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Johannes 19,34

Johannes 19,34

Andachten

Der Kriegsknechte Einer öffnete Seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus.
Johannes sah diese Begebenheit als sehr wichtig an, und setzte deswegen hinzu: der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und derselbe weiß, dass er die Wahrheit sagt, auf dass auch ihr glaubt; denn solches ist geschehen, dass die Schrift erfüllt würde: ihr sollt Ihm kein Bein zerbrechen; und abermals spricht eine andere Schrift: sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben, V. 35.36.37. Nachdem also Johannes die Wahrheit dieser Begebenheit durch sein, als eines Zuschauers, Zeugnis bestätigt, und dem Glauben der Leser seines Buches empfohlen hatte, so führt er zwei Sprüche an, welche dadurch erfüllt worden seien. Der erste, 2 Mos. 12,46., handelt nach dem buchstäblichen Verstand von dem Osterlamm, und befiehlt: es soll ihm kein Bein zerbrochen werden. Nun wäre bei dem Osterlamm nichts an der Zerbrechung eines Beines gelegen gewesen; weil es aber ein Vorbild auf Christum war, so musste es Christum auch dadurch vorbilden, dass ihm kein Bein zerbrochen werden durfte, und schon zur zeit Moses zielte Gott mit diesem Verbot auf Christum, an dem solches vornämlich erfüllt werden sollte. Es war nahe dabei, dass dem HErrn Jesu wie den zween Schächern die Beine zerbrochen würden, und Er auf diese Weise getötet würde; Er übergab aber Seinen Geist vorher in die Hände Seines Vaters, und da Er nun tot war, lenkte Gott das Herz eines Kriegsknechts dahin, dass er nur die Wahrheit Seines Todes durch den Stich in seiner Seite erforschte, dabei aber Seine Gebeine unverletzt ließ. Auf eben diesen Stich aber deutete der andere Spruch, der Zachariä 12,10. von bußfertigen Juden steht: sie werden denjenigen (im Geist) ansehen, welchen jene gestochen haben. Nur Ein Kriegsknecht öffnete die Seite Jesu mit einem Speer: es halfen aber mehrere mit Rat und Tat dazu, und nahmen auch mit ihrem Beifall daran einen Anteil; weswegen diese Tat Mehreren zugeschrieben wird. Aus der geöffneten Seite Jesu ging Blut und Wasser heraus; und dieses war bei einem toten Leichnam ein Wunder. Das Blut Jesu wurde hierbei vollends ganz vergossen, und neben demselben auch die wässerige Feuchtigkeit, die in Seinem Leibe war, und sich an den Ort, wo die Wunde gemacht wurde, versammelt hatte. Weder jenes noch dieses ist verweset, ob schon eines wie das andere damals auf die Erde floss. Ohne Zweifel hat ein jedes derselben zu dem Heil der Menschen seine besondere Wirkung. Durch das Blut Jesu sind wir erkauft. Es ist zur Vergebung der Sünden vergossen worden. Durch dasselbe ging Jesus in das himmlische Heiligtum ein, und fand eine ewige Erlösung. Durch dasselbe werden wir besprengt und von Sünden gewaschen. Es sind aber Geist und Wasser und Blut beisammen, 1 Joh. 5,8. Wo also das Blut Jesu ist, da ist auch das Wasser, welches aus Seiner Seite floss, und der Geist, das geistliche und verklärte Wesen Seines Leibes und Seiner Seele. Der ganze Christus verwendet Sich gleichsam, uns zu entsündigen, zu reinigen, und zu dem Bild Gottes zu erneuern. Wer böse ist, sei auf seine Gefahr immerhin böse, wer unrein ist, sei auf seine Gefahr immerhin unrein, Off. Joh. 22,11. Wer aber gerechtfertigt und geheiligt werden will, wende sich zu Jesu, welcher unsere Gerechtigkeit und die Heiligungsquelle ist. Er hat Sich selbst für uns gegeben; Er gibt Sich aber auch uns, wenn wir’s begehren, als Speise und Trank, als Licht und Leben, als Arznei und Kleid. Ihm sei Dank für Seine Liebe. (Magnus Friedrich Roos)

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nt/43/johannes_19_34.txt · Zuletzt geändert: von aj
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