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Römer 3,21

Römer 3,21

Andachten

Nun aber ist Gottes Gerechtigkeit geoffenbart, nämlich Gottes Gerechtigkeit durch den Glauben an Jesus Christus für alle Glaubenden.
Uns, die wie Jesus kennen, sagt Paulus, ist Gottes Gerechtigkeit sichtbar geworden. Die Natur zeigt sie mir noch nicht. Denn sie spendet ihre Gaben freigebig den Guten und den Bösen und das ihr eingepflanzte Gesetz des Sterbens rafft die Gerechten und die Ungerechten weg. Auch im Verlauf der menschlichen Geschichte ist Gottes Gerechtigkeit noch nicht sichtbar. Sie zeigt nur mit erschütternder Deutlichkeit, dass Gott dem Bösen widersteht und den Menschen an seiner Bosheit verderben lässt, und zeigt ebenso deutlich Gottes Langmut und Geduld, die die Sünde übersieht und ihren Täter durch Güte zur Umkehr bewegt. Auch das Gesetz bringt die Gerechtigkeit noch nicht zustande. Es fordert sie, macht sie mir unentbehrlich und schafft den Hunger und Durst nach ihr; aber es gibt sie mir nicht. Solange Gott nur durch sein Gebot zu mir spricht, bleibt mir seine Gerechtigkeit noch verhüllt. Sie ist größer als der Zorn, an dem wir verderben, und größer als die Geduld, die die Strafe aufschiebt und auf uns wartet, und größer als das Gesetz, das sie von uns fordert. Erst dann ist sie sichtbar geworden, wenn der Bosheit das Ende bereitet ist und ich in das wahrheitsgemäße Verhältnis zu Gott gebracht bin. Gibt es das überhaupt an unserem irdischen Ort? Wo hat Gott seine Gerechtigkeit für mich und alle sichtbar gemacht in wirksamer Tat? Sieh auf Jesus, antwortet Paulus, sieh auf sein Kreuz. Dort ist das Böse beseitigt und die Schuld abgetan und du kommst an den dir gebührenden Platz, bei dem Gott Gott und du Mensch, Mensch bleibst. Nun hat das Verhältnis zwischen Gott und mir die richtige Gestalt. Gott spricht das wirksame Nein, an dem meine Sünde und Schuld vergeht, und das wirksame Ja, das aus mir das macht, was ich sein soll, einen Glaubenden. So wird das böse nicht entschuldigt, sondern gerichtet, nicht mächtig gemacht, sondern abgetan und Gott wird für mich der Gebende und ich das, was ich sein soll, der Empfangende. Nun hat Gott die Herrlichkeit und ich habe das Leben. So hat Gott seine Gerechtigkeit offenbar gemacht.
Alles bleibt an mir krumm, unwahr und ungerecht, bis du mich zurecht bringst, und alles kommt zurecht, weil du mich in den Glauben stellst. Nun sehe ich auf dein Gericht und murre nicht und empfange dein Vergeben und mache keine Erlaubnis zum Bösen daraus und empfange deine Erkenntnis und bereite mir aus ihr keinen Ruhm und empfange deine Leitung und tue mein Werk nach deinem Willen. O du Geber der Gerechtigkeit, du bist die Sonne des Heils. Amen. (Adolf Schlatter)


Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, geoffenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten.
Ich selber war von einem furchtbaren Gefühl der Schuld darnieder gebeugt, das mein Leben elend machte; aber als ich das Wort hörte: „Blickt auf Mich, so werdet ihr selig, alle Enden der Erde; denn Ich bin Gott, und keiner mehr“ (Jes. 45, 22), da blickte ich auf Ihn, und in einem Augenblick machte der HErr mich gerecht. Jesus Christus, für mich zur Sünde gemacht, war es, was ich sah, und dieser Anblick gab mir Ruhe. Wenn die, welche von den feurigen Schlangen in der Wüste gebissen waren, die eherne Schlange anblickten, so wurden sie sogleich geheilt, und ich wurde es auch, als ich auf den gekreuzigten Heiland blickte. Der Heilige Geist, der mir die Kraft verlieh, zu glauben, gab mir auch Frieden durch den Glauben. Ich fühlte mich der Vergebung so sicher, wie ich mich vorher der Verdammung sicher gefühlt hatte. Das Wort des HErrn in der Schrift sagt: „Wer an Mich glaubt, wird nicht verdammt,“ und mein Gewissen bezeugt, dass ich geglaubt habe und dass Gott gerecht ist, indem er mir vergibt. O, wie ich wünsche, dass der Leser das Zeugnis Gottes in dieser Sache annehmen möge, dann würde er bald genug auch das Zeugnis in sich selber haben! Amen. (Charles Haddon Spurgeon)


Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die da glauben.
Wenn du gelernt hast, dem Herrn Jesu zu glauben und von ihm die Seligkeit aus Gnaden anzunehmen, so halte das für immer fest und lebe danach. Jesus sei dir alles in allem und die freie Gnade sei die Nichtschnur deines Lebens. Wenn wir alles als ein freies Geschenk annehmen, so bewahrt uns das vor selbstgerechtem Stolz und vor selbstanklagender Verzweiflung. Das Herz wird warm von dankbarer Liebe und die Gemütsverfassung, die so entsteht, ist Gott viel wohlgefälliger als eine solche, die durch sklavische Furcht erzeugt wird. Die, welche meinen, sie können durch möglichst große eigene Anstrengungen gerettet werden, wissen nichts von der heiligen Glut, der anbetenden Freude an Gott, die aus der durch Gottes freie Gnade geschenkten Seligkeit fließt. Der knechtische Gesetzessinn kann's mit dem freudigen Geist der Kindschaft nicht aufnehmen. Es ist mehr wirkliche Kraft in der leisesten Regung des Glaubens als in all den Anstrengungen der Gesetzesknechte oder in dem langweiligen, mechanischen Gottesdienst derer, die durch äußere Zeremonien in den Himmel kommen möchten. Man kann jahrelang in die Kirche gehen und den Gottesdienst mitmachen, aber man tut es nur gewohnheitsmäßig und es ist darum ein Frevel vor Gott, während ein Blick des Glaubens genügt, um Gott zu finden und ihm zu gefallen. „Der Vater will haben, die ihn also anbeten.“ Trachte, dass deine Religion geistlich sei; dann wird das andre von selbst folgen. (Charles Haddon Spurgeon)

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