Johannes 9,3
Andachten
Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern dass die Werke Gottes offenbar würden an ihm.
Die Antwort gilt nicht bloß von der Offenbarung der Gotteskraft Jesu an jenem Blindgebornen, sondern von jedem Leiden, mit dem ein Mensch heimgesucht wird. Wenn ein Mensch um bestimmter Sünden willen innerlich oder äußerlich mit großer Trübsal geschlagen wird, so offenbart sich zuerst die Heiligkeit des Gottes, dem kein gottloses Wesen gefällt, Wenn aber solche Strafe ihr Ziel erreicht, und der Sünder in Reue und Glauben Gottes Angesicht gesucht hat, dann offenbart sich seine herrliche Barmherzigkeit. Denn wodurch erscheint die Macht des Evangeliums in ihrer größten Herrlichkeit? Dadurch, dass es auch das größte menschliche Elend mit der Freude und Seligkeit der Kinder Gottes durchleuchten und verklären kann. Wir haben manchen Krüppel gekannt, der an Krücken ging, oder sein Bett gar nicht verlassen konnte, und dabei doch der seligste Mensch war. Aus der armen baufälligen Hütte leuchtete ein helles Glaubenslicht. Wir haben Lahme gekannt, die Gott für ihre gebrechlichen Füße dankten, weil sie mit denselben der Sünde nicht hätten nachlaufen können und dadurch in stetem Umgange mit Gott geblieben seien. Es hat Blinde gegeben, die innerlich sehend geworden waren und Gott dafür priesen, dass sie in ihrem Leiden weniger durch Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen verlockt werden könnten. Und wer kann die Krankenbetten zählen, die das Evangelium zu Schulen für den Himmel gemacht hat.
Auch an uns willst du deine Werke offenbaren, heiliger Gott. tue es in unserm Leben, dass es zeuge von dir in der rechten Treue und Gottseligkeit. Offenbare dich in dem Leid, das du sendest, dass wir dich auch darin erkennen und dir dafür danken lernen. Ja führe uns durch Freud und Leid nur immer mehr zu dir. Dazu lass auch den heutigen Tag aus Gnaden dienen. Amen. (Friedrich Ahlfeld)