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Lukas 18,1

Lukas 18,1

Andachten

Herr Gott, gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, dürfen wir uns, schnöde Sünder, unterwinden, vor Deinen Thron zu kommen, die wir mit unseren schweren und großen Sünden Deinen Zorn und Ungnade verdient haben? Ach, wie oft haben wir Deine rufende Gnadenstimme verachtet, den Reichtum Deiner Langmut missbraucht, an Deinem Gnadentische Besserung angelobt und dennoch das Gelübde des Bundes so schlecht gehalten! Musste Paulus sich den vornehmsten aller Sünder nennen, wie wollen wir denn vor Dir bestehen, wenn Du mit uns armen Sündern willst ins Gericht gehen? Ach, unsere Sünden zeugen wider uns und unsere Missetaten reichen hinan bis an den Himmel. Willst Du, o Gott, mit uns rechten, so sind wir verloren, ja, wert, dass uns die Donnerstimme Deines Gesetzes Hölle, Tod und Verdammnis zuerkannte. Aber ach, wir werfen uns mit blutenden Herzenswunden vor den Thron Deiner Gnade; wir sind die Kranken, die des Arztes bedürfen; die Unreinen, die des Waschens nötig haben; die Aussätzigen, welche rufen: Gnade, Gnade. Tilge aus, o Gott, unsere Sündenmenge und wirf sie hinter Dich in die Tiefe des Meeres, dass ihrer in Ewigkeit nicht gedacht werde. Wir schlagen an unsere harte Brust mit de- und wehmütigen Bußgebärden und sprechen mit Zöllnerherzen: Hier liegt die Sünde, die Gott erzürnt, Menschen beleidigt und das Gewissen verletzt hat; hier liegt auch das bußfertige Herz: lass Dir das ein wohlgefälliges Opfer sein. O Gott, sei uns armen Sündern gnädig! Teuerster Jesus, bitte für uns bei Deinem himmlischen Vater! Wir lassen Dich nicht, Du segnest uns denn; darum lass uns hören Freude und Wonne, dass die Gebeine wieder fröhlich werden, die Du zerschlagen hast. Lass uns Deine Gnadenstimme hören: „Sei getrost! Dir sind deine Sünden vergeben!“ Dann werden wir, gerechtfertigt und geheiligt, uns niederlegen, bis Du uns einst wirst verherrlichen und aufnehmen in die ewigen Hütten des Himmels. Amen. Amen. (Friedrich Arndt)


Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und nicht lass werden solle.

Der Heiland kennt uns eben genau und weiß, wie leicht wir müde werden im Gebet, wie bald wir entmutigt ablassen, wenn Gott zu schweigen scheint. Er weiß auch und es schmerzt Ihn, dass wir uns damit in unsrem Leben tief schädigen, dass wir manche last weiter schleppen müssen, nur weil uns der Mut, die Ausdauer, das unerschütterliche Vertrauen im Gebet fehlt. Und in der Tat in allen Dingen zeigen die Menschen mehr Kraft und Unermüdlichkeit, als im Gebet. Welche Anstrengung und Ausdauer können manche Menschen in ihrem Beruf und für ihre Ausbildung entwickeln; wie unermüdlich können sie sich zeigen, wenn es Vergnügen und Genuss gibt! Zum Gebet aber sind oft die Besten zu träge, so bald müde. Es liegt da eben eine Anfechtung, ein verborgener Einfluss der Macht der Finsternis, den der HErr wohl kannte, den auch jeder aufmerksame Christ je und je spürt. Der muss gebrochen und überwunden werden durch heilige Kraft und Ausdauer, wenn das Gebet fruchtbar und Segen bringend sein soll. Amen. (Carl Wagner-Groben.)


“Dass man allezeit beten sollte.“

Wenn man allezeit beten und nicht müde werden sollte, so liegt diese Pflicht ganz besonders den Christen ob. Jesus hat seine Jünger in die Welt gesandt mit demselben Auftrag, um deswillen Er selbst kam, und diese Sendung schließt die Fürbitte ein. Was soll ich sagen? Ist nicht die Gemeinde Gottes die Priesterin der Welt? Alle Kreatur ist stumm, aber die Gemeinde redet das Wort für sie. Es ist der Gemeinde hohes Vorrecht, erhörlich zu beten. Die Gnadenpforte ist stets offen für ihre Anliegen, und sie kehren nie mit leerer Hand zurück. Der Vorhang wurde um ihretwillen zerrissen, das Blut wurde für sie auf den Altar gesprengt, Gott ladet sie beständig ein, zu bitten um das, was sie bedarf. Soll sie das Vorrecht verschmähen, um das Engel sie beneiden könnten? Ist sie nicht die Braut Christi? Darf sie nicht zu jeder Zeit zu ihrem Könige kommen? Sollte sie das köstliche Vorrecht unbenutzt besitzen? Die Gemeinde hat allezeit nötig zu beten. Es sind jederzeit etliche in ihr, die abweichen oder in offenbare Sünden fallen. Es gilt zu beten, dass die Lämmer zu Jesu kommen, dass die Starken vor Sicherheit möchten bewahrt bleiben, dass die Schwachen nicht möchten verzagen. Wenn wir vierundzwanzig Stunden des Tages zum Gebet zusammenkämen, und im Jahr alle Tage, so würde es uns nie an besonderen Anlässen zum Gebet fehlen. Sind wir je ohne Arme und Kranke, ohne Betrübte und Verzagte? Fehlt es uns je an solchen, welche die Bekehrung ihrer Angehörigen wünschen oder die Rückkehr Abgefallener oder die Errettung der Boshaftigen? Ja, wenn die Versammlungen nie aufhören, wenn die Prediger allezeit reden, wenn Millionen Sünder tot sind in Übertretung und Sünden, wenn bei uns Aberglaube und Unglaube sich stets breiter machen, wenn diese Welt von Götzen, Schändlichkeiten und Grausamkeiten strotzt, - und die Gemeinde nicht betet, wie vermag sie die träge Vernachlässigung des Befehles ihres liebenden Herrn zu entschuldigen? Die Gemeinde sei beständig im Gebet, und jeder Gläubige lege sein Gebetsscherflein in den Gotteskasten.

„Fass uns! Lass uns
Treue Hände bis zum Ende vor Dir heben
Bis Du kommst, den Lohn zu geben!“ (Charles Haddon Spurgeon)


Ein Gleichnis dafür, dass man allezeit beten und nicht lass werden müsse.
Allezeit beten und nicht lass werden sollen Berufene. Etliche ziehen alle Stränge an und eilen hitzig vorwärts; aber es geht gar nicht lange, so gehen sie ab, sinken müde zurück, halten den Durchbruch für unmöglich. Eigenwillige Drängerei ist Fleisch, gewinnt nichts, verdirbt manches. Es hängt viel davon ab, wie ein Arbeiter die Sache in die Hand nimmt. Wir merken bald, was er zu leisten vermag, mit wem wir's da zu tun haben. Wie stellt er sich zur Arbeit, wie nimmt er das Werkzeug in die Hand? Das alles sagt uns viel. Beim Beten ist es aber noch weit wichtiger, wie gebetet wird, wie wir die Sache auffassen, uns dazu stellen, um sie auszuführen. Jesus redet von der äußeren Not einer Witwe und von der Bedrängnis der Gemeinde Gottes. An diesem Vergleich will Er uns zeigen, was Ausharren ist im Gebet. Die Witwe hat den Sieg davongetragen. Sie soll uns ein Beispiel zum Nachahmen sein. Auch bei Menschen ist also etwas zu erlangen, wenn wir Geduld und Ausdauer genug haben. Seine Auserwählten aber kann Gott nicht unerhört lassen. Freilich ist gerade hier die Bedingung derart, dass Hunderte die Gebetshände vorzeitig sinken lassen und den Sieg für ganz unmöglich halten. Wenn so viel erforderlich ist, sagen sie, reicht meine Kraft nicht aus. Tag und Nacht bitten, flehen, ringen! Das ist nicht jedermanns Sache. Jesus zeigt uns hier die Sicherheit der Hilfe, in häuslichen Nöten wie auch in solchen, die das Reich Gottes betreffen. Harre aus im Gebet, der Sieg ist dir ganz gewiss. (Markus Hauser)

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