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Lukas 17,10

Lukas 17,10

Andachten

Wer die Lektion vom unnützen Knecht in Lukas 17,10 nicht von Grund aus buchstabieren gelernt hat, den kann Gott nicht brauchen.

„Deinen Willen tue ich gern!“ so sprechen die aus dem Geist gezeugten Jünger. Sie tun ihn gern durch den Glauben. In der Denkungsweise ihres innersten Gemütes erneuert, fragen sie nicht mehr danach, was ihr Dienst ihnen kostet und was er ihnen einträgt.

Wenn wir andern das Wort bringen wollen, so muss das Wort in uns Gestalt gewonnen haben. Wir müssen in unserm Leben ein Beweis davon sein, was das Wort vermag, dann werden wir eine Autorität.

Wir werden immer den Mut verlieren, immer auf einen Punkt kommen, wo uns die Arme sinken, wenn wir von unserer Arbeit, unserem Zeugnis, unserem Auftreten etwas erwarten.

Wir sollen wissen, dass wir nach einem Siege immer Rückschlägen ausgesetzt sind. Jeder Sieg muss uns völliger zerbrechen, nur gebrochene Leute sind geborgen gegen die Macht der Finsternis; er soll uns tiefer von unserer Hilflosigkeit überzeugen.

Durch die steigenden Nöte, wenn die feindlichen Reihen immer näher rücken, werden wir fester in Jesu gegründet und kommen ihm näher.

Vielleicht siehst du zur Stunde keinerlei innern Zusammenhang zwischen den äußern Leiden, Züchtigungen und Demütigungen, die der Herr über dich verhängt, und den innern Anfechtungen und Versuchungen, denen du besonders ausgesetzt bist, aber beuge dich nur erst unbedingt und jederzeit unter die gewaltige Hand Gottes, und du wirst bald inne werden, wie unmittelbar deine äußere Lebensführung reinigend und läuternd auf dein Herz wirken kann, bis in dessen verborgenste Falte hinein. Allem ist der Stachel genommen, sobald wir den Mut haben, Jesum zu vertrauen, Gott zu lieben, das eine im Auge zu behalten: Es geht der Vollendung entgegen.

Unsere Herrlichkeit bemisst sich nach den Leiden, die wir auf dem Wege des Glaubens im Glauben durchgemacht haben.

So oft du deinem Gott vertraust - magst du dich auch noch so schwach fühlen und denken, du seiest kaum imstande, auch nur einen Nadelstich zu ertragen - ich sage - so oft du dich unter solchen Umständen deinem Gott anvertraust, führt er dich einen Schritt tiefer ins Geistesleben hinein.

In der Brotfrage liegt sehr viel und dem, dem diese Frage einmal göttlich gelöst ist, geht ein ganz neues, himmlisches Licht über alle Schwierigkeiten und Kämpfe des Lebens auf.

Solange die Brüder unserer Eigenart begegnen, können sie sagen: ich bin gerade so gut wie du. Begegnen sie aber der Art Christi, so beugen sie sich.

Bruder, Schwester, welche Schuld, welches Nichtverstehen und Zukurzkommen auch in deiner Vergangenheit liegen mag, fasse wieder Fuß in der unergründlichen Gnade deines liebenden, treuen Gottes! Lass ihn nicht, bis du in all deinen Anstrengungen, in deiner natürlichen Art, göttliche Dinge anzuschauen, zerbrochen bist wie Jakob am Jabbek. Ja, zerbrochen! Dann wird er dich segnen und dich lehren, Er wird Beschlag nehmen von den innersten Quellen deines Lebens. Er wird dein Bürge werden für deinen weiteren Gang. Er wird dir einen neuen Namen geben. Du wirst sichere Leitung haben, und deine Stärke wird nicht mehr in dir selber, sondern in ihm sein.

Harre des Herrn, mein Bruder, meine Schwester! Lass die Verheißung nicht los; es gibt eine radikale Heilung in den Wunden Jesu. Pharao musste Israel ziehen lassen, Satan muss dich loslassen. (Otto Stockmayer)


Wenn Ihr Alles getan habt, was Euch befohlen ist, so sprecht: wir sind unnütze Knechte, wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
Wenn wir Alles getan hätten, was uns befohlen, wenn wir Gott über alle Dinge geliebt hätten, unsern Nächsten als uns selbst, kurz wenn wir das ganze Gesetz erfüllt hätten, so sollen wir in Demut bekennen, dass wir nichts getan haben und dass wir uns ganz allein verlassen müssen auf die Gnade und das Blut Jesu Christi. Der Herr spricht davon, wie man einem Diener, der im Felde und Hause sich gemüht und gearbeitet, nicht danke, so hätten wir auch nach Erfüllung des ganzen Gesetzes keinen Anspruch auf Lohn. Und nicht wie der Diener zum Herrn stehen wir zu dem allmächtigen Vater, denn der Diener ist mit dem Herrn eines Fleisches, eines Blutes, einer Hoffnung und Verheißung, wenn auch hier auf Erden ein anderes Los zugefallen ist. Wir stehen. zu Gott wie das Gefäß zum Töpfer. Der Töpfer aber, wenn die Schale nicht ihren Dienst erfüllt, zerbricht sie ohne Bedauern und fertigt eine neue. Wie wenn nun der Herr Herr auch so verfahren wollte mit den unnützen Menschen? Wie sähe es da mit uns aus? Täglich müssten wir zitternd fürchten, dass Seine Hand rächend und strafend auf uns niederfiele, denn täglich übertreten wir Sein Gebot und fehlen wider Ihn. Wir könnten nie anders als mit Grauen zu Ihm aufschauen, denn Er hat ja auch verkündet, Er wolle alle Missetat vertilgen, und was der Herr spricht, das ist Ja und Amen. Aber Er hat sie vertilgt, hat ausgelöscht die Schuld der Welt am Stamme des Kreuzes durch das bittere unschuldige Leiden Seines Sohnes, und nun liegt es an uns, zu kommen zu dem Gerechten, Ihm unsere Sache anzuvertrauen. Da sind wir denn gewiss, dass trotz aller Sünde, alles Elendes wir nicht verstoßen sind, dass wir, durch das heilige Blut des Gotteslammes rein gewaschen, Teil haben sollen am ewigen Abendmahle des Herrn. Amen. (Burghard von Cramm)


Wenn Ihr Alles getan habt, was Euch befohlen ist, so sprecht: wir sind unnütze Knechte, wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
Wenn wir Alles getan hätten, was uns befohlen, wenn wir Gott über alle Dinge geliebt hätten, unsern Nächsten als uns selbst, kurz wenn wir das ganze Gesetz erfüllt hätten, so sollen wir in Demut bekennen, dass wir nichts getan haben und dass wir uns ganz allein verlassen müssen auf die Gnade und das Blut Jesu Christi. Der Herr spricht davon, wie man einem Diener, der im Felde und Hause sich gemüht und gearbeitet, nicht danke, so hätten wir auch nach Erfüllung des ganzen Gesetzes keinen Anspruch auf Lohn. Und nicht wie der Diener zum Herrn stehen wir zu dem allmächtigen Vater, denn der Diener ist mit dem Herrn eines Fleisches, eines Blutes, einer Hoffnung und Verheißung, wenn auch hier auf Erden ein anderes Los zugefallen ist. Wir stehen. zu Gott wie das Gefäß zum Töpfer. Der Töpfer aber, wenn die Schale nicht ihren Dienst erfüllt, zerbricht sie ohne Bedauern und fertigt eine neue. Wie wenn nun der Herr Herr auch so verfahren wollte mit den unnützen Menschen? Wie sähe es da mit uns aus? Täglich müssten wir zitternd fürchten, dass Seine Hand rächend und strafend auf uns niederfiele, denn täglich übertreten wir Sein Gebot und fehlen wider Ihn. Wir könnten nie anders als mit Grauen zu Ihm aufschauen, denn Er hat ja auch verkündet, Er wolle alle Missetat vertilgen, und was der Herr spricht, das ist Ja und Amen. Aber Er hat sie vertilgt, hat ausgelöscht die Schuld der Welt am Stamme des Kreuzes durch das bittere unschuldige Leiden Seines Sohnes, und nun liegt es an uns, zu kommen zu dem Gerechten, Ihm unsere Sache anzuvertrauen. Da sind wir denn gewiss, dass trotz aller Sünde, alles Elendes wir nicht verstoßen sind, dass wir, durch das heilige Blut des Gotteslammes rein gewaschen, Teil haben sollen am ewigen Abendmahle des Herrn. Amen.(Burghard von Cramm)


Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
Was mir befohlen war, habe ich nicht getan, klagt die Reue und dieser Schmerz sitzt so tief in uns, dass wir uns fürchten, das zu sagen, was Jesus seine Jünger sagen hieß: ich habe getan, was ich zu tun schuldig war. Im Dienst, den der Mensch dem Menschen leistet, geschieht es freilich, dass der Knecht nach dem Gleichnis Jesu jeden Befehl seines Herrn ausführt und unverdrossen vom Morgen bis zum Abend seinen Dienst vollzieht. Wie soll aber der Knecht Gottes je dazu gelangen, sagen zu dürfen: ich tat alles, was mir befohlen war? Nimmt nicht der Dienst Gottes unser ganzes Vermögen in Anspruch und wer legt sein ganzes Herz und seine ganze Kraft in seinen Dienst? Und wenn wir diesen Stand erklommen hätten, zu dem wir wie zu einer unerreichbaren Höhe emporsehen, wäre uns dann nicht das Frohlocken des Gerechten beschieden, der jubeln darf, weil er den Fall vermied? Statt dessen legt Jesus in seine Jünger den tiefen Schmerz: wir sind unnütze Knechte, obwohl wir taten, was unser Herr uns befahl; Verschuldung ist nicht entstanden, aber auch kein Dienst, der seine Sache förderte und seine Ehre mehrte. Ist es nach unserer Meinung schon seltsam, dass Jesus von seinen Jüngern verlangt, dass sie ein gutes Gewissen haben, so ist es für uns erst noch ein besonders rätselhafter Anstoß, dass er ihr gutes Gewissen mit der Klage verband, sie seien unbrauchbar. Wenn ich aber das Wort Jesu rätselhaft heiße, so rührt das nur daher, dass ich die Liebe nicht kenne. Darum halten wir es für nötig, beständig unsere Sünden zu bedenken, weil wir uns nur so vor dem Stolz bewahren. Wir müssen das böse Gewissen in uns wach halten, damit uns nicht die Eitelkeit verblende und der Übermut verderbe. Jesus hat dagegen der Liebe zugetraut, dass sie uns jede Überhebung verbiete und alle Selbstgefälligkeit ersticke. Gibt sie uns denn nicht das wache Auge, das sieht, wie weit unser Dienst von dem entfernt bleibt, was geschehen könnte? Was ist unser Wort? Wir sagen es, wie wir es können, und können es nicht anders sagen. Hat es aber die Leuchtkraft, die Jesus offenbart? Wir helfen und stellen zwischen uns die Gemeinschaft her, wie wir es vermögen. Ist aber unser Helfen mehr als ein Tropfen auf einen heißen Stein? Wie ärmlich ist alles, was die Christenheit tut. Sie kann nicht mehr und tut, was sie kann. So ist es in der Tat; dann spreche sie aber, wie Jesus es ihr sagt: unnütze, unbrauchbare Knechte sind wir.
Den Schmerz, den die Liebe mir bereitet, will ich, o mein Herr, nicht fürchten. Du schenkst mir ihn dazu, damit er mich wach erhalte, wenn ich müde werde, und mich beweglich mache, wenn mir Deine Gnade die neue Gelegenheit zum Dienen gibt. Hilf mir, dass ich vergesse, was hinter mir liegt, und nicht bei dem verweile, was vollbracht ist, sondern immer wieder mit neuer Willigkeit bereit sei für Dich. Amen. (Adolf Schlatter)


Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, das wir zu tun schuldig waren.
Gegen alle Regungen des Hochmuts, die sich auch noch bei gläubigen Christen finden, tritt der Herr sehr entschieden auf mit dem Worte: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte, wir haben bloß getan, was wir zu tun schuldig waren. Da müssen wir aber zuerst die Frage beherzigen: wer von uns hat alles getan, was uns befohlen ist, befohlen durch Gottes Wort und durch unser Gewissen? Wer liebt Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, aus allen Kräften und tut alles, was eine solche Liebe fordert? Wer liebt den Nächsten als sich selbst und tut alles, was zu einer solchen Liebe gehört, so dass er alles unterlässt, was irgend dem Nächsten wehe tun kann, alles tut, was ihm Freude macht, Nutzen bringt für die Seele oder für den Leib?

Nur diese wenigen Fragen, wie tief sind sie uns zur Beschämung? Denket einmal noch weiter darüber nach, stellet euch vor Gottes Richterstuhl, vor dem ihr ja doch früher oder später auch äußerlich erscheinen müsset. Lasst da das Licht seiner Heiligkeit euch durchleuchten und hört, was er durch euer Gewissen euch sagt. Da werdet ihr so viele Versäumnisse eurer Pflichten gegen Gott und Menschen, ja so viele Übertretungen in Gedanken, Worten und selbst Werken finden, dass es euch nicht mehr möglich ist, zu sagen: Ich habe alles getan, was mir befohlen ist. Ihr werdet mit tiefer Beugung eure Sündenschuld vor Gott erkennen und einsehen, dass, wenn ihr auch etwas Gutes getan habt, dadurch eure Sünden nicht aufgewogen werden, so dass von Verdienst bei euch gar nicht die Rede sein kann. Denn was wir irgend Gutes tun, ist nur unsere Schuldigkeit, und was wir Gutes an uns haben, darüber gilt, was Paulus sagt: Was hast du, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmest du dich denn als der es nicht empfangen hätte? Alle Kraft zu allem Guten, alle Weisheit und aller Verstand in geistlichen und natürlichen Dingen, alle Regungen der Liebe sind von dem Herrn in uns gepflanzt durch seinen Geist; wir haben kein Verdienst davon, so wenig der Landmann oder Weingärtner die gute Ernte und den segensreichen Herbst sich selbst zuschreiben darf, sondern als unverdiente Gnadenwohltat Gottes erkennen muss. Freilich musste das Feld bearbeitet und besät und der Weinberg bestellt werden, aber das Gedeihen hat nur Gott gegeben. So müssen wir fleißig das Unsere tun, unsern Willen Gott ergeben, aus allen Kräften uns bemühen, unsere Pflichten alle zu erfüllen, aber was vermöchten wir, wenn nicht des Herrn Kraft das Beste in uns und das Beste außer uns täte?

An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd', Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert.

So soll unsere eigene Unmacht, die auch unserm Glaubensleben anhängt, uns zu tiefer, steter Demut, dagegen aber des Glaubens Macht uns zu hohem Mut erwecken, dass wir in uns selbst nichts, in unserm Gott und Heiland aber alles sein wollen. (Sixtus Karl von Kapff.)

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nt/42/lukas_17_10.txt · Zuletzt geändert: von aj
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