Apostelgeschichte 14,20
Andachten
Da ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Und auf den andern Tag ging er aus mit Barnabas gen Derben, und predigten derselben Stadt das Evangelium und unterwiesen ihrer viele, und zogen wieder gen Lystra, Iconien und Antiochien, stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, dass sie im Glauben blieben, und dass wir durch viele Trübsal müssen ins Reich Gottes gehen.
Welch' eine Stärkung für die jungen Gemeinden, wenn ein Gesteinigter ihnen verkündigte, dass wir durch viel Trübsal müssten ins Reich Gottes gehen. Das mochte wohl ergreifend und erfasslich sein! da hatten sie es vor Augen, dass dieser Welt Leiden nicht wert sei der zukünftigen Herrlichkeit, und hoch auf mochten die Herzen schlagen bei dem Gedenken und Hoffen dieser Allen verheißenen Herrlichkeit. So hat es sich in Wahrheit erfüllt, dass die Füße der Boten lieblich, die da Gutes predigen und Heil verkündigen. Wir armen, jetzt lebenden Boten und Prediger fühlen uns dabei so geringe, so unwürdig und ungeschickt zum Ermahnen und Trösten, die wir in der Stille und im guten Frieden des Amtes warten dürfen. Aber haben wir nicht Teil an der großen Vergangenheit? St. Paulus gehört der Gemeinde Jesu Christi für alle Zeiten und wir gehören samt ihm zur Gemeinschaft der Heiligen. So sollen wir auch ebenso wohl als jene Gemeinden in Lystra, Iconien und Antiochien uns die Seelen stärken lassen durch solches Wort: dass wir durch viel Trübsal müssen ins Reich Gottes gehen; und sein großes Exempel, als eines Gesteinigten, soll daneben stehen, dass wir uns schämen, wenn wir bei jedem Nadelstich aufschreien. Wir haben eine Wolfe von Zeugen! des wollen wir eingedenk sein! dass wir sehen auf unsere Lehrer und ihrem Vorbilde nachfolgen, stark zu werden im Geist, und viel höher achtend die zukünftige Herrlichkeit als die Trübsal dieser Zeit! (Nikolaus Fries)