Johannes 20,30

Andachten

Auch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubt, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes; und dass ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen!
Darum und dazu also hat Johannes alle die großen, herrlichen Zeichen und Wunder Jesu in Sein heiliges Evangelienbuch geschrieben, damit, die es lesen, glauben sollen, Jesus sei der Sohn Gottes, ein gesalbter und ewiger König, und damit sie durch diesen Glauben das Leben haben in Seinem Namen. O, bei wie Vielen, Vielen hat der heilige Apostel diesen hohen Zweck schon erreicht! wie viele und große Scharen mögen es Ihm in der Ewigkeit danken, dass Er's so einzig groß und wundervoll schön beschrieben, dass sie durch sein Evangelium zum Glauben gekommen und hier auf Erden schon das neue Ewigkeits-Leben in sich aufgenommen durch den Glauben an den Namen des Sohnes Gottes! Aber ach! wie viel mehr sind doch Derer, an welchen auch das Johannes-Evangelium vergeblich; die es kaum kennen, und ob sie es kennen, doch keinen Gewinn davon haben für ihre arme Seele, weil sie kein auf Jesum gerichtetes Herz, kein Heilsverlangen, und darum keine erleuchteten Sinne des Verständnisses haben. Es liegt Alles daran, dass der auferstandene Herr selber uns die Schrift öffne und die Herzen brennend mache. Die Kalten und Finsteren sind total unempfänglich für die überirdische Wahrheit und Schönheit der Johannes-Offenbarung. Warum hat dieser Jünger das heilige Jesus-Leben beschrieben wie kein Anderer? weil er an der Brust des Meisters gelegen, als Derjenige, welcher im Geiste der Tiefste, Weichste, Empfänglichste war; weil er auffuhr wie mit Adlers Flügeln und liebte wie eine Braut. Wer irdisch gesinnt im Staube wühlt, wer eigensüchtig sich selbst und seine alte Natur festhält, der ist für eines solchen Jüngers Wort blind und taub. Jesushaft müssen wir sein, wie Johannes, dann wird sein Evangelium uns, wozu es geschrieben: ein Brunn des ewigen Lebens. (Nikolaus Fries)


Auch viel andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubt, Jesus sei der Christ, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.
Johannes gibt hier den Zweck an, den er sich bei Abfassung seines Evangeliums vorgenommen hatte. Es lag ihm besonders am Herzen, die gottmenschliche Natur Jesu Christi recht ins Licht zu stellen. Jeder der vier Evangelisten stellt den Heiland von einer besonderen Seite dar, obgleich alle vier dieselbe Geschichte schreiben. Matthäus, der für Judenchristen schrieb, wollte zeigen, wie alle Weissagungen in Christo sich gipfelten und in ihm ihre Erfüllungen gefunden haben. Wir haben in diesem Evangelium den Zusammenbang zwischen dem alten und dem neuen Testament, und es ist besonders das Prophetenamt Christi, das bei Matthäus hervorgehoben wird. Markus, der für Heidenchristen schrieb und darum nicht nötig hatte, sich ebenso, wie Matthäus, auf die alttestamentlichen Weissagungen zu berufen, schildert in Christo besonders den großen Wundertäter, der da herumging von Ort zu Ort, um Gutes zu tun. Er gibt oft einzelnen Erzählungen neue Pinselstriche und hat mehr etwas Malerisches in seinen Schilderungen, als die andern Evangelisten; die Reden hingegen kürzt er ab. Lukas hebt noch eine andere Seite Christi hervor, nämlich seine barmherzige Sünderliebe. Die Parabel vom verlorenen Sohn, die Geschichte der großen Sünderin und Ähnliches verdanken wir nur dem Evangelisten Lukas. Auch hat er darauf gesehen, wie er selber anfangs sagt, mehr Ordnung in die Zusammenstellung der erzählten Geschichten zu bringen, auch dieselben zu säubern von allem Irrtum, der schon damals anfing in andere, verloren gegangene Evangelien sich einzuschleichen. Johannes endlich, der am spätesten schrieb und zu einer Zeit, wo sich schon gefährlichere Irrtümer in der Kirche bildeten, sucht vor Allem den Kern der evangelischen Geschichte, die gottmenschliche Natur Christi, auf der ja das ganze Erlösungswerk fußt, von Anfang bis zu Ende seines Evangeliums durchzuführen. In diesem Evangelium sind uns auch die meisten Reden Christi aufbewahrt worden, und man hat hier den Geist als den rechten Lebenshauch auf jeder Seite. Sieh nun alle vier Evangelien zusammen, so sehen wir, worauf sich unser Glaube gründet. Es sind Tatsachen, die Gott uns gibt, keine Philosopheme; auch ein Hottentotte kann das Evangelium von Christo Jesu verstehen, denn er liest hier, was Gott uns geschenkt und für uns getan hat, um uns von unsern Sünden zu erlösen und uns ewig selig zu machen. Das ist der Unterschied zwischen der göttlichen und der menschlichen Weisheit. Gott redet zu uns in Taten und Opfern, die er für uns gebracht hat, ja in dem allergrößten Opfer, dem seines Sohnes. Ein Philosoph hingegen schließt sich in sein Kabinett ein und gibt der Menschheit, für die er schreibt, nicht einmal seinen kleinen Finger, sondern nur Systeme und Vernunftschlüsse. Wo ist dann die Wahrheit und welche Weisheit ist es, die auf unsere arme Menschennatur berechnet war? (Friedrich Lobstein)


Viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubt, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.
Also sagt der vor allen geliebte Jünger Johannes gegen das Ende seines Evangeliums. Er hat mit seinen Augen gesehen die Zeichen, die Jesus tat und hat viele derselben uns treulich berichtet. Er hat im Umgang mit dem Leben aus Gott, dem Fleisch gewordenen ewigen Wort, desselben Herrlichkeit als eine Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes Gottes gesehen und wie er geglaubt hat, dass Jesus sei der Christ, so will er, dass auch wir glauben an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes und dadurch das ewige Leben erlangen. Zu dem Ende hat er sein Evangelium geschrieben und in demselben uns von den Zeichen Bericht gegeben, die Jesus tat, uns zu überführen, dass er wahrhaftig Christus sei. Nun, lieber Heiland, Herr Jesu! Ja, du hast dich herabgelassen zu der Menschen Schwachheit und wir glauben, dass du außer dem Zeichen auf der Hochzeit zu Kana noch viele Zeichen getan hast, die geschrieben, und nicht geschrieben sind von deinem Jünger Johannes. Du hast die Tauben hörend, die Blinden sehend, die Lahmen gehend und die Stummen redend gemacht. Du hast die Aussätzigen gereinigt, die Toten auferweckt und den Armen das Evangelium gepredigt. Das größte aller Zeichen ist und bleibt aber doch das Zeichen Jonä, an dir selber geschehen. Du hast unter Pontius Pilatus gelitten und bist am Kreuze für unsere Sünden gestorben, du bist wieder auferstanden von den Toten und aufgefahren gen Himmel. Das ist das Zeichen, dass allen Menschen, das auch uns zu Buße und Glauben gegeben ist. Wer diesem Zeichen glaubt, der hat Vergebung seiner Sünden und wird gerecht; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet und geht gewiss ohne Rettung ewig verloren. Ach, lieber Herr, stärke uns den Glauben, wehre allem Unglauben und erhalte uns bis an unser Ende im rechten, einigen, seligmachenden Glauben. Dann haben wir den gewissen Trost der Vergebung unserer Sünden und aus demselben Frieden durch dich mit unserm Gott. Dann haben wir auch allezeit schon in dieser Welt ein immer fröhliches Herz und wissen von keiner Angst. Und wenn es Abend wird, wenn unser letztes Stündlein kommt, so bleibst du ungeschieden von uns und wir bleiben ungeschieden von dir. Dann hält unser Glaube dich fest als unsere Gerechtigkeit in unsern Sünden, als unsern Fürsprecher bei dem Vater und kraft deines Blutes gehen wir, selig aus Gnaden, ein ins ewige Leben. Amen! (Carl Just)

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