Lukas 23,54
Andachten
Und der Sabbat brach an.
Unter dem Kreuze des sterbenden Erlösers bricht der Sabbat an für die erlöste Welt. Ja da dürfen wir ruhen von der Not der Sünde und Schuld. Da ist Gott versöhnt. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten. Unter dem Kreuze bricht der Sabbat an der Versöhnung mit Gott. Aber nur Dem, der mit Jesu stirbt, stirbt dem Fleisch und allen seinen Werken, der Welt und all ihrem Dienste. Ist Einer für Alle gestorben, so sind sie Alle gestorben. Das ist der rechte Sabbat unter dem Kreuze: „Ich bin gestorben. Mit dir, o Jesu, ist mir die Welt gekreuzigt, und die böse Lust. Unter deinem Kreuze ist mir das Herz gebrochen, das alte, stolze Herz. Ich habe meine Sünde, meinen alten Menschen mit dir ins Grab gelegt. O seliges Sterben, selige Sabbatruhe! In ihr liegt eine Kraft der Heiligung und der Wiedergeburt, die nie versiegt. So höre es doch, friedlose Seele: Unter dem Kreuze des Erlösers bricht der Sabbat an, auch für dich. In der Welt findest du nirgends Ruhe für dein Gewissen. Komm unter das Kreuz, und wär's die ärmste, friedloseste Seele, auch sie soll es da hören: Der Sabbat brach an. Und du Armer, Kranker, Verlassener, der du seufzt: Wie lange, Herr, wie lange! wann kommt mein Feierabend? Gib dich nur hin in Jesu Hände, stelle dich mit deinem Kreuze unter sein Kreuz, und Trost und Friede wird dich erfüllen mitten im Kampf. Und in der Todesstunde erst, da soll dir unter Jesu Kreuz im höchsten Sinn der Sabbat anbrechen, der ewige Sabbat, der rechte, selige Feierabend. O Jesu, gekreuzigte Liebe, lass auch uns heute deinen Sabbat anbrechen, unter deinem Kreuze; den Sabbat, danach unsere müde Seele dürstet, du weißt, wie lange schon! Jesu, süße Ruh, unter Allen, auserkoren, Leben Derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh - schenk uns deinen Sabbat unter dem Kreuze. (Adolf Clemen)