Römer 6,11
Andachten
Also auch ihr, haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid, und lebt Gott in Christo Jesu unsrem Herrn. So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten.
O mein Christ, fasse die Sünde nie an, außer du hast den Fechthandschuh an deiner Hand; komm ihr nie nahe mit dem sanften Händedruck der Freundschaft; sprich nie in schonenden Ausdrücken von ihr, sondern hasse sie immer und in jeder Gestalt. Wenn sie als ein kleines Füchslein kommt, so pass wohl auf, denn sie wird deinen Weinberg verderben. Ob sie auf dich losstürzt wie ein brüllender Löwe, der sucht, welchen er verschlinge, oder ob sie sich dir nähert in anmutiger Gestalt, mit freundlichem Gesicht, und dich durch heuchlerische Liebe in ihre Netze zu locken sucht, hüte dich! Ihre Umarmung ist Tod, ihr Kuss Verderben. Du musst mit jeder Art von Sünde kämpfen: mit den Sünden der Lippen, der Hände, des Herzens. Sei sie noch so sehr vergoldet durch Gewinn, oder übermalt mit dem Schein der Tugend, oder umschmeichelt von den Großen der Erde, oder beliebt bei der Menge - du musst sie hassen überall, in jeder Verkleidung, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Du darfst keine einzige Sünde verschonen, du musst gegen alle einen unerbittlichen, schonungslosen Vernichtungskrieg führen. (Charles Haddon Spurgeon)
Also auch ihr, haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid, und lebt Gott in Christo Jesu unserm Herrn.
Ihr seid samt Christo auferstanden - heißt mit andern, uns geläufigeren Worten ungefähr so viel als: Durch die Auferstehung Christi ist euch eine vollkommene Rechtfertigung und Heiligung rechtlich von Gott zuerkannt, und vor ihm war's bei der Auferweckung Christi so gut, als ob ihr mit auferweckt wäret. Darum sagt auch der Apostel anderswo: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja was mehr ist, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Er legt demnach ein größeres Gewicht auf seine Auferstehung als auf seinen Tod, weil durch jene erst die herrliche Wirkung des Todes Jesu offenbart wurde. Seht demnach die heilbringenden Früchte, welche für uns aus der Gemeinschaft mit Christo erwachsen, vermöge welcher wir in Christo von Gott als solche gerechnet und angesehen werden, die gekreuzigt und gestorben sind, als er am Kreuze starb, folglich ihre verdiente Strafe ausgestanden haben; die aber auch auferstanden sind, als er auferstand, und in ihm in ein neues, herrliches und seliges Wesen versetzt wurden. Beides bezeichnet und befestigt die heilige Taufe. Ist das Erste, das Gekreuzigtwerden und Sterben mit Christo, schmerzhaft, ängstlich, beschwerlich: so ist das Andere, das Auferweckt- und Lebendiggemachtwerden mit ihm, etwas Erfreuliches und Erquickendes. Die Freude am Herrn ist aber auch zugleich unsere Stärke, und wenn du mich tröstest, so laufe ich den Weg deiner Gebote. - Kennt ihr denn Beides aus eigner Erfahrung, das Sterben mit Christo und das Lebendigwerden mit ihm, dann seid ihr wirklich getauft, dann habt ihr wirklich Karfreitag und Ostern gefeiert; wo nicht, so seid ihr noch Heiden in der Vorhaut eures Fleisches, tot in Sünden, möchtet ihr auch allenfalls eine äußere Sittlichkeit haben; heißt Christen, ohne doch mit Christo Gemeinschaft zu haben. (Gottfried Daniel Krummacher)