Römer 15,12
Andachten
Und abermals spricht Jesaias: „Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“
Eine Herde und Ein Hirt (Joh. 10, 16), das ist das Ziel der Wege Gottes mit seiner Menschheit. Für die Zeit vor Christo gilt die Klage des Jesaias: Wir gingen alle in der Irre wie Schafe (Jes. 53, 6); es fehlte dem Volke Gottes der rechte Hirte Christus. Und die Völker der Heiden gingen vollends auf den Wegen der Sünde und des Irrtums in der Nacht ihrer Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit dahin, bis über ihnen in Christo das Licht aufgegangen ist. Christus ist die Wurzel Jesses, aus dem Hause und Geschlechte Isais ist er nach seiner menschlichen Geburt hervorgegangen, als Hirt und Heiland Israels, der aber auch die verlorenen Schafe der Heidenwelt unter seinen Hirtenstab sammeln will. Er wird herrschen über die Heiden, so weissagt Jesaias, er wird sie aus der Gewalt des Fürsten der Finsternis, der in ihnen sein Werk treibt, befreien und sie durch Glauben und Taufe in sein Reich aufnehmen, dass sie unter ihm leben und ihm dienen. Des Jesaias Weissagungswort hat angefangen sich zu erfüllen, als der Herr Jesus vor seiner Himmelfahrt den Jüngern den königlichen Befehl gab: „Geht hin in alle Welt und lehrt alle Völker“, und seine Boten in Kraft dieses Wortes zu den Heiden zogen und bald das verachtete Kreuzeszeichen zum Sieges- und Ehrenzeichen ward und die Götzentempel leer wurden und zerfielen und die Gotteshäuser sich erhoben und mit Anbetern Gottes im Geist und in der Wahrheit sich füllten. Seitdem hat dieses Herrschen Jesu unter den Heiden nicht aufgehört und wird nicht aufhören, bis sich aller Kniee ihm gebeugt haben. Er herrschet heute noch unter den Heiden, er feiert heute noch seine Siege über die Macht des Teufels in der Heidenwelt, wie uns dies das Werk der Mission so tröstlich und ermutigend zeigt. Wie kommt es aber, dass Christus über die Heiden also herrschen kann? Er ist's, der auch ihrer armen Seelen Hoffen und Sehnen stillt. Auf den werden die Heiden hoffen, weissagt Jesaias von ihm. Denn er allein ist's, der das Menschenherz mit seinem Hoffen und Verlangen zur Ruhe bringen kann. (unbekannt)