1. Korinther 11,32

Andachten

Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden.
Irdische Väter züchtigen ihre Kinder, indem sie deren Leiber hauen, der Vater der Geister aber züchtigt den inwendigen Menschen. Und das gibt Schmerz. Doch, indem er also stäupt mit unbarmherziger Stäupe, zeiget er dabei keineswegs, dass dies ein ewiger Zorn sei, sondern bloß eine göttliche Ungnade, ein Verbergen des Angesichts in einem Augenblick des Zorns, wogegen er sich mit ewiger Gnade erbarmen will. Jes. 54, 8. Jedoch kann der Heilige Geist fortfahren, die Seele sogar mit dem ewigen Zorn zu bedrohen, besonders wenn sie den Herrn mit Sünden und einem leichtsinnigen Wandel beleidigt, und noch wohl gar trotzig und unhandelbar dabei geworden ist, und sich nicht sagen lässt. Damit sie nicht auf diesem Wege fortgehe, sucht der Hirt sie mit dem Stab Wehe heim, und insinuiert ihr Drohungen, wie die sind: So ihr nach dem Fleische lebt, werdet ihr sterben müssen, so ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Dahin gehören auch die warnenden Exempel derer, welche um ihrer beharrlichen Sünden willen von Gott verworfen wurden - das ganze jüdische Volk in ihrem Maße sogar Miriam, Moses, Aaron, der Apostel die Hebräer und Korinther, obschon sie Gläubige waren, darauf verweist. Wenn aber die Seele in ihrer Angst denkt: also wird dir's auch gehen, so ist das nicht gründlich geurteilt, und folgt noch nicht daraus. (Gottfried Daniel Krummacher)

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