Lukas 2,12
Andachten
Das habt zum Zeichen: ihr werdet das Kind finden in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
Wo immer der Herr sein Werk anfängt, wo er zuerst eine Spanne Raums in einem Herzen gewinnt, wo er hineingeboren wird in ein Volk, in ein Haus, in eine Seele, in eine Zeit, immer erscheint er da erst klein, nur wie ein Kind, arm und unscheinbar. … Gerade so kommt der Herr auch in ein einzelnes Herz. Schau nur auf deines eigenen Lebens Führung mit Fleiß, merk auf seine Gotteshand, die dich gezogen hat mit Güte und Ernst, und recke deine Hand nach seiner Hand in gläubigem Sehnen aus, dann wird er dir an und in's Herz kommen. Aber vielleicht wird's zuerst nur ein Gebet sein, auf dessen Flügeln er zu dir kommt, vielleicht ist's nur eine Stunde lang, dass du das Wehen seines Geistes spürst, oder ist es nur eine Faser, an der sein Geist dich fasst. Darum kann's zuerst auch nur eine Falte, eine Ecke, nur ein Punkt in deiner Seelen Tiefe sein, wo dein Heiland und sein Leben wohnen, wie ein Kind und wie ein Senfkorn. Alles Andere kann noch von der Welt Banden umwickelt sein. Aber traue dem Heiland zu, dass er dich wie ein Kind herzlich liebt und dir los- und aushelfen wird. (Theodor Kliefoth.)
Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
Bei der Geburt Jesu ging es einerseits recht ärmlich und andererseits großartig zu. In einem Stalle muss des Höchsten Sohn untergebracht werden, und doch schweben heilige Engel majestätisch zur Erde nieder. Welch ein Gegensatz! Wo der Herr ist, da ist Niedrigkeit und Hoheit. Der Erde und dem Himmel gehört der Herr an. Wer bei Ihm ist, ärgere sich nur nicht an Seiner Knechtsgestalt; es geht vielfach unten durch. Aber es bleibt auch bei dem Worte: „Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf und nieder steigen auf des Menschen Sohn.“ Verachte nur Jesus nicht Seiner Niedrigkeit wegen, dann wirst du wahrnehmen, in welch hohe und edle Gesellschaft Er dich bringt; du wirst oft staunen über dem, was um den Heiland herum vorgeht. Bis zu Jesu Offenbarwerden in Herrlichkeit haben wir Ihn stets in der Niedrigkeit zu suchen. Dabei aber machen wir nicht selten die Entdeckung, dass es lieblich, fröhlich, himmlisch zugeht, auch wenn der starke Held als schwaches Kind in Windeln eingehüllt im Stalle in der Krippe liegt. Das Auge sieht nicht viel, auf dem es mit Behagen ruhen könnte, Fleischesherrlichkeit ist hier nicht zu finden. Ohr und Herz aber vernehmen eine Freudenbotschaft aus dem Himmel. Immer mehr gewinnen die Gläubigen Verständnis für diese eigenartigen Gegensätze. Wie ihr Herr, so sind auch Seine Diener verborgen, verkannt, verachtet, sie werden dadurch Licht und Segen verbreiten in aller Welt. Aus der Sünde heraus und in die Herrlichkeit hinein, das ist Gottes Plan mit ihnen. (Markus Hauser)