Beckhaus, Konrad - Das Evangelium von der Vergebung der Sünden - Am 2. Sonntag des Advents. (1865.)

Luk. 21, 25-36: Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen; so seht auf und hebt eure Häupter auf, darum, dass sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so seht ihrs an ihnen und merkt, dass jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht angehen; so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis dass er alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über euch; Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker alle Zeit und betet, dass ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.

Das Evangelium ist ein Adventsevangelium, weil der Herr darin seine Wiederkunft in Herrlichkeit verkündigt, in einer Herrlichkeit, vor deren Ankunft die Welt mit all ihrer Herrlichkeit vergehen wird, wie der Schatten vor der Sonne. Wir wollen sehen:

1. das ist gewisslich wahr!
2. wem ist aber das Evangelium eine frohe Botschaft

1. Das ist gewisslich wahr.

Es sollte genug sein, zu sagen: Der Herr sagt es. Wer wagt es zu sagen: er sagt nicht die Wahrheit, wenn er spricht: ich bin die Wahrheit? Wer wagt es zu sagen: ich weiß das besser, er irrt sich. Und wenn doch noch Eins hier ist, was widerstrebt, dem sollte es genug sein, einmal das Wort hören zu lassen: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Wo ist ein Herz, das nicht die Macht der Wahrheit fühlt und sagen müsste, wenn es nicht mit Gewalt widerstrebt: Ja, deine Worte sind wahrhaftig und gewiss!?

Und der Herr weiß es und sagt es voraus, dass alles Volk denken und sagen wird: es bleibt morgen wie heute und allezeit, wie es seit der Väter Zeit gewesen ist.

Warum? Ist es denn so unvernünftig, zu glauben, dass die Welt vergeht? Im Gegenteil, es kann nichts Unvernünftigeres geben, als zu glauben, dass die Welt so bleibt. Wir wissen, und die Gelehrten müssen dies Mal ja dazu sagen, welche Umwälzungen es schon gegeben hat auf der Erde; warum sollen die denn jetzt aufgehört haben? Die Erdbeben erinnern uns daran, dass die Erde nicht fest ist, und das Feuer, was die Berge auswerfen, erinnert uns, dass Feuer genug da ist, darin die Welt untergehen kann. Aber Mutwillens wollen sie nicht wissen, sagt St. Petrus, dass die Welt schon einmal untergegangen ist durch Wasser.

Die Welt will es nicht wissen, dass sie vergeht, und, sie weiß es doch. Es steht doch vor einem, was da kommt, oder vielmehr der da kommt. Aber es darf nicht wahr sein, weil man an der Welt sein Himmelreich hat und seinen Gott. Darum kann man es sich nicht denken, dass alle die Herrlichkeit zusammensinken sollte. Wie man sich nicht denken kann, dass man mal wirklich tot ist und denkt von einem Tage zum anderen: es wird nicht sein bis es wirklich da ist. Es darf nicht wahr sein, weil man wohl weiß, dass es das Wesen dieser Welt ist, dass man sich noch vor Gott verbergen und verstecken kann, und wenn die Welt vergeht, dass das heißt, in die Hände des lebendigen Gottes fallen! das darf nicht wahr sein, weil man es nicht ertragen kann. Der Herr weiß es, dass die Welt es nicht glauben will. Darum gibt er ihr zwei Wahrzeichen an, die Jedermann mit Händen greifen kann. Wenn die von der Erde weg sind, dann kannst du sagen: er hat sich geirrt. Dies Geschlecht, sagt er, wird nicht vergehen, bis dass es Alles geschehe. Und siehe! Das Geschlecht der Juden ist verfolgt wie kein anderes Volk, ist zerstreut über die ganze Welt, wie ein Tropfen ins Meer alle die großen alten Völker sind wie weggewischt, und das Volk ist noch da, dass es Jeder auf den ersten Blick erkennt. Der das voraus weiß, was kein Mensch denken konnte, kann der nicht weiter sehen?

Und Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Wo ist ein Wort von all den großen, berühmten Leuten zu allen Zeiten, was ganz erhalten ist? Und das Wort, das mit allen Waffen verfolgt ist, die die Welt nur hat, das Wort, was menschlich angesehen der Allerverachtetste, der als ein Missetäter am Kreuz d. i. am Galgen gestorben ist, geredet hat, das Wort, was aller Welt ein Ärgernis und eine Torheit ist, das ist da, nicht ein Buchstabe ist davongekommen! So gewiss das Wort nicht vergangen ist, so gewiss werden Himmel und Erde vergehen bei der Zukunft des Menschensohnes, und wenn sie es sonst nicht täten, so müssten sie vergehen, weil das Wort da steht.

Es muss wahr sein, oder wir haben umsonst an Jesum Christum geglaubt. Denn seine Verheißung ist noch nicht erfüllt, dass er der Erlöser der Welt sein will und ist gekommen in die Welt, des Teufels Werke zu zerstören. Das ist nicht möglich, ohne dass das Wesen dieser Welt vergeht, ohne dass die Welt durchs Feuer geläutert wird, wie das Erz von den Schlacken, denn die Werke des Teufels binden und quälen ja alle Kreatur noch immerdar, dass die Welt voll Geschrei und Gestöhn ist, gerade als wäre kein Heiland in die Welt gekommen. Die Kreatur seufzt und sehnt sich noch immerdar, sagt St. Paulus. Wir tragen noch immer diesen fleischlichen Leib, der ein Gefängnis ist für den Geist. Der Tod ist noch immer in der Welt mit all seinem Heer von Schmerzen, Angst, Tränen und Plagen, die kein Mund kann aussagen. Die Welt ist noch voll Schweiß und Schmerzen. Wer Gott kennt, der bebt zurück vor der Lästerung, das Gott aufzubürden, der weiß: das ist unmöglich, dass der vollkommene heilige Gott, der die Liebe ist, solch eine Welt voll Elend sollte geschaffen haben. Sondern der Eigenwille der Kreatur, die Sünde ist es, die hat den Segen verzehrt, den Gott über seine Schöpfung gesprochen hatte: es war Alles sehr gut! und hat das Elend in die Welt gebracht, und das Elend hat ein Recht in der Welt durch die Sünde. Dies Recht hat der Heiland Jesus Christus zunichte gemacht, damit, dass er sein Blut vergossen hat. So gewiss das Blut des Sohnes Gottes vom Kreuze geflossen ist, so gewiss muss die Welt rein werden, nicht allein von allen Sünden, sondern auch von allem Elend, so gewiss muss sie Gottes Gerechtigkeit überströmen wie Meereswellen, so gewiss muss sie Gottes Liebe und Seligkeit durchleuchten, wie das Licht die Nacht.

Man sagt wohl: die Erlösung und den Sieg des Herrn Jesu muss man geistlich verstehen. Damit hat er Tod und Elend überwunden, dass er ihnen den Stachel genommen hat, und damit erlöst er die Welt auch im Äußeren, dass, wo sein Evangelium hinkommt, immer mehr auch Frieden und Wohlstand und Liebe herrscht, damit überwindet er die Welt, dass ein Volk nach dem anderen sein Werk annimmt. Ja, Gott sei Dank! so tröstet er uns in unserem Elend, aber damit hat er doch das Elend nicht weggeschafft. Der Tod ist ein Elend auch für den, der des ewigen Lebens gewiss ist, und der Herr selbst hat am Grabe geweint. Schweiß und Schmerzen sind ein Elend auch für den, der mit Wein an Gottes Tisch gestärkt ist. Arm sein ist ein Elend auch für den, der reich ist in Gott. Warum sind aber die Leute so bereit, im Geistlichen Alles dem Herrn zuzugeben, aber im Äußeren soll es nicht anders werden? Darum lässt man sich ein geistliches Regiment des Herrn Jesu gefallen, weil man sich darum weiter nicht zu kümmern braucht, aber von dem, was einem allein recht was wert ist, soll er seine Hand ablassen.

Und wie hat denn der Herr Jesus bisher gesiegt? Er hat Siege erfochten, ohne irgendetwas zu gebrauchen, was bei der Welt Macht ist, dass, wer die Augen auftun will, anbeten muss: mein Herr und mein Gott! Aber den Sieg hat er noch nicht. Er regiert die Welt, aber, wie es heißt, mitten unter seinen Feinden. Er muss sich und sein Gebot noch heute mitten in der Christenheit überall auf die Seite schieben, verspotten und verhöhnen lassen. Und die auf seiner Seite stehen und sich lieber wollen zerhacken lassen, als von ihm ablassen, wie oft ziehen sie noch an einem Joch mit seinen Feinden, ehe sie es spüren! So gewiss die Welt ihn ans Holz gehenkt hat, so gewiss muss die Stunde kommen, wo alle ihm ihre Knie beugen müssen und alle Herzen bekennen müssen und alle mit Händen greifen und mit Augen sehen müssen: es ist der Herr.

Ja es muss eine Stunde kommen, wo die Wahrheit sich nicht bloß finden lässt von denen, die sie suchen, und wo die weglaufen können, die sie hassen, eine Stunde, wo die Wahrheit auf dem Throne sitzt, wo Jeder die Wahrheit mit Augen sieht, und in ihrem Licht alles Heimliche offenbar wird und Alles gesehen wird, wie es wirklich ist. Das steht nicht bloß da in der Schrift, in jeder Brust auch. Und dazu muss das ganze Wesen der Welt verwandelt werden, dazu muss dieser lügenhafte Leib verwandelt werden, hinter dem sich die Seele mit ihren Gedanken verstecken kann, dazu muss die Welt verwandelt werden, die ein Versteck ist gegen die Wahrheit.

Aber warum, sagt man, hat der Herr denn nicht gleich die Welt erlöst und herrlich und klar gemacht und sich gezeigt in seiner Herrlichkeit? Darauf antwortet die Schrift: Gott verzieht die Verheißung, damit wir selig werden. Darum haben wir hier Alles erst im Glauben, im Herzen, damit die ewigen Güter erst unser Herz gewinnen und unser Herz bereiten, dass wir sie genießen können. Dies wäre nicht möglich, wenn sie hier in Herrlichkeit uns entgegen kämen. Alle Menschen würden verzweifeln und sagen: ich kann in Ewigkeit kein Bürger im Himmelreich werden, wenn sie einmal die Wahrheit und Liebe in ihrer göttlichen Herrlichkeit sähen. Darum ist das Leben hier eine Gnadenstunde. Aber es ist die letzte Stunde, sagt St. Johannes, es kommt keine neue mehr.

Bis die Herrlichkeit des Herrn eintritt in die Welt, und Sonne und Mond werden vor ihr erblassen, die Erde wird zerstäuben, wie der Leib, wenn ihn der Tod anfasst. Das Meer und die Wasserwogen werden sich aufbäumen und brausen vor Entsetzen. Und die Leute auf Erden werden nicht mehr traurig, nicht mehr fröhlich sein. Eins allein wird sie erfüllen: bange sein! Kein Auge wird das Geld mehr ansehen, kein Ohr mehr auf das Vergnügen hören, alle Herrlichkeit, alle Weisheit der Welt, alle ihre großen Werke werden den Menschen lauter Kindereien dünken, alle Augen sehen nach Einem aus und alle Ohren hören auf Eins. Das ist nicht die Finsternis, wenn die Sonne ihren Schein verliert und die Flammen aus der Tiefe ausbrechen, die ein Herz entsetzen oder bewegen werden, sondern die Furcht allein hat alle Herzen eingenommen, die Furcht der Dinge, die da kommen sollen, die Furcht vor dem, der da kommen wird. Heulen werden vor ihm alle Geschlechter auf Erden, wenn sie die Sonne sehen aufgehen, das Licht vom unerschöpften Lichte. Das ist der, in den sie gestochen haben, Jesus Christus in Herrlichkeit. Wir mögen hier sein, oder dort, aber wir müssen daran Teil nehmen. Unsere Augen werden ihn sehen. Liebe Freunde! eins ist Not, dass uns das Evangelium kein Schrecken bleibt, so gewiss es wahr ist, dass es so gewiss

2. uns ein Evangelium wird d. h. eine frohe Botschaft.

Dass der Herr, der die Herrlichkeit selber ist und in dieser Welt am Kreuz gehangen hat, wiederkommt in Herrlichkeit, das ist kein Wunder. Aber dass einem Menschenherzen die Botschaft zum Evangelium werden kann, das ist ein Wunder. Das ist in Wahrheit ein Wunder, das unglaublich ist. Aber alle Apostel und viele Tausende haben es an sich selbst bewiesen, dass es wirklich möglich ist. Und daran lernen wir, dass der Herr den Unterschied macht: Die Menschen, die Geschlechter auf Erden heulen ihr aber, sagt er, hebt eure Häupter auf. Darauf kommt es an, ob wir selbst von dieser Welt sind, die dann gerichtet wird und vergeht, ob wir die irdischen Menschen geblieben sind, die nichts weiter haben, als was ihnen angeboren und anerzogen ist und haben darum ihr Gut und Leben an dieser Welt, oder ob wir was geschmeckt haben und was haben von dem Leben der zukünftigen Welt, Licht von der Sonne, die am jüngsten Tage aufgeht und haben darum Teil an der anderen Welt. Darauf kommt es an, ob Jesus unser Licht und unsere Sonne ist, daher uns das Licht kommt. Ob wir den kennen als unseren Heiland, der in Herrlichkeit kommt, und wissen: Das ist der, der für uns gestorben ist, der sein Blut vergossen hat für uns zur Vergebung der Sünden, ob wir Jesum lieb haben. Der hat ihn lieb, dem er die Sünden vergeben hat. Nicht dass da alle Scheu und alles Zittern ein Ende hätte, nein, der Johannes, der an Jesu Brust lag, da er ihn im Gesicht in seiner Herrlichkeit sah, fiel zu Boden wie ein Toter. Aber es ist zu vergleichen, wenn wir zum h. Abendmahl gehen und zittern, aber doch bebt das Herz vor Freude. Denn die fürchten seine Helle nicht, die vor ihm offenbar geworden sind, die fürchten sein Gericht nicht, die er freigesprochen hat: deine Sünden sind dir vergeben! Die hoffen Alles von der Stunde, wo Jesus das Reich einnimmt, der für sie gestorben ist.

Und daran sind die Leute zu erkennen, dass sie diese Zeit der Welt ansehen, wie eine Winterszeit und warten auf den Frühling. Wer aber irdisch gesinnt ist, der hat alle seine Hoffnung hier, der macht sich diese Zeit zu der allerschönsten Zeit, zu der Sommerszeit und Alles, was nachher kommen kann, fröstelt ihn an, wie der Winter. Wer aber die Wahrheit erkennt, der friert hier und verlangt Wärme. Was ist es denn mit allem Glück, das hier blüht? Wie mit einer Blume im Winter, wenn sie ein kalter Luftzug trifft, ist sie dahin. Der Tod, das ist der Frost, der hier regiert. Und wie frostig ist alle Liebe und alles, was wir hier von der Liebe Gottes fühlen, es gibt keine volle Wärme. Was man von der Wahrheit und vom Himmelreich sieht, es ist Alles wie halbes Licht. Weil die Sonne wohl scheint in der Welt, aber man ist so weit von ihr und auf der ganzen Welt liegt es, wie ein Nebel. Das ist die Lüge, die sich in allen Einrichtungen und in allen Verhältnissen festgesetzt hat, die alles verdunkelt, dass man sein eigenes Herz nicht einmal erkennen kann.

Darum sind die Leute daran zu erkennen, dass sie in dieser Welt gebeugt sind. Denn der Herr sagt zu ihnen: dann richtet eure Häupter auf. Darum will die Welt das Christentum nicht, weil das der Grund ist, auf dem es allein wächst und gedeiht: ein gebeugtes Herz. Gebeugt von der Wahrheit, dass man Gottes Gebot nicht gehalten hat und nicht eine Stunde Gott geliebt hat über Alles, noch seinen Nächsten wie sich selbst, gebeugt darüber, dass wir doch nicht lebendig und warm sind von der Liebe Gottes, die uns in Christo Jesu scheint, weil unsere Unaufrichtigkeit sich dazwischen legt. Und wenn er ihr Haupt aufrichtet mit seinem Wort: deine Sünden sind dir vergeben! so ist es doch, als wenn ein Arzt dem Kranken ankündigt: deine Krankheit ist gebrochen! und er richtet sein Haupt auf, um es wieder sinken zu lassen. Gebeugt, weil sie sehen, wohin sie sehen, dass dem nicht die Ehre gegeben wird, der sie allein verdient, dass alles durchzogen ist von Sünde und Unglauben, gebeugt umso mehr, weil sie sich sagen müssen: du tust nicht dagegen, was du kannst!

Gebeugt als Solche, die nötig haben, dass der Herr sie allezeit mahnt: wacht! Wer es weiß, dass er kommt, wie ist es möglich, die Augen nicht offen zu halten? Aber die Welt lässt nicht ab mit Fressen und Saufen, Essen und Trinken, Sorgen der Nahrung uns zu fangen, dass man immer wieder die Augen zu hat, ehe man es sich versieht und lebt, als bliebe die Welt ewig, und als bliebe man ewig darin, dass wir, ehe wir es denken, wieder in die Geschäfte dieser Welt eingewickelt sind, als gäbe es diese Welt allein. Ja dass man von der Wiederkunft des Herrn hören kann, dass man seinen Tod und die Ewigkeit vor Augen haben kann und liegt doch und schläft, als ginge das Alles einen Andern an. Halt deine Augen offen, ruft der Herr, für deinen Tod und das Ende der Welt, halt deine Augen offen für die Ewigkeit und das Gericht, halt deine Augen offen für deine Sünde und Schuld! Halt deine Augen offen für das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, halt deine Augen offen für den Satan, der aus allem einen Strick macht, uns wiederum von Jesu wegzuziehen! Wachet, dass, ob der letzte Tag oder der Tod euch trifft, dass ihr offene Augen habt, die Jesu entgegensehen! Und betet, dass ihr in Verbindung bleibt mit dem, der wiederkommt! Betet darum, dass er, der es allein kann, euch erst einmal aufweckt und die Augen offen hält. Betet zu dem, der allein das Wunder tun kann, uns das Herz zu bekehren, dass es auf seine Wiederkunft hofft, wie auf den Frühling! Gelobt sei, der da kommt.

Liebe Freunde! Wenn wir es nicht schon gesehen hätten aus dem Winter wieder Frühling werden, wir würden es nicht glauben, dass eine Stunde kommt, wo die Bäume wieder grün sind und die Felder blühen, weil die Sonne am Himmel steht. Ja, so gewiss kommt die Zeit, wo aus dieser Welt das Paradies wird, wenn der Herr in Herrlichkeit in ihr leuchtet. Seht, wenn es aber Frühling wird, dann brausen die Stürme, dass uns bange wird, aber wir freuen uns doch. Liebe Herzen! so muss es sein, wenn die Schauer des Todes kommen, oder die Schrecken des jüngsten Tages angehen dann, wenn alle Freude der Welt ein Ende hat, wenn alle Macht der Welt ein Ende hat, wenn alle ihre Weisheit ein Ende hat und sie keinen Rat und keine Hoffnung mehr hat. Und ob unser Fleisch zusammenbebt, dass wir dann rufen: Der Feigenbaum gewinnt Knospen, der Frühling kommt, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

O, Herr Jesus, darum komm jetzt zu uns, du König sanftmütig und gewinne unsere Herzen durch deine Sanftmut, dass wir deiner mit Freuden warten und aufrecht stehen können in deiner Zukunft, wenn alle deine Feinde zu deinen Füßen liegen. Amen.

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/42/beckhaus_konrad_2_advent.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain