Lukas 2,46
Andachten
**Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel sitzend mitten unter den Lehrern, dass er ihnen zuhörte und sie fragte. **
Schon hier, wie in Jesu ganzem Leben, leuchtet seine Hoheit aus seiner Niedrigkeit heraus. Er ist ein kleines einfältiges Zimmermannsknäblein und darin zeigt sich seine Niedrigkeit, aber doch bedarf dieses Knäblein mitten unter der Menschenmenge, von welcher um die Osterzeit alles in Jerusalem angefüllt war, keiner besonderen Aufsicht; aus weisen Ursachen und nicht im Leichtsinn entzieht es sich seinen Eltern, geht in den Tempel, weil es weiß, dass es sein muss in dem, das seines Vaters ist und macht sich da mitten unter die Lehrer des Volks hinein, um sich mit ihnen über göttliche Dinge zu besprechen. Ja er geht nicht, wie etwa ein anderes vorwitziges Kind nur auf einen Augenblick in den Tempel, um da etwas Neues zu sehen oder zu hören, sondern er bleibt da, bleibt drei ganze Tage da und lässt sich in die gründlichsten Gespräche über göttliche Dinge ein, so dass sich Jedermann, auch die ältesten Lehrer über seine Weisheit und Verstand, mit welchem er Fragen aufwarf und aufgeworfene Fragen beantwortete, verwundern musste. Ja selbst seine Eltern, als sie ihn so da sitzen sahen mitten unter den Lehrern, entsetzten sich, denn so etwas hätten sie doch von ihrem Knäblein nicht vermutet. Aus diesem Allem leuchtet nun etwas Außerordentliches, nichts Kindisches, eine Hoheit, eine Würde hervor, die diesen Knaben vor allen anderen Katechismusschülern auszeichnete. Da offenbarte sich schon in dem Knaben Jesus die Herrlichkeit, die er vom Vater hatte, voller Gnade und Wahrheit. (Ludwig Hofacker)