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Lukas 18,42

Lukas 18,42

Andachten

Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobte Gott.
Das Auge des Menschen ist ein wunderbares Gebilde. Der es geschaffen hat, vermag es auch zu erhalten und, wo es verloren war, wiederzugeben. Wie der Sonnenstrahl durch den Riss der Wolkenwand zittert, helle leuchtet und milde wärmt, so zerriss Jesu Wort die Nacht, die den Ärmsten bisher umhüllt hatte. Er sieht und jauchzt bis ins Innerste bewegt seinem Heilande zu und freut sich seiner Gabe. Gleiches vermag Christus noch. Weil er derselbe ist, gestern und heute und in Ewigkeit, so ist ihm jetzt noch keine Nacht zu dunkel, er kann sie erhellen, wenn er will. Darum verzage niemand an der Hilfe. Kommt sie nicht, so hat er statt einer einzelnen Machtäußerung Christi doch ihn selber ganz bei sich, als das Licht der Welt, das auch sein Geistesauge licht macht, damit sein ganzer Leib licht sei. Der Glaube vermag doch vieles. Schwach und klein, wie eine Kindeshand, ist er imstande, Berge zu versetzen, in den Himmel zu greifen und die Allmacht zu erfassen. Gott hat ja von seiner Macht vieles in die Hände des Menschen gelegt, aber es kann der Mangel an Glaube sein Werk hindern. Lasst uns den Glauben üben und um dessen Mehrung bitten.

Der Blinde sah nun und jeder Lichtstrahl, der ihn traf, erinnerte ihn an Jesu Hilfe und stimmte ihn zu neuem Dank. Auf Schritt und Tritt schaut er nach ihm, folgt ihm und führt also im vollen Sinne einen Wandel im Licht. Der Unterschied zwischen uns und dem geheilten Blinden ist der, dass wir der Gottesgabe des Sehens längst gewohnt sind und deswegen leider wenig oder keinen Dank dafür bringen. Wie aber der Blinde während der ersten Tage sein neugeschenktes Augenlicht schätzte und Jesu folgte und Gott pries, so sollten wir es eigentlich immer tun. Wie undankbar ist das Menschenkind! Freude ist ansteckend. Das Volk, das solches sah, lobte Gott, und die ihn vorher bedroht hatten, schämten sich und mussten ins Lob mit einstimmen.

Es möchte jemand glauben, ein ähnliches Ereignis würde heute dieselbe Frucht haben und Hunderte zur Erkenntnis Gottes erwecken. Sollte das wohl sein? Wir zweifeln daran; denn diese Geschichte, vor Jerichos Toren geschehen, ist ja heute noch ganz wahr und gleich beweiskräftig. Viele lesen sie; warum preisen sie Gott nicht in neugestärktem Glauben? Wir alle, die wir Gott kennen, wollen uns zur Dankbarkeit und zum Vertrauen erwecken lassen, dass man sehe, dass wir die Glücklichen sind, die einen gnädigen und mächtigen Gott haben, den sie mit Wort und Wandel preisen. Wir wollen Kinder des Lichts, darum Kinder der Freude und des Dankes sein.

Mein Vater, stärke den Glauben, mehre den Dank und entzünde ein Lob, dass es andere hören und sehen, was du an uns getan hast und dich mit uns preisen. Noch ist manche Dunkelheit vorhanden, aber du kannst und wirst sie wenden. Gib uns Kraft zum Tragen durch den Glauben an die endliche Erscheinung deiner Herrlichkeit in Christo Jesu! Amen. (Rudolf Wenger)

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