wird; es erhellt aber aus Dan. 10,13., wo Michael der vornehmsten Fürsten Einer genannt wird, dass es mehrere solche Engelfürsten gebe, deren ein jeder seiner Klasse vorgesetzt ist. Dass es auf Erden Fürsten gebe, deren jeder einen Teil des menschlichen Geschlechts regiert, weiß Jedermann. Ist nun der HErr Jesus auch nur Einer von den vornehmen himmlischen oder irdischen Fürsten? Nein. Er ist über alle Fürstentümer, das ist über alle Klassen vernünftiger Geschöpfe, die von Fürsten regiert werden, gesetzt. Er ist der Fürst der Könige auf Erden, Offenb. 1,2., und das Haupt eines jeden himmlischen oder irdischen Fürstentums, Kol. 2,10. Alle Fürsten haben auch Gewalt, wiewohl es auch Gewalthaber gibt, die nicht als Fürsten oder Vorsteher andern vernünftigen Geschöpfen vorgesetzt sind, aber doch das Recht haben, etwas zu tun oder zu verwalten. So werden diejenigen, die Seine Gebote halten, Gewalt haben über Holz des Lebens, und das Recht, zu den Toren des neuen Jerusalems einzugehen, Offenb. Joh. 22,14. Der Engel, der Offenb. Joh. 14,18. erscheint, hat Gewalt über das Feuer. Auch auf der Erde hat ein jeder Mensch, wenn er auch keine Obrigkeit ist, Gewalt über dasjenige, was sein eigen, oder ihm anvertraut ist. ist nun der HErr Jesus auch nur Einer dieser Gewalthaber, deren jeder seinen eingeschränkten Bezirk, und viele andere neben sich hat? Nein, Er ist über alle diese Bezirke der Gewalt gesetzt. Er hat alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Es gibt auch Dinge, die nach ihrer Natur kräftig, viel vermögend und durchdringend sind, wie dann die Engel, einige Menschen, viele Tiere und Gewächse, die Gestirne, das himmlische und das irdische Feuer, das Wasser über und unter der Feste, und viele andere Dinge große Kräfte haben. Der HErr Jesus ist aber über alle diese kräftigen und wirksamen Dinge gesetzt. Ihm stehen sie zu Gebote. Er kann sie gebrauchen, wann und wie Er will. Es gibt aber auch Personen im Himmel und auf Erden, welche ohne Absicht auf eine fürstliche Herrschaft über Personen, oder auf eine Gewalt über Sachen, oder auf die Stärke ihrer Natur, nur um ihrer Vortrefflichkeit, oder um ihres von Gott beigelegten Adels oder Vorzugs willen Herren, oder Herrschaften, oder vornehme Personen genannt und so geehrt werden. Aber auch über diese ist der HErr Jesus gesetzt, wie Er dann überhaupt über Alles gesetzt ist, das genannt mag werden, nicht allein in dieser, sondern auch in der zukünftigen Welt, und alle Dinge unter seine Füße getan sind. Dieses Alles soll unser Vertrauen, das wir auf Ihn setzen sollen, stärken, uns willig machen, Ihm von Herzen untertan zu sein, und uns antreiben, Ihm die höchste Ehre zu geben. (Magnus Friedrich Roos)


Er hat ihn gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, und hat alle Dinge unter seine Füße getan, und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über Alles.
Der Heiland musste den beiden Jüngern, mit welchen er nach Emmaus ging, sagen: O, ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Wie muss er erst unsere Trägheit schelten, die wir die Offenbarung des neuen Bundes vor uns haben! Welche Fülle von Nahrung wird unserem Glauben geboten durch die Betrachtung des ganzen Erlösungswerkes des Herrn, wozu auch sein Sitzen zur Rechten Gottes im Himmel gehört! Und wie wenig entspricht der Glaube der meisten Christen der in Christo dargebotenen Gnadenfülle! Unser Erlöser, dessen Blut für unsere Sünden floss, sitzt nun als König zur Rechten der Majestät im Himmel. Alles hat der Vater unter seine Füße getan, alle Fürstentümer, Gewalt, Macht und Herrschaft in dieser und in der zukünftigen Welt. Und dieser Herr und König steht in so inniger Beziehung zu seiner Gemeinde, dass er unser Haupt genannt wird und wir sein Leib sind. Mit ihm im Glauben verbunden sein heißt demnach: sich täglich in innerster Glaubensüberzeugung so zu unserem erhöhten Haupt stellen, dass wir wissen, sein Herrlichkeitsleben gehört uns; als seine mit ihm geistlich verbundenen Glieder dürfen und sollen wir sein Leben anziehen, aus seiner Lebensfülle schöpfen. Nur dann können wir Mangel verspüren, wenn wir es aus irgend einem Grund an diesem Anziehen und Schöpfen fehlen lassen. Auf Seiten unseres Hauptes ist ja nie Mangel, nie Abgeneigtheit, sich uns mitzuteilen. Wenn unsere eigene Schwachheit und Sünde, oder die Macht der Finsternis uns hindern wollen am Nehmen aus Jesu Fülle, so tritt unser zur Rechten des Vaters erhöhter Herr vor uns, als der, der alle Macht und Herrschaft hat, vor dem Alles sich beugen muss, der also wohl im Stand ist, sein königliches Walten so für jedes Glied an seinem Leibe einzusetzen, dass wir es in Wahrheit erfahren dürfen: es darf sich keine Macht zwischen uns und unser Haupt stellen. Seine allmächtige Hand kann unsere Glaubensstellung so klar machen und erhalten, dass der Blick auf Jesu königliche Stellung im Himmel uns Überwinderskräfte mitteilt und wir mit ihm dastehen. Ach, man möchte sich verkriechen, wenn man im Worte sieht, was uns in unserem erhöhten Haupt geschenkt ist, und wie seine Gemeinde so träge ist zum Einnehmen der sieghaften Glaubensstellung.

Herr, der Herrlichkeit! Du bist mein Haupt. Auch für mich ist Dir alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Bringe mich in die Glaubensgemeinschaft mit Dir, in der erfüllt wird: der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Amen. (Elias Schrenk)

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nt/49/epheser_1_20.txt · Zuletzt geändert: von aj
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