Apostelgeschichte 14,1
Andachten
Nachdem Paulus jämmerlich mit Schlägen war zugerichtet worden, dass man ihn für tot hielt, und zwar nicht lange nach der unnatürlichen Vergötterung, stand er auf und ging mit Barnabas in die Stadt Derben, und predigte daselbst das Evangelium mit dem Vermelden, dass man durch viel Trübsal ins Reich Gottes eingehen müsse. Gott hat einmal diese Ordnung gemacht: durch Leiden zur Freude; dabei bleibt es, und um meinetwillen ändert sie Gott gewiss nicht. Weil es aber also von Dir verordnet ist, o Gott, so gib Gnade, dass ich mich auch gern darein schicke, damit es nicht ein gezwungenes Muss, sondern ein freiwilliges Wollen sei. ich klage Dir mein verzärteltes Fleisch und Blut, welches einen so großen Widerwillen gegen die Trübsale hat; vergib mir, lieber Heiland, um Deines bitteren Leidens willen, und bereite mein Herz, wie mit einem willigen Geiste, so mit genugsamer Stärke und Kraft, alle Trübsale anzutreten und zu überstehen! Du bist mir ja selbst mit Deinem gesegneten Beispiele vorangegangen; ergreife mich, dass ich Dir in Deinen blutigen Fußtapfen mit Geduld, Verleugnung, Gehorsam, Glauben und Hoffnung nachfolge. Der erste Eintritt in Dein gnadenreich hat es mir gleich im Voraus gesagt, ich müsste das Kreuz auf mich nehmen und Dir nachfolgen; dazu habe ich mich auch verpflichtet in der heiligen Taufe, als worin ich unter Deiner Blutfahne geschworen. Wenn mir nun aber dies Gelübde in der wirklichen Übung will zu schwer werden, und ich vor den drei Glaubensartikeln des inwendigen Menschen: Selbstverleugnung, Kreuzesübernahme und Nachfolge Jesu, zurückbebe, so richte mir Augen, Herz und Gedanken nur nach Deinem himmlischen Reiche, wo alle Trübsale nicht nur ein Ende haben sollen, sondern in ewige Freude und Seligkeit werden verwandelt werden. Dahin verhilf mir um Deiner selbst willen. Amen. (Friedrich Arndt)
Es geschah aber zu Iconien, - dass eine große Menge der Juden und Griechen gläubig ward. Die ungläubigen Juden aber erweckten und entrüsteten die Seelen der Heiden wider die Brüder. So hatten sie nun ihr Wesen daselbst eine lange Zeit, und lehrten frei in dem Herrn, welcher bezeugte das Wort seiner Gnade, und ließ Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände. Die Menge aber der Stadt spaltete sich.
„Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden, und was wollte ich, es brennte schon!“ so der Herr Jesus. Und nun brennt das Feuer. Hier in Iconien brennt es ganz luftig. Die Ungläubigen verbrennen sich dran, und die Gläubigen wärmen und freuen sich dran. Der Herr aber in der Höhe ist größer denn das Alles. Die Juden erwecken und entrüsten die Heiden wider die Apostel und die Menge spaltet sich, aber die Jünger haben dabei ihr Wesen lange Zeit in der Stadt, lehren frei in dem Herrn, welcher sich zu dem Worte seiner Gnade bezeugt, indem Er Zeichen und Wunder geschehen lässt durch ihre Hände. Nicht eher darf die Feindschaft losbrechen, als bis es ihm gefällt, keine Stunde früher oder später. Es steht Alles in Seinen Händen. Wenn wir das doch festhalten wollten zu diesen letztbetrübten Zeiten, wie viel ruhiger und unangefochtener würden wir unsern Lauf vollenden. Wozu all das Ängsten und Grämen vor den Dingen die da kommen können? kein Haar darf uns gekrümmt werden ohne Seinen Willen. Wozu all' das Sorgen um den andern Morgen, Er hat's ja längst versorgt und versehen! Die Jünger damals sorgten nur, dass das Wort Seiner Gnade ausgebreitet werde; lebten dabei wie die Drei im Feuerofen, oder wie auf vulkanischem Boden; die Hölle brodelte unter ihnen. Sie aber waren dabei wie die Kinder in eines reichen Vaters Haus, nahmen von Seinem Tische Alles, dessen sie bedurften, ja empfingen noch Extra-Gaben an Zeichen und Wundern. Welch' ein glückseliger Zustand! wenn wir doch viel weniger sorgen wollten um die Not und Plage dieser Zeit, und viel mehr sorgen, dass das Wort Seiner Gnade liefe! wer weiß, ob wir nicht auch einmal Extra-Gaben bekämen?! (Nikolaus Fries)