Johannes 6,5

Johannes 6,5

Andachten

**Und Jesus spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, dass diese essen? Philippus antwortete: Zweihundert Pfennig wert Brots ist nicht genug unter sie, dass ein Jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm Andreas: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. **
Es treten hier in der Not zwei Ratgeber auf. Christus fragt zuerst den Philippus: Er fragt aber nicht, um von ihm Rat zu haben. Er wollte mit dieser Frage seinen Glauben wecken. In unseren Tagen gibt es Leute, die durch das Land ziehen und forschen, wo Quellen in der Tiefe stehen, denen man nachgraben soll, dass sie hervorspringen. So zieht Christus umher und forscht, wo in den Tiefen des Herzens die Glaubensquellen stehen. Aber bei Philippus war der Glaubensquell noch nicht lebendig genug. Anstatt an die Hilfe Gottes zu denken, denkt er an seinen Säckel. Und es trat ein anderer Ratsherr heran, Andreas, der Bruder Simonis Petri. Dieser hat sich nach den Vorräten umgesehen, hat aber Nichts gefunden als 5 Gerstenbrote und zwei Fische. Was ist das unter so viele! Machst du es anders, denn diese? Wenn dich der Herr dich hineingeführt hat in die Not, wohin hast du dich gewendet? Hast du gerühmt: „Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Die Scheuern des Herrn Zebaoth werden nicht leer. Ich verlasse mich auf ihn?“ Nein, die verschiedensten Gedanken sind durch deinen Kopf gegangen. Du hast deine Mittel, deinen Säckel überschlagen wie Philippus. Du hast deine Vorräte und deine Habe taxiert wie Andreas. Weißt du nicht, dass der Herr dein Schatz, dein Vorrat ist? Weißt du nicht, dass du Nichts ersorgest? Mit allem Rechnen hat Philippus keinen Pfennig mehr in dem Säckel, hat der Knabe keinen Bissen Brot mehr in seinem Vorrat gehabt. Es reichte doch nicht. Es war doch Alles, was sie hatten, gegen die Menge der Hungrigen wie ein Schlag ins Wasser. Und deine Gedanken und all deine Not ist auch weiter Nichts. Darum muss ein Anderer helfen.

Herr, mein Gott, schreibe uns heute dies Wort recht lebendig in die Herzen. Wem das Herz mit Angst geschlagen ist, dem bezeuge: „Ich habe meinen lieben Sohn aus der Angst und aus dem Gericht genommen, ich will auch dich herausnehmen zu seiner Zeit.“ Wem da bangt um sein täglich Brot, dem bezeuge: „Was ich in jener Wüste getan habe, das kann ich auch heute noch tun.“ Wen seine Sünden kränken, wen da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, die vor dir gilt, dem bezeuge, dass du uns in Christo gesetzt hast die Vergebung der Sünden. So ziehe uns Alle an dein Herz, dass wir wohl unsere Sünden, aber auch deine Erbarmung offen sehen als unsere einzige Arznei. Amen. (Friedrich Ahlfeld)


**Da hub Jesus seine Augen auf, und sieht, dass viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, dass diese essen? (Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wusste wohl, was er tun wollte.) **
Jesus hat immer seine guten Gründe für das, was er spricht; auch für eine so einfache Frage wie die, die er an Philippus richtet. In diesem Fall fragte er den Jünger, um ihn zu prüfen. - Wir wissen sehr oft nicht, warum Jesus etwas tut, aber wir müssen dennoch glauben, dass es nicht ohne Zweck und Absicht geschieht. Du stehst vielleicht in der Trübsal und bemühst dich vergeblich zu ergründen, was Gott dabei für Absichten hat. Weißt du nicht, dass seine Wege unergründlich sind? Aber wenn du auch hienieden Gottes Wege bei deiner Prüfung nicht verstehen kannst, so wisse, dass seine Absicht immer weise und liebevoll ist; sie erschiene auch dir so, wenn du sie verstündest. Aber deine Gedanken sind unendlich niedriger als die Gedanken Gottes; wie kannst du dich unterstehen, über seine Wege zu urteilen? Du murrst vielleicht gegen deinen himmlischen Vater, weil er dir eins deiner Lieben genommen, oder weil er dir eine Krankheit geschickt hat. Höre auf zu murren und schäme dich! Wer hat Recht? Das unerfahrene, unwissende Kind, oder der große, gute, weise Vater? Darüber kannst du doch keinen Augenblick im Zweifel sein. Also unterwirf dich dem Vater der Geister und lebe! Glaube dem Herrn und sei stille. Jesus weiß, was er tut und warum er es tut. (Charles Haddon Spurgeon)

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