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Johannes 13,35

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Andachten

“Dabei wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt.“
Einander kritisieren und richten, das kann die Welt auch. Übereinander klatschen und klagen, verleumden und verdammen, das kann die Welt auch. Aber tragende, duldende, selbstlose Liebe, das hat sie nicht und kennt sie nicht. Wo sie dergleichen sieht, wird sie staunen müssen über dem Unverstandenen. Wenn sie sich Mühe geben will, dergleichen näher kennenzulernen, muss sie den Motiven nachforschen, und dann stößt sie auf die Liebe Christi, die solches schafft. Dann bleibt ihr nur die Wahl zwischen Hass oder rückhaltloser Anerkennung, dass so etwas über ihre Kraft geht. Daher ist diese selbstlose Liebe der Kinder Gottes untereinander einer der stärksten Beweise für das Christentum, stärker als alle logischen, wissenschaftlichen Verteidigungen. Eigentlich könnten wir uns die Hälfte aller Kongresse, Konferenzen und äußerlichen Anstrengungen schenken, wenn die Sprache dieser Liebe laut genug erschallte. Was kann man dazu tun, dass sie in unserem Leben lauter und deutlicher tönt? Sie haben! Wo sie ist, wird sie schon von sich zeugen. Wem viel vergeben ist, der liebt viel. Jesus ist reich genug, dass jeder von uns gerade so viel Liebe aus ihm schöpfen kann, als in unser kleines Herz geht.

O Herr Jesu, erbarme dich über uns. Wir sind arm an Liebe! Vergib uns unsere selbstsüchtigen, empfindlichen Regungen und pflanze statt dessen starke, treue, reine Liebe in unseren Seelen. Wir möchten dich haben. Amen. (Samuel Keller)


Dabei wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt.
Des Christen Liebe soll allumfassend sein, weil er dem Gott der unendlichen Liebe dient. Wenn der Edelstein der Liebe durch die Gnade in den kristallenen See eines erneuerten Herzens geworfen wird, so erregt er in dem klaren Lebenswasser immer weitere Kreise der Menschenliebe. Der erste Kreis hat noch keinen großen Umfang: Wir lieben unsre Angehörigen, denn „so jemand seine Hausgenossen nicht versorget, der ist ärger denn ein Heide.“ Dann kommt ein weiterer Kreis: Wir lieben die Familie der Gläubigen. „Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder.“ Sieh noch einmal hin: Der Kreis wird immer weiter und jetzt ist er am Rande des Sees angelangt und umfasst den ganzen Raum, denn „so ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte, Danksagung für alle Menschen.“ Ein Nachfolger Jesu sein, heißt die Menschen lieben. Ein Christ ist seinem Bekenntnis und seinem Beruf nach ein Menschenfreund und die Gnade hat sein Herz weit und liebevoll gemacht. Soweit Leid und Schmerz reichen, reicht auch seine Liebe, und wenn er nicht helfen kann, so schenkt er den Unglücklichen doch Mitleid und Teilnahme. (Charles Haddon Spurgeon)


Dabei wird Jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt.
An der Bruderliebe erkennt man den Jünger Jesu. Die Liebe, die freundlich ist und sanft, die das Haus köstlich macht, die gern gibt, die gerne die Fehler des Bruders zudeckt, die ihre Lust hat, für den Nächsten zu sorgen diese Liebe soll es beweisen, ob wir dem Herrn gehören. Die Bruderliebe ist die Handschrift Jesu auf unsrer Stirn, sie ist das Malzeichen des Lammes auf unsrer rechten Hand. Wo also dir die Bruderliebe fehlt, da sich ja nach, ob nicht am Mark deines Christentums der Wurm nagt. Freilich, so steht es nicht, als ob die Liebe uns zu Christen machen könnte. Ein Christ wirst du nur durch die Liebe Gottes, durch die blutige Karfreitagsarbeit des Heilandes, der für deine Sünde sich geopfert hat, und auf der andern Seite durch deinen Glauben, der in Kraft göttlichen Geistes den Herrn Jesum Christum und sein Kreuz fest hält und spricht: „Vergib! Vergib!“ und lässt sich lieber den Arm abhacken, als dass er seinen Heiland los ließe. So wird man ein Jünger des Herrn. Wer aber auf der Höhe des Berges Golgatha ein Christ geworden ist, der muss hinabsteigen in die Tiefe des Lebens, und da muss man auch das Siegel der Liebe Jesu an ihm erkennen. In der Tiefe des Lebens begegnet dir der Bruder und die Schwester, die haben alle ein Herz, das nach Liebe verlangt. Und in dieser nach Liebe dürstenden Welt soll der Christ ein Segen sein. Wo sein Fuß hintritt, da soll die Liebe des Herrn auch hintreten; wo seine Hand hinreicht, da soll die Liebe Gottes ihre Hand auch ausstrecken. Am Ende dieser Woche denke daran: Bist du ein Christ, so lass Andre merken, dass Jesu Liebe in dir glüht, denn unsern Glauben haben wir zu beweisen in der Tat und in der Wahrheit.

Lasst uns beten: Wir danken Dir, lieber Herr und Heiland, dass Du uns zu Deinen Jüngern berufen hast und hast uns erworben und gewonnen und willst, dass wir Dein eigen sein sollen. Führe uns nun auch mit Deiner treuen Hirtenliebe dahin, dass wir wirklich und ernstlich Deine Jünger werden, dass wir uns abwenden von Allem, was Dir nicht wohlgefällig ist, und was unsrer Seele Schaden bringen könnte. Führe Du uns aus der Dunkelheit unsrer Schuld zum Licht Deines Friedens, wie Du uns aus der Finsternis dieser Nacht so freundlich zum hellen Morgen hindurch geleitet hast. Nun hilf uns auch diesen Tag und immerdar, dass wir unsern Glauben in herzlicher Liebe beweisen, damit wir nicht als Heuchler erfunden werden, sondern als Deine wahrhaftigen Freunde. Amen. (Wilhelm Hunzinger)

Predigten

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