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2. Korinther 5,21

2. Korinther 5,21

Andachten

Er hat den, der die Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir würden in ihm Gottes Gerechtigkeit.
Neben dem, der die Sünde nicht kannte, stehen wir, die wir sie kennen. Kennen wir sie wirklich? Steht es nicht so: ich kenne sie nicht; aber er kennt sie? Man kennt die Sünde erst, wenn man von ihr frei geworden ist. Die Maße des Drachens kann niemand messen als der, der ihn überwunden und erschlagen hat. Deshalb, weil er die Sünde an sich selbst nicht kannte, konnte er sie an uns; darum richtete er sie und darum ward sie an ihm gerichtet. Weil wir dagegen die Sünde tun und sie deshalb nicht kennen, wurde er für uns zur Sünde gemacht; denn sehen müssen wir sie in ihrer Verwerflichkeit und todbringende Macht. Es ist mir nicht zu helfen, solange ich sie verberge, schönfärbe, erkläre, entschuldige und rechtfertige. Wie soll sie aber ans Licht kommen. ohne dass sie mich in Schande, Fluch und Zorn versenkt? Wird der zur Sünde gemacht, der sie kennt und sie in sich selber hat, so dass er an sich selber sehen muss, was sie ist und wirkt, so ist das sein Untergang. Dass der zur Sünde gemacht wird, der sie kennt, das ist die Tat des göttlichen Zorns. Nun wird sie aber ans Licht gestellt an dem, der sie nicht kannte, und dadurch wird die Enthüllung der Sünde zur göttlichen Gnadentat. Dass er zur Sünde gemacht wird, bringt weder ihm noch uns das Verderben. Er tut eben jetzt Gottes herrlichen, gnädigen Willen im vollkommenen Gehorsam; darum ist für ihn das Erhöhtwerden an das Kreuz die Erhebung, die ihn hinauf zum Vater führt. Für uns aber tritt deshalb, weil er zur Sünde gemacht ist, Gottes Gerechtigkeit in Kraft, die aus uns etwas anderes als Sünder macht, nämlich Glaubende. Weil wir die Sünde kennen, kennen wir die Gerechtigkeit nicht. Weil Jesus dagegen die Sünde nicht kannte, kannte und wirkte er Gottes Gerechtigkeit, in der die Wahrheit und die Erbarmung zur herrlichen Einheit verbunden sind. Durch Ihn wird unser Sündigen vom Licht der Wahrheit bestrahlt und aus allen dunklen Verstecken und täuschenden Hüllen herausgeholt. Jesus nimmt aber, indem er selbst für uns zur Sünde gemacht ist, dem Licht der Wahrheit die rächende Macht, an der wir verderben, und gibt ihm den Glanz der Barmherzigkeit. Daher sehen wir an Ihm Gottes Gerechtigkeit, die nicht die Sünde der Welt, wohl aber die Welt lieb hat und ihr deshalb das Lamm Gottes gibt, das ihre Sünde von ihr nimmt.
Zu Dir, heiliger Gott, könnte ich nicht aufsehen, wäre nicht Dein Vergeben meine Stütze, und ich könnte nicht in mein Leben hineinsehen, wäre nicht Dein Vergeben das, was mich hält. Ich weiß, wo Du es mir und Deiner ganzen Schar gewährt hast; das geschah im Sterben Deines Sohnes, unseres Herrn. Dort zeigst Du uns, was Sünde ist, und nun weiß ich, dass sie vergeben ist, und dort zeigst Du mir, was Deine Gerechtigkeit ist, und nun weiß ich, dass ich ihr glauben soll. Amen. (Adolf Schlatter)


Gott hat Ihn für uns zur Sünde gemacht rc.
Wenn mans hört: „Ich will Mich freuen über Mein Volk,“ so müssen es alle Kinder Gottes, die hin und her zerstreut oder beisammen sind, auch auf sich deuten können. Das ewige, das treueste Herz ist ihnen so nahe als uns, Sein Geist spricht ihrem Geist ebenso tröstlich zu; ihre Türen sind mit eben dem Blut bestrichen, ihr Gewissen ist besprengt, ihre ganze Seligkeit beruht auf eben dem Verdienst und Heiligung des für uns zur Sünde gemachten Lammes Gottes. Das Gebet Joh. 17, dass sie alle Eins seien, gilt für alle Hausgenossen Gottes, die da gekommen sind zur Stadt des lebendigen Gottes, zu dem Mittler des „Neuen Testaments,“ zum Blut der Besprengung, zum Anfänger und Vollender des Glaubens. Kurz, man hat Ein Recht, Einen Himmel, Eine hier und dort bestimmte Seligkeit, Einen Gnadenruf, Ein. Eine Geistesgemeinschaft, Eine Art zu denken. „Wisset ihr nicht, wes Geistes Kinder ihr seid?“ Luk 9, 55. Das ist keine spezielle, sondern allgemeine Frage an Kinder Gottes. Er weiß eine jede Seele aufzufinden, dass Er Abendmahl mit ihr halte und sie mit Ihm! Amen. (Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf.)


„Denn Er hat Den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.“

Betrübte Seele! warum trauerst und weinst du? Bist du betrübt über dein Sündenelend? Dann schaue empor zu deinem vollendeten Herrn und Heiland, und bedenke, dass du in Ihm vollkommen geworden bist; du bist in Gottes Augen so vollkommen, wie wenn du nie gesündigt hättest; ja, noch viel mehr, der Herr der Gerechtigkeit hat ein göttliches Gewand über dich geworfen, so dass du mehr hast als die Gerechtigkeit Gottes. O du, lieber Christ, der du trauerst, über die angeborene Sündhaftigkeit und Bosheit, siehe, nun kann dich keine deiner Sünden mehr verdammen. Du hast die Sünde hassen gelernt; du hast aber auch die Erkenntnis empfangen, dass die Sünde nicht mehr dein ist: sie wurde Christus aufs Haupt gelegt. Du stehst nicht mehr für dich selbst da, denn du bist nun in Christo geborgen; bist nicht angenehm um deinetwillen, sondern in deinem Herrn und Heiland; du wirst von Gott in dieser Stunde ebenso angenommen, mit all deiner Sündhaftigkeit, wie in jener seligen Zukunft, wo du, von allem Verderben und Elend erlöst, verklärt vor seinem Throne stehst. O, ich beschwöre dich, fasse diesen köstlichen Gedanken recht zu Herzen: vollkommen gemacht in Christo! Denn du bist „vollkommen in Ihm“.

„Christi Blut und Gerechtigkeit,
Das sei dein Schmuck und Ehrenkleid;
Damit kannst du vor Gott besteh‘n,
Wenn du zum Himmel wirst eingeh‘n.“

„Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns.“ Christ, lass dein Herz guter Dinge sein, denn du bist „angenehm gemacht in dem Geliebten“, was hast du noch zu fürchten? Dein Antlitz strahle von Glück; lebe bei deinem Meister; wandle in den Vorstädten des himmlischen Jerusalem; denn bald kommt deine Zeit, und dann wirst du dich erheben dahin, wo dein Jesus thront, und wirst herrschen zu seiner Rechten, gleichwie Er empfangen hat und ist gesessen zur Rechten des Vaters; und das alles darum, dass Er der göttliche Meister, „der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht ist, auf dass wir würden in Ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.“ (Charles Haddon Spurgeon)

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nt/47/2._korinther_5_21.txt · Zuletzt geändert: von aj
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