Apostelgeschichte 10,43

Andachten

Von diesem zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.
Das ist tief bedeutsam und wohl zu beachten. Sobald das holdselige Wort von der Vergebung der Sünden ausgesprochen wird, da ist es alsogleich, als täte sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fällt auf Alle, die dem Wort zuhören. Die vorangehende Predigt von Jesu, von Seinem Leben, Leiden, Sterben, Auferstehen und Gericht hat die Gemüter so gewaltig ergriffen und erschüttert, dass sie entzündlich geworden sind, und es bedarf nur eines Funkens von oben, da stehen sie in hellen Flammen! Dieser Funke kommt mit dem Worte von der Vergebung. Es ist dasselbe Feuer, das man am Pfingsttage sah an den Gläubigen, wie Feuer-Zungen, als wären sie zerteilt. So damals, so immerdar! - Nur wo die Predigt von Jesu die Herzen glühend gemacht hat, und nun das Wort von der Vergebung hineinfällt, wie ein Funken, nur da kommt der Geist Gottes, und die Flamme steigt himmelan. Klagst Du etwa darüber, dass Du kalt und geistlos seist, ohne Kraft und Inbrunst; so müssen wir Dich dagegen fragen: wie steht es mit Deinem Verlangen nach Vergebung der Sünden? Hier steckt eine große Gefahr, auch für die Erweckten. Mancher denkt leicht: Vergebung hab' ich längst empfangen, ich befinde mich ja im Gnadenstande; ich habe Gott zum Freunde. Ist's auch gewiss? Sünde ist wie Unkraut, hat zähe Wurzeln, und wenn nicht die letzte Faser ausgerissen ist, wächst sie heimlich weiter, vielleicht ganz im Verborgenen, aber sie ist doch da; und wer da steht, sehe wohl zu, dass er nicht falle. Vergebung der Sünden muss unser täglich Brot sein, sonst ist's verkehrt, und nur wo Vergebung der Sünden, da fällt auch der Heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhören. (Nikolaus Fries)


Von diesem (Jesus) zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.
Da steckt es, da liegt es, da bleibt es. Wer diesen Mann, der da heißt Jesus Christus, Gottes Sohn, den wir Christen predigen, nicht recht und rein hat noch haben will, der lasse die Biblia zufrieden, das rate ich; er stößt sich gewiss und wird, je mehr er studiert, je blinder und toller, er sei Jude, Tartar, Türke, Christ oder wie er sich rühmen will. Wo man diese Predigt von Christo nicht annehmen will, da muss eitel Sünde und Verdammnis bleiben; ja es wird alsdann solcher Unglaube die rechte Hauptsünde. Denn wo der Glaube an Christum da wäre, so würden die Sünden alle vergeben; aber nun sie diesen Heiland nicht wollen annehmen durch Glauben, so werden sie billig in ihren Sünden verdammt und hilft ihnen nichts, dass sie viel Werke des Gesetzes und äußerliche Gottesdienst tun und nach der Vernunft urteilen: wie sie mit Werken gesündigt, so wollen sie mit Werken bezahlen oder Sünde ablegen und Gottes Gnade verdienen. Denn wer Gott in Christo nicht erkennt, der kann sich nichts Gutes zu Ihm versehen, noch von Herzen Ihn anrufen, noch sein Wort ehren, sondern hänget an des Teufels Lügen, verfolget und lästert die rechte Lehre und fährt fort in Verstockung und Trotz. (Martin Luther.)

Predigten

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