Römer 8,22
Andachten
Denn wir wissen, dass alles Geschöpf mit uns seufzt und sich schmerzlich ängstet bis auf jetzt.
Hier erfahren wir etwas Neues. Der Apostel sagt uns, dass die Geschöpfe mit den Kindern Gottes in einer gewissen Verbindung stehen, sie warten auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Das will sagen: Auf die Verherrlichung der Söhne Gottes, also auf die erste Auferstehung warten die Geschöpfe. Das überrascht uns. Und weil diese große Sache solange auf sich warten lässt, so seufzt das Geschöpf. O, wer ein Herz und ein offenes Ohr für dieses Seufzen hat, der wird sich seiner Jüngeraufgabe bewusst. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, er steht da als Haupt des Geschaffenen. Darum zog er die Schöpfung hinein in seinen Fall. Das Geschöpf ist nicht freiwillig in seine schwere Lage gekommen, der Mensch trägt die Schuld. Wir haben also ein böses Gewissen, wenn wir die Geschöpfe so leiden sehen; denn wir müssen uns sagen: das ist auch deine Mitverschuldung. Wie ganz anders betrachten wir doch die Tiere, wenn wir unserer Schuld bewusst sind! Zuerst muss nun der Mensch erlöst sein, dann erst kann auch für das Geschöpf die Stunde der Erlösung schlagen. Wird das Hauptglied der Schöpfung vollendet, so kann der übrige Teil nicht zurückbleiben. Darum also wartet das Geschöpf auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Bis zur Vollendung der Kinder Gottes muss die Kreatur seufzen. Heute weihe dich deinem Herrn mit besonderem Ernst. Lass Ihn in dir Raum gewinnen. O, wie wird's sein, wenn Jesu Gemeinde verklärt ist und einst auch die ganze Kreatur frei sein wird von Leid und Schmerz und Tod! (Markus Hauser)