Johannes 3,29
Andachten
Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund aber des Bräutigams steht und hört ihm zu und freut sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllt.
Der Täufer sagt, dass er eine herzliche Freude habe über den Zulauf des Volkes zu dem Seelenbräutigam. Welch ein treffliches Herz, das solcher neidlosen Freude fähig ist! Wie selten ist solches Herz! Was ist der Täufer doch für ein anderer Mann, als die Schriftgelehrten und Pharisäer waren! Die sprachen: Lassen wir ihn also, so werden alle an ihn glauben. Aus Neid werden sie Jesu Mörder. Aus Neid ward auch Kain ein Brudermörder; ja durch des Teufels Neid ist der Tod in die Welt gekommen. O, wie viel Schaden also aus dem Neid! Wie schadet sich der neidische Mensch auch selbst, denn davon steht geschrieben: Neid ist Eiter in den Beinen. Ach, dass überall so viel Neid ist und man immer noch mit dem Prediger sagen kann: Ich sah an Arbeit und Geschicklichkeit, da neidet Einer den Andern. Hinweg, mein Lieber, mit dem Neid aus dem Herzen! Damit wird nichts gewonnen, im Gegenteil alles verloren, wie Jakobus spricht: Ihr hasst und neidet und gewinnt nichts dabei (Jak. 4, 2). (unbekannt)