1. Korinther 2,10
Andachten
Der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit.
Paulus beweist 1 Kor. 2. die Wichtigkeit des Evangeliums so, dass er sagt, es handle von Dingen, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört habe, und die in keines Menschen Herz gekommen seien, die aber Gott offenbart habe durch Seinen Geist. Von diesem Geist nun sagt er: Er erforsche alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit, folglich habe Er den himmlischen Rat Gottes von unserer Seligkeit, welchen er V. 7. eine verborgene Weisheit Gottes nennt, die auch nach ihrer Entdeckung in ein Geheimnis eingehüllt sei, den Menschen, die Er auch ganz kenne, offenbaren können. Er erläutert solches hernach durch das Beispiel eines Menschen der einen Geist habe und sagt: welcher Mensch weiß, was im (andern) Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß Niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. In dieser Lehre Pauli sind folgende Wahrheiten enthalten: 1) Gleichwie in einem jeden Menschen viele geheime Gedanken, Anschläge und Begierden sind, die Niemand weiß, als sein eigener Geist, also ist auch Vieles in Gott, das man eine verborgene Weisheit nennen kann, ja es sind Tiefen in der Gottheit, welche Niemand erforschen noch wissen kann, als der Geist Gottes. 2) Gleichwie aber der Geist des Menschen seine Gedanken, Anschläge und Begierden durch Worte entdecken kann, also hat auch Gott durch Seinen Geist Seine verborgene Weisheit oder Seine Tiefen geoffenbart, so viel den Menschen nötig ist. Dieser Geist hat die Worte gelehrt, mit welchen jener weise Rat Gottes von den Menschen gelehrt, V. 13., folglich auch gedacht werden soll. 3) Gleichwie der Geist, der in dem Menschen ist, eine menschliche Natur hat, also hat auch der Geist Gottes eine göttliche Natur, und es wäre sehr töricht, wenn Jemand denken wollte, Gottes Geist habe ein geringeres Wesen als das göttliche ist. 4) Der Geist des Menschen ist in dem Menschen, er ist sich alles dessen bewusst, was in dem Menschen ist, und sieht es als sein Eigenes an, weil er zum Wesen des Menschen gehört: also ist der Geist Gottes nicht als ein Geschöpf außer Gott. Er ist nicht in demjenigen Verstand der Geist Gottes, wie erschaffene Dinge Gottes sind, sondern Er ist der göttliche Geist, der die Tiefen Gottes als Seine Tiefen erforscht, und die Weisheit Gottes als Seine Weisheit offenbart. 5) Paulus unterscheidet aber doch den Menschen und den Geist des Menschen; da dann das Wort Mensch alles dasjenige in dem menschlichen Wesen bedeutet, was nicht Geist ist. Also ist auch der Geist Gottes von Gott unterschieden, da dann das Wort Gott dasjenige in dem göttlichen Wesen bedeutet, das nicht der Heilige Geist ist, nämlich den Vater und den Sohn. Gleichwie aber der Mensch und sein Geist das ganze menschliche Wesen ausmachen, also sind der Vater und der Sohn und der Heilige Geist das ganze göttliche Wesen, oder die ganze Fülle der Gottheit. 6) Das Wort erforschen darf hier Niemand anstößig sein, denn es wird auch Ps. 139,1 23. von Gott gebraucht, und bedeutet die Erkenntnis dessen, das Anderen verborgen ist. Der Geist Gottes erforscht auch alle Dinge, die außer Gott sind, insofern sie zukünftig sind, und viel Verborgenes in sich haben. Nun der ewige und allwissende Geist Gottes mache mich tüchtig, dasjenige, was Er den Propheten und Aposteln geoffenbart, folglich aus den Tiefen der Gottheit zum Heil der Menschen herausgegeben hat, zu verstehen, zu glauben und zu genießen. (Magnus Friedrich Roos)