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Lukas 11,13

Lukas 11,13

Andachten

„Euer himmlischer Vater wird seinen guten Geist denen geben, die ihn darum bitten werden.“
Es gibt nur einen guten Geist, den Geist Gottes. Der Geist, der uns vom wahren Gut entfernt, so scharfsinnig, so angenehm, so geschickt er auch sein mag, um uns vergängliche Güter zu verschaffen, ist nur ein Geist der Täuschung und des Irrtums. Wer möchte wohl auf einem glänzenden und prächtigen Wagen einherfahren, der in einen Abgrund führt! Der Geist ist nur geschaffen, um zur Wahrheit und zum höchsten Guten zu leiten. Es gibt nur den guten Geist Gottes, weil nur Sein Geist es ist, der uns zu ihm führt. Verzichte auf den deinigen, wenn du den Seinigen haben willst. Glücklich der Mensch, der sich entkleidet, um überkleidet zu werden, der seine leere Weisheit mit den Füßen tritt, um die göttliche Weisheit zu besitzen.

Es ist ein großer Unterschied zwischen einem schönen Geist, einem großen Geist und einem guten Geist. Der schöne Geist gefällt durch seine Anmut, der große Geist erregt Bewunderung durch seine Tiefe, aber nur der gute Geist macht selig und glücklich durch seinen inneren Wert und seine Rechtbeschaffenheit. Passe deine Ideen nicht denen der Welt an. Verachte den Witz ebensosehr, als die Welt ihn schätzt; nichts ist leerer als der Witz, der in einer gewissen Fertigkeit, glänzende Gedanken zu erzeugen, besteht. Man macht sich einen Götzen aus seinem Witz, wie eine Frau, welche Schönheit zu besitzen glaubt, sich einen Götzen aus ihrem Gesichte macht. Man spiegelt sich in seinen Gedanken. Man muss nicht nur jenen falschen Glanz des Geistes, sondern auch die menschliche Klugheit verschmähen, wie ernst und nützlich sie auch erscheinen, um wie die Kindlein zur Einfalt des Glaubens zu gelangen, zur Reinheit und Unschuld der Sitten, zum Abscheu vor der Sünde, zur Demut und zur heiligen Torheit des Kreuzes. (François Fénelon)


Also seht ihr, dass allen irdischen Bitten folgen muss die Bitte um den heiligen Geist, so dass alle deine Bitten immer eingewickelt werden in das Gebet um den heiligen Geist, und so sende sie gen Himmel! Das ist der Umschlag und die Aufschrift. Und tust du das, so bete getrost um alle Dinge und der HErr wird dir in allen Dingen Verstand und Weisheit, Rat und Stärke, Hilfe und Frieden, Ruhe und Freude geben, bis zum Mut, alles Irdische für Schaden zu achten, auf dass wir Christum gewinnen. Es steht geschrieben: „Der Geist macht lebendig.“ Daher hat unser HErr Christus recht, wenn Er uns lehrt um den Heiligen Geist bitten, da folgen dann die anderen Bitten schon nach und sind eingewickelt und eingehüllt in diese oberste Bitte, und also ist das Beten ein Beten im Namen Jesu. So ist also das Gebet die Brücke zwischen unserem argen Herzen und dem heiligen Geist, und der hat noch wenig begriffen von der Kraft Gottes im Evangelio, der auf dieser Brücke nicht geht, viel geht, gerne geht, festen Schrittes geht. Wer's aber getan hat, der tue es noch vielmehr, so wird er die Welt überwinden und wird, wie er in der Taufe im Geist begonnen hat, es auch im Geist vollenden. HErr, hilf uns und gib uns Deinen heiligen Geist! (Guido Pingout)


So ihr, die ihr arg seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die Ihn bitten.
Sagt der Heiland nicht zu viel, wenn Er uns, mir nichts dir nichts, arge Leute heißt? Ja, wir wollens nur hinnehmen. Wir sind arge Leute von Haus aus, wenn auch ein bisschen geschliffen dadurch, dass wir von Seiner Barmherzigkeit etwas gelernt haben. Dass wir Ihn bitten, es möge uns der Heilige Geist gegeben werden, wird darum wohl angelegt sein. Der Heilige Geist nämlich schließt alle Gaben in sich; er ist die Gabe aller Gaben, auch in leiblicher Hinsicht. Er schließt z. B. auch die Gabe der Gesundheit in sich und alle göttlichen Kräfte, die der Mensch braucht zur Unterstützung in dieser Welt. Hilfe in allerlei Bedrängnis kann man beim Vater haben, wenn man Ihn bittet um den Heiligen Geist. Da muss man eben bitten lernen. Denn „wer da bittet, der nimmt, wer da sucht, der findet, wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ So stehts geschrieben. Wenn man in Bedrängnis ist, betet man sich oft nicht genug aus derselben heraus, oder bittet nicht genug Gaben des Geistes in dieselbe herein, um hierdurch aus ihr herauszukommen. Aber das müssen wir wieder besser lernen, und der liebe Heiland selbst ermuntert uns mit Seinem Worte hierzu. (Christoph Blumhardt)


Wie viel mehr wird der himmlische Vater den Heiligen Geist geben denen, die Ihn bitten.
Es ist sehr zu beachten, dass Gott nichts geben will und nichts geben kann, wenn es nicht ernstlich von Ihm erbeten und erfleht wird. Willst du wirklich des Geistes voll werden, so mache Ihm Raum, indem du dir alles Ungöttliche aus dem Herzen nehmen lassest. Nun rufe und flehe um den Heiligen Geist als einer, der ohne Ihn gar nicht mehr leben will. Gott will dir Seinen Geist geben. Zweifle hieran keinen Augenblick! Wozu sonst hätte Er der Sündenwelt Seinen Sohn als Opfer, als Versöhner, als Erlöser gegeben? Und wozu sonst hätte Er nach Jesu Himmelfahrt den Heiligen Geist auf die Erde gesandt? Das ist Gottes Ehre, das ist Seine Verherrlichung, dass du in Jesu Bild vollendet, auf den Tag Christi als ein wahres Glied des Hauses Gottes versiegelt werdest! Und nun bete als einer, der das auch will, was Gott will. Dann wird deine Bitte bald gewährt sein. Hast du aber keinen brennenden Durst nach dem Geiste Gottes, so wirst du nicht erhörlich zu bitten imstande sein. Die Sehnsucht nach Verbindung mit Jesus, das Verlangen, Ihm wohlzugefallen, drängt zur Bitte um den Heiligen Geist, denn ohne Ihn kannst du Gott keine Frucht bringen, ohne Ihn lebt Jesus nicht in dir, ohne Ihn bist du immer wieder ferne vom Herrn. Du musst warten und harren können, wenn du willst das Siegel Gottes empfangen. Gewiss wirst du es erlangen; glaube kindlich an Gottes Verheißungen, blicke auf den Heiland und halte an mit Flehen und Danksagung. (Markus Hauser)

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