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Epheser 1,12

Epheser 1,12

Andachten

Auf dass wir etwas wären zum Lob Seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christum gehofft haben.
Paulus schrieb dieses von sich und allen gläubigen Israeliten. Diese hatten zuvor auf Christum gehofft, oder in Christo eine Hoffnung des ewigen Lebens gehabt, ehe die Heiden zu dieser Hoffnung gelangten. Schon zur Zeit des alten Testaments war die Hoffnung rechtschaffener Israeliten auf den zukünftigen Christum gebaut, und da Er erschienen war, offenbarte Er Sich zuerst den Israeliten, und der erste Ansatz der christlichen Kirche bestand aus Juden. Paulus sagt aber V. 13.: durch Christum habt auch ihr Epheser und Andere, die ihr von Heiden abstammet, das Wort der Wahrheit gehört, und seid, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.

Ich lerne aber aus den Worten Pauli, dass Christen etwas sein sollen zum Lob der Herrlichkeit Gottes. Darauf geht der Vorsatz Dessen, der alle Dinge wirkt nach dem Rat Seines Willens, V. 11., die Herrlichkeit Gottes oll also an den Christen geoffenbart und deswegen gelobt werden. Die Herrlichkeit Gottes ist Alles, was man von Gott rühmen kann: Seine Güte, Erkenntnis, Weisheit, Kraft, Gerechtigkeit. Dieses Alles zusammen genommen ist, wenn es sich offenbart, Seine Herrlichkeit. Und dieses Alles wendet Gott an, wenn Er Menschen selig macht. Durch die Erlösung, die Christus vollbracht hat, ist dieses Alles schon geoffenbart und erwiesen worden; hernach fließt dieses Alles auch in das Werk der Heiligung ein. Christen sollen deswegen sich dem großen Gott ganz hingeben, dass Er Seine Herrlichkeit an ihnen offenbaren könne, und sich’s nicht befremden lassen, wenn bei dem Werk der Heiligung oft eine züchtigende und zermalmende Schärfe vorkommt, denn auch diese gehört zur Offenbarung der Herrlichkeit Gottes, und ist nötig, wenn etwas Ganzes herauskommen soll.

Diese Herrlichkeit Gottes soll, wie sie sich an ihnen offenbart, gelobt werden. Darum sind sie, was sie sind, damit dieses geschehen könne. Nicht uns, HErr, nicht uns (zweimal wird dieses Ps. 115,1. gesagt, weil der Mensch gern sich selber Lob und Ehre gibt), aber nicht uns, HErr, sondern Deinem Namen gib Ehre, um Deiner Gnade und Wahrheit willen. Christen werden dadurch nicht unglücklich, wenn alle Ehre und alles Lob auf den Namen oder die Herrlichkeit Gottes geleitet wird; denn sie sind dadurch genug gesegnet und beglückt, dass Gott als ihr Gott die Bedeutung Seines Namens an ihnen erfüllt, und Seine Herrlichkeit an ihnen offenbart. Demjenigen gebührt das Lob, dessen dieser Name und diese Herrlichkeit ist: sie aber werden dadurch überschwänglich beglückt, und wenn sie selber Gott loben, oder die Herrlichkeit Gottes ihretwegen gelobt wird, so gereicht es zu ihrer großen Wonne, und Gott erfüllt dabei das Wort: wer Mich ehrt, den will Ich wieder ehren. HErr, lasse auch mich etwas sein zum Lobe Deiner Herrlichkeit. Du bist das A und das O. Von Dir, durch Dich und zu Dir sind alle Dinge. Gleichwie alle Dinge ihr Wesen von Dir haben, also werden sie auch durch Dich bearbeitet und zu ihrem Ziel geführt. Dieses Ziel aber bist Du selber, o Gott. Deinem Namen sei Ehre in Ewigkeit! (Magnus Friedrich Roos)

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