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1. Korinther 5,6

1. Korinther 5,6

Andachten

Euer Ruhm ist nicht fein.
Wie Israel das Osterlamm mit bitteren Kräutern essen musste, um dadurch an die Schmach und das Elend der ägyptischen Knechtschaft erinnert zu werden, aus welcher sie errettet waren, und an der Größe des ausgestandenen Elendes die Größe der empfangenen Gnade zu ermessen, so mischt auch der Apostel in die frohe Osterbotschaft ein bitteres Kraut hinein, indem er schreibt: „euer Ruhm ist nicht fein“. Er hat zwar hier eine besondere Sünde im Sinne, deren die Gemeinde zu Korinth sich schuldig gemacht hatte, weil sie der Zucht vergaß und ein grobes Ärgernis in ihrer Mitte duldete; aber sein Wort trifft doch nicht minder jede Gemeinde, wie das Gewissen eines jeden einzelnen. Denn so fein und löblich der Ruhm eines guten Gewissens wäre, der uns vor dem HErrn darstellte als reines und heiliges Volk, so wird doch niemand sein, der diesen Ruhm in der Tat und Wahrheit verdiente, und wir können Gott nur ein angenehmes Lobopfer darbringen auf dem Grunde aufrichtiger Reue und Buße, die bei der Verkündigung der großen Erlösungstaten Gottes sich auch nicht weigert, die Strafe anzunehmen. Wie Johannes vor Christo hergeht, wie neben dem offenen Grabe Christi das Kreuz steht, so geht auch neben dem Evangelio das Gesetz her, und wir können alle Freudenbotschaft des Evangeliums nicht mit Freuden hören, wenn wir der ernsten Mahnung des Gesetzes unser Ohr verschließen. Lasst es uns alle annehmen, wenn uns unser eigener Ruhm zunichte gemacht wird, es ist Wahrheit; und es ist heilsame Wahrheit, denn sie macht unsere Augen heller und unsere Herzen williger, auf die Heiligung bedacht zu sein.

O HErr JEsu, wir preisen Dich, dass Du den ganzen Rat Deines Vaters vollendet hast, dass Du um unserer Sünde willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen aus dem Tode erstanden bist. Schenke uns einen hellen Glaubensblick in die Schätze, die Du uns durch Dein Leiden und Sterben erworben hast, lass uns Deiner Auferstehung und unseres Todes froh werden und erfülle uns mit der fröhlichen Hoffnung, dass wir entgegengehen der Auferstehung der Toten. Erwecke uns von dem Todesschlaf der Sünde, dass wir den alten Menschen mit allen seinen bösen Lüsten je mehr und mehr kreuzigen und töten und hinfort mit Dir in einem neuen Leben wandeln, bis wir endlich an dem Tage der Auferstehung der Gerechten eingehen werden in die ewige Herrlichkeit. Amen.(Hermann Haccius)


Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert?
Der Sauerteig ist ein treffendes Gleichnis der Sünde, welche von Adams Falle her die menschliche Natur durchsäuert und verdorben hat, so dass sie von sich selber nie wieder rein und heilig werden kann, gleichwie der Sauerteig nie wieder ein Süßteig wird. Durch Christum aber wird ein neuer Mensch in uns geboren, der rein und heilig ist. Der Geist Gottes, der ihn gezeugt hat, lässt ihn auch wachsen und führt ihm durch die Gnadenmittel immer neue Lebenskräfte zu. Jetzt ist er zwar verborgen in dem Herzen; einst aber wird er auf der neuen Erde erscheinen und sich in dem vollen Glanze des ursprünglichen göttlichen Lebens offenbaren. Diesen neuen Menschen in uns vor der Sünde zu bewahren und darum unablässig wider die Sünde zu streiten und sie zu töten, das ist die Aufgabe unseres ganzen Lebens. Denn wie ein wenig Sauerteig genügt, um den ganzen Teig zu durchsäuern, so ist auch eine Sünde genug, um den ganzen inwendigen Menschen zu verderben. Das gilt von dem einzelnen Menschen, wie von der ganzen Gemeinde, und darum sollen wir nicht bloß wider die eigene Sünde streiten, sondern auch wider die Ärgernisse, die in der Gemeinde sind. Das Böse hat immer eine gefährliche Ansteckungskraft, und wo es geduldet wird, da zeigt sich alsbald der Schaden. Der heilige Hass gegen das Arge stumpft sich ab, und man gewöhnt sich, es ohne Unwillen zu sehen; das Urteil über das, was recht und gut ist, trübt sich, das Gewissen schläft ein, und die böse Lust erstarkt. So entschwinden die guten Sitten, einer nach dem andern wird von dem Verderben ergriffen, und es währt nicht lange, so ist der ganze Teig durchsäuert.

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, dass Du durch Deine Auferstehung als ein siegreicher Held Sünde und Tod überwunden und uns die Gerechtigkeit vor Gott und den Trost einer fröhlichen Auferstehung erworben hast. Wir bitten Dich auch, Du wollest uns durch die Kraft des Heiligen Geistes helfen, den alten Sauerteig auszufegen, einen guten Kampf zu kämpfen und unsern Lauf selig zu vollenden. Erleuchte und heilige uns, dass wir der Sünde täglich absterben und einzig Dir leben und dienen, bis wir Dein Antlitz schauen werden in Gerechtigkeit. Amen.(Hermann Haccius)

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