Johannes 16,25
Andachten
Solches habe ich zu euch in Sprichwort geredet. Es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr in Sprichwort (Gleichnis) zu euch rede, sondern euch frei heraus verkündigen werde von meinem Vater.
Hier beschreibt der Herr zweierlei Zustände der Gläubigen, darin sie stufenweise stehen. In seiner ersten Bekehrung steht der Mensch so, dass mit ihm nur durch Gleichnisse muss meist geredet werden. Weil die Eigenliebe so stark ist, die keine gerade und scharfe Vorstellung recht vertragen oder auch die Geheimnisse begreifen und brauchen kann, so muss Gott mit den Meisten reden und handeln, dass sie ihm nur nicht ganz aus der Schule laufen und sich seiner Zucht entziehen. Hingegen kommt das Herz endlich zu einer solchen Gewissheit, dass es ewig versiegelt ist, Gott mache alles wohl mit uns, er rede oder tue, was er wolle, und dass man dann Alles wohl und freudig aufnimmt, in lebendiger Hoffnung, dass lauter Seligkeit auch unter den härtesten Worten oder Sachen verborgen liege. Da heißt es dann: es kommt die Zeit, dass nicht mehr darf durch Sprichwort geredet werden, sondern frei heraus verkündigt, wie Gott es meine, und dass uns sein Wille kann klar unter die Augen leuchten. (G. Arnold.)