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Galater 5,16

Galater 5,16

Andachten

Ich sage euch: wandelt im Geist.
Geh, sagt mir Paulus, geh dahin, wohin dich der Geist leitet. Bleibe nicht unbeweglich liegen, obwohl du siehst, was recht und gut ist, weil der Geist dein Auge hell macht, und obwohl sich der Wunsch deines Herzens vom Geist bewegt nach dem streckt, was er dir zeigt. Bewege dich, weil der Geist dich bewegt. Wolle, weil und wie der Geist das Wollen in dir schafft. Handle, da der Geist dir dazu das Vermögen gab. Den Geist zu haben, hilft dir nicht, sondern der Leitung des Geistes zu gehorchen und dem reinen Trieb des Glaubens und der Liebe untertan zu bleiben, entschlossen und ganz, das ist die Lösung der Frage, die ernst und groß aus meinem Christenstand entsteht. Das ist der herrliche Abschluss des apostolischen Evangeliums und seine Verschiedenheit von jeder anderen Frömmigkeit, dass es mir etwas Heiliges und Göttliches zeigen kann, das mir inwendig gegenwärtig und mir selbst gegeben ist, von dem ich mich leiten lassen darf in der dankbaren Zuversicht, es führe mich sicher auf Gottes Weg.
Ich bete zu Dir, Herr Gott, damit mein Wille Dir untertan sei, eins mit Deinem guten Willen. Ich fürchte, dass ich Deine heilsame Gabe ungebraucht lasse und mich gegen Deine Leitung sträube. Weil ich vor mir mich fürchte, komme ich zu Dir und bitte Dich: Führe mich mit jedem Tag einen Schritt voran auf Deinem Weg. Amen. (Adolf Schlatter)


Wandelt im Geiste, so werdet Ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist. Dieselbigen sind wider einander, dass Ihr nicht tut, was Ihr wollt. Regiert Euch aber der Geist, so seid Ihr nicht unter dem Gesetze.

Man hört so oft im Leben die Frage aufwerfen ist dies oder das Sünde, und meint dann, eine unschuldige Freude könne doch unmöglich der Seele schädlich sein. Ja es gibt Viele, die da denken und reden, die Jugend müsse sich nun einmal austoben, und wer nicht Dies oder Jenes durchgemacht habe, der könne auch nicht zu mannhafter Festigkeit und Charakterstärke kommen. Dem widerspricht nun aber die heilige Schrift in vielen Stellen auf das allerklarste und bestimmteste,

Und wenn ja auch Gott oft sich die rüstigsten Arbeiter aus dem Schlamm der Sünden und Lüste hervorzieht, so ist es doch freventlich gesprochen, wenn man meint, es sei notwendig, dem Fleische nachgehangen zu haben, um darauf desto sicherer vom Geiste geführt zu werden. Kreuzigen das Fleisch samt Lüsten und Begierden sollen wir immerfort und täglich von Neuem beginnen den Kampf gegen den alten Adam in uns.

Und wie lieblich ist wieder die Verheißung des Herrn, dass wenn wir im Geiste, d. h. unter dem heiligen Geiste, demütig Seiner Führung uns hingebend wandeln, wir nicht mehr die Lüste des Fleisches vollbringen sollen, nicht mehr unter dem Gesetze stehen, sondern uns sicher fühlen in der Liebe und Gnade unseres Heilandes. Aber freilich währt der Kampf zwischen Geist und Fleisch das ganze Leben lang und gerade mit scheinbar unschuldigen irdischen Freuden und Genüssen stellt der Teufel uns Fallen, deren Stricke sich am allersichersten zu unserm Verderben zusammenziehen, - deshalb muss das Auge offen sein und hingerichtet auf den, der es erleuchten will, Jesum Christum. Und beten wollen wir, flehen zu Gott, dass der Geist in uns siegt und das Fleisch ganz darnieder liegt, dass wir uns rein halten von den Taten des Fleisches und vollbringen die Taten des Geistes, die da sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Amen! (Burghard von Cramm)


Wandelt im Geiste, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.
Bist du ein geistgesalbter Jünger des Herrn geworden, so wandelst du im Geiste. Wie das Wasser dazu da ist, dass du deinen Durst damit stillest, also ist auch der Heilige Geist da, deinen Durst und Hunger zu stillen, dich zu sättigen mit dem Leben Gottes. So ist das Wort deine unentbehrliche Nahrung, es ist täglich die Weide und Freude deiner Seele. Es ist wunderbar, wie direkt der Herr mit dir verkehren will. Die Verbindungslinie ist hergestellt. Du darfst beten im Geiste und in der Wahrheit, und Gott hat Macht und Einfluss über dich gewonnen. Er kann dir Seinen Willen kundtun, dich belehren, dir wunderbare Kräfte mitteilen und dich leiten nach Seinem Wohlgefallen. „Jünger“ ohne Salbung glauben auch an die Gegenwart Gottes, aber sie merken diese nicht; sie haben kein tatsächliches Bewusstsein davon. Sie können noch Dinge tun, die sie gewiss nicht täten, wenn sie ihren Herrn gegenwärtig wüssten. Gesalbten Jüngern kann der Herr antworten auf die Gebete, ihnen kann Er sich als der Lebendige offenbaren. Still harren auf Gott und auf Seine Winke achten, das ist köstlich. Es ist gewiss, dass alle aufrichtigen Jünger Christi sich sehnen nach tieferem Leben aus dem Geiste und es ist noch viel gewisser: der große Erzieher ist unablässig bemüht, sie so zu gründen in der Gnade, dass sie die Lüste dieser Welt überwinden. O, mache es deinem Herrn möglich, dich zu erfüllen mit Seinem Geiste! Eine größere Freude könntest du Ihm nicht bereiten. Er harrt deiner; lass Ihn wirken. (Markus Hauser)


Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt. Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze.
Wer wüsste nichts von diesem inneren Kampf zwischen Fleisch und Geist. Da fordert der Geist: du sollst dich versöhnen mit deinem Widersacher und ihm vergeben; aber das Fleisch sagt nein: er hat mir zu schweres Unrecht angetan, er muss zuerst die Hand reichen. Da möchte sich das Fleisch durch Lüge vor einem Übel schützen, aber der Geist zeigt ihm die Lüge als einen hässlichen Schandfleck und erregt eine Angst in seinem Gewissen. Da fordert der Geist: diese oder jene böse Lust musst du töten in dir, willst du Gotteskind sein; aber das Fleisch nimmt sie in Schutz mit vielen Entschuldigungen, und will sie weiter hegen und pflegen. Da möchte sich das Fleisch jedem Opfer, jeder Entsagung entziehen, weil es ihm wehe tut, aber der Geist fordert es unerbittlich und lässt ihm keine Ruhe. Wer wüsste nichts von diesem inneren Streit! Dein elendes Wesen: diese innere Spaltung, ohne Ruh' und Frieden. Hin und her gerissen, heut dem Geist leben, morgen dem Fleisch. Willst du aus diesem inneren Streit zum Frieden kommen, dann stell dich unter das Regiment des Geistes, lass dich von ihm allein und unbedingt führen und regieren, übergib dich ihm allein, wie sehr sich auch das Fleisch dagegen sträube und wehre. Selig das Herz, in dem der Geist sein heiliges Regiment führt. Das Herz ruht im Frieden Gottes. (Adolf Clemen)

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nt/48/galater_5_16.txt · Zuletzt geändert: von aj
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