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Lukas 18,7

Lukas 18,7

Andachten

Sollte aber Gott nicht auch retten Seine Auserwählten, die zu Ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze.
Hört hier, alle ihr Mühseligen und Beladenen, ihr Bekümmerten und Gedrückten, ihr Angefochtenen und Mutlosen hört hier, was das Bitten ausrichtet, was die Schwachheit vermag, was den Feind überwindet, was Hilfe schafft in jeder Not, was Rettung bietet in jeder Gefahr, was Ruhe, Frieden, Glück und Seligkeit bringt im Leben und im Sterben! Hört hier, was der Sohn Gottes, der treue und wahrhaftige Zeuge, uns von Seinem Vater sagt! Hört hier, welch herrlichen, unvergleichlich barmherzigen Heiland, welch gnädigen, gerechten, hilfsbereiten Gott wir haben! Hört hier, wie lieblich, wie unbeschreiblich freundlich der HErr uns ermuntert und lockt zum Bitten, zum Nehmen, zum Siegen! Wer könnte auch nach solchen Worten seines HErrn noch mutlos und kleingläubig seine Last weiter schleppen wollen, anstatt sie, wie die Witwe, wegzubitten? Lasst uns doch die herrlichen Worte unseres HErrn ernst nehmen! Lasst uns den stillen, verborgenen aber siegreichen und seligen Kampf des Gebets kämpfen! Es werden gewiss Siege daraus kommen. (Carl Wagner-Groben.)


Sollte Gott nicht retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er's mit ihnen verziehen? Ich sage euch: er wird sie erretten in einer Kürze.
Mit Beten anzufangen ist nicht schwer, aber anhalten ist etwas anderes. Wir werden zu leicht müde und maßleidig und bringen uns dadurch um den Segen. Der Richter in dem Gleichnis, an dessen Schluss unser Spruch steht, war ein böser, gefühlloser Mann, der sich nichts daraus machte das Recht zu beugen und dem Unterdrücker den Willen zu tun. Die Bittende war eine arme Frau, die ihren natürlichen Beschützer verloren hatte und ganz und gar nicht imstande war, durch ihre traurige Geschichte das Herz des harten Mannes zu rühren. Aber durch ihre Zudringlichkeit gewann sie ihre Sache. Dem Richter war es in den Tod zuwider, so überlaufen zu werden, und darum hörte er endlich auf das Anliegen der Frau. Jeder Teil des Gleichnisses kann uns Mut machen, denn wir haben es ja mit einem treuen, gnädigen Gott zu tun, der uns gerne erhört, nicht mit einem ungerechten Richter; wir sind zwar arm und schwach, aber wir haben einen mächtigen Fürsprecher in dem großen Herrn der Kirche. Darum, wenn wir unsere Bitte nicht das erste Mal erlangen, müssen wir wieder und wieder beten und nicht nachlassen, bis unsere Zudringlichkeit ihren Zweck erreicht. Haltet an am Gebet. Gottes Pflanzen wachsen am schnellsten in der heißen Luft des Kämmerleins; das ist ein Treibhaus für göttliches Wachstum. Wer stark werden will, muss oft vor dem Gnadenthron knieen. (Charles Haddon Spurgeon)


Sollte Gott nicht Recht schaffen Seinen Auserwählten, die zu Ihm Tag und Nacht rufen, ob Er auch Geduld über ihnen hat?
Wer sind Die, denen hier die gewisse Zusage der endlichen Erhörung gegeben ist? Es sind „Seine Auserwählten, die zu Ihm rufen Tag und Nacht.“ Da prüfe sich denn Jeder, ob er zu Denen gehört! Nur ihnen gilt die Verheißung der Erhörung; denn sie allein sind es, die wahrhaft beten; ihr Gebet ist ein „Rufen“, ein „Rufen zum Herrn“, ein beständiges Rufen; „sie rufen Tag und Nacht.“ Also das Gebet der Auserwählten Gottes ist zunächst ein Rufen oder Schreien. Es ist der Schrei des Herzens, der Schrei des Bedürfnisses, der Schrei einer Seele, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit und die von dem Vater im Himmel das Brot des Lebens begehrt. Es ist der Schrei des eben geborenen Kindes, das durch sein Bedürfnis oder auch durch seinen Schmerz sein Leben ankündigt. Es mag dies Schreien je nach den äußeren und inneren Umständen in dem Leben eines Kindes Gottes mehr oder weniger stark und dringend sein; aber das Gebet eines Erlösten des Herrn wird sich von dem eines Menschen, der noch tot ist in Sünden und Übertretungen, immer wesentlich dadurch unterscheiden, dass es in der Tat ein Schrei des Bedürfnisses genannt werden kann. Den natürlichen Menschen treibt nicht das Gefühl des Bedürfnisses zum Herrn hin; darum kann er auch nur Gebete hersagen, nicht aber wahrhaft, d.h. von Herzen, beten. Wer aber nur einen, wenn auch noch so schwachen Funken des Lebens aus Gott empfangen hat, der tritt, wenn er betet, mit seinem Herzen vor Den hin, der ihm in Seinem Worte sagen lässt: „Ihr sollt mein Antlitz suchen!“ Mag sein Glaube in mancher Beziehung noch unklar sein, mag er, wie jener blinde Bartimäus, mit Jesu reden, ohne ihn noch zu sehen; weil er ihn mehr mit dem Verlangen des Herzens, als mit der Erkenntnis des Verstandes erfasst; mag es ihm schwer werden, sich Menschen gegenüber über das, was in ihm vorgeht, auszusprechen: sein Gebet ist dennoch das der Auserwählten, weil es aus dem Bedürfnis des Herzens kommt. (Auguste Rochat)


Sollte der Herr nickt erhören Seine Auserwählten, die zu Ihm rufen Tag und Nacht?
Es gibt eine Gebetsnot, die den tiefsten Grund unserer Seele erfasst, alles Sinnen und Denken in Anspruch nimmt und uns Tag und Nacht keine Ruhe lässt. Jesus kannte diese aus eigenster Erfahrung. Hat Er nicht in den Tagen Seines Fleisches Gebete und Flehen Dem, der Ihn von dem Tode erretten konnte, mit starkem Geschrei und Tränen dargebracht? Hebr. 5, 7. Kennst du auch solche Gebetsnot? Hier ist die Erhörung gewiss. Zu solchem ernsten Ringen drängt der Geist Gottes selbst. Tag und Nacht rufen die Auserwählten, der Geist von oben lässt ihnen keine Ruhe; sie haben nicht ihre eigenen, sondern die Interessen Gottes im Auge; ihnen ist in Bälde Erhörung zugesagt. Das ist ein Arbeiten mit Gott für Gott. Wer seine Schultern hergibt zum Tragen, dem legt der Herr eine Last auf, der Menschheit Jammerzustand wird seine eigene Herzensnot, die bringt er Tag und Nacht vor Gott. Er wird dadurch zum Mitarbeiter Gottes, und wenn der Sieg errungen ist, krönt ihn der Allmächtige mit Gnaden ohne Zahl. Wir kommen für uns und unsere Familien nicht zu kurz, wenn wir ausgehen aus uns selbst und ganz dem Herrn und Seiner Sache leben. Des Herrn Volk besitzt eine heilige Gebetsmacht und ein seliges Gebetsrecht. Kinder dürfen bitten, ihr Verhältnis zum Vater bringt das mit sich. Die Gebetsmacht hängt mit der Gebetsnot zusammen. Leiddurchglühte, glaubensvolle Beter erhalten einen Sieg nach dem anderen; ihr Herz erweitert sich, sie verstehen ihren Gott, und Gott versteht sie. Ihre Seele zieht Macht an, und Gottes Geist treibt sie, dass sie beten ohne Unterlass. (Markus Hauser)

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