Apostelgeschichte 7,1
Andachten
Allgütiger Vater, Gott aller Hoffnung und alles Trostes, verleihe mir in allen Widerwärtigkeiten, die mich im Leben, insbesondere im Bekenntnis des Glaubens, treffen, den lebendig machenden Trost und die wahre Beruhigung der Seele. Eitel und vergeblich ist aller Trost der Welt; in Dir allein liegt die Stärke und Stütze meiner Seele. Es drückt mich die Last von mancherlei Unglück; aber durch Dein innerliches Zureden und Deinen Trost wird sie leichter gemacht. Keine Kreatur wird mich so traurig machen können, dass Du nicht vielmehr durch den Geist der Freude mich aufheitern könntest. Es bedrängt mich die Hitze von mancherlei Anfechtungen; aber das Kosten Deiner Süßigkeit gewährt mir eine angenehme Labung. Es träufeln aus den Augen die Tränenströme; aber Deine allgütige Hand wischt sie ab. Wie Du dem Stephanus mitten unter den Steinwürfen Dein freundliches Antlitz anzuschauen gabst, so wollest Du mir Elenden in allen Widerwärtigkeiten Deinen Trost zu genießen geben. Wie Du im traurigsten Todeskampf Deinem Sohne einen Engel zum Tröster sandtest, so wollest Du mir in jeder meiner Traurigkeit Deinen Geist zur Unterstützung senden. Ohne Deine Stärke falle ich unter die Last des Kreuzes hin. Vertilge in mir die Liebe zur Welt und zu den Kreaturen, denn wer diesen anhanget, wird niemals der wahren und ungetrübten Ruhe teilhaftig werden, denn alles Irdische ist dem beständigen Wechsel der Veränderung unterworfen. Sollte aber eine dürftige und schwache Kreatur die Ruhe der Seele stören können, welche ich in Dir, meinem Vater und Erlöser, gewiss und unbeweglich besitze? Sollten die Fluten der Welt, jenes unruhigsten Meeres, den Felsen meines Herzens erschüttern können, den ich in Dir, dem höchsten und unveränderlichen Gute, unbeweglich fest habe? Ja, Dein Friede übertrifft alle Erkenntnis; derselbe wird auch den Angriff aller Widerwärtigkeiten überwinden. Um diesen inneren Frieden bitte ich Dich, allgütiger Vater, mit demütigem Seufzen, und wenn einst meine Todesstunde kommt, um den offenen Himmel über mir, um die Bitte: „Herr Jesu, nimm meinen Geist auf,“ in mir, und um das Amen Deiner Erhörung vor mir. Amen. (Friedrich Arndt)