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Markus 9,50

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Andachten

Das Salz ist gut; so aber das Salz dumm wird, womit wird man würzen? habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander.
Die Welt ohne Gott ist dem Tod verfallen, denn sie liegt im Argen. Sie braucht Salz; ohne Salz geht Alles der Auflösung entgegen. Was ist eigentlich das Salz? Es ist das Göttliche, das in die Welt hineinkommen muss, als erhaltende, bewahrende und erneuernde Kraft. Ohne dieses Salz hat Gott keinen Geschmack an der Welt; denn wer wollte Wohlgefallen am Modergeruch haben? Unser Gott braucht aber Salzträger, die das Salz in die Welt hineinbringen und wer sind diese Salzträger? Ihr seid das Salz der Erde, sagte der Heiland seinen Jüngern Matth. 5, 13. Welche wichtige Stellung haben wir doch in der Welt! Ohne die Kinder Gottes geht die Welt zu Grunde. Gott hat Alles so geordnet, dass die Welt nicht ohne uns existieren kann. Die Welt muss Mosen, Josua und Kaleb haben, oder sie geht zu Grunde in der Wüste. Sie muss einen Simeon und eine Hanna haben, oder die Leute im Tempel wissen nicht, wer das Jesuskindlein ist. Sie muss einen Paulus und seine Mitzeugen haben, oder die römische Welt wird zum Aas. Das weiß die Welt nicht, aber Gottes Volk soll es wissen. Haben wir Salzkraft? Das ist die entscheidende Zeitfrage. Unsere Salzkraft ist der Geist von oben, der Geist der ersten Zeugen. Er hatte Kraft die römische Welt zu erneuern; er hat heute noch dieselbe Kraft, wenn wir nur Geistesträger sind. Habt Salz bei euch, ruft uns der Herr zu! Lebt mit eurem Glauben so im Evangelium, dass der Herr euch zu Geistesmenschen machen kann, die, wo sie hinkommen, belebend, erweckend, erneuernd wirken, von denen Kraft ausgeht. Ein alter Bruder sagte einst von einem Mann, der eine scharfe Feder hatte: „er hat auf seinem Tisch nur einerlei Gewürz: Pfeffer.“ Hätte er etwa statt Pfeffer Salz gesagt, so läge darin die Ermahnung: habt beim Salz auch Öl; salzet so, dass ihr nicht versalzet, nicht herb werdet, sondern auch Friedensfinder seid.

Herr! Vergib mir, wenn ich da und dort zu wenig Salz bei mir hatte. Vergib mir auch, wenn ich zu herb war. Amen. (Elias Schrenk)


“Habt Salz bei euch, und habt Frieden unter einander.“
Das Salz ist das, was alles angenehm und schmackhaft macht. Ein Mensch also, der Salz bei sich hat, ist ein solcher, dessen ganzes Wesen etwas Angenehmes, gleichsam Wohlschmeckendes hat. Ein ungesalzener Mensch ist was Widerwärtiges. Alles, was wir reden, auch im Verkehr, soll so sein, dass man es annehmen und anhören kann und das Wohlgefallen anregt, also auch nicht versalzen, sondern gesalzen. Dann gibt's Frieden. Vor allem sollte ein jedes unsrer Worte lieblich und angenehm sein für die, die mit uns reden, nicht Dummheiten drunter hineingestreut. Die Seinen namentlich sollen so reden, dass Jeder, der's hört, gleichsam den Löffel nimmt und isst. Wir sollen so uns stellen zu einander, dass jeder am anderen eine gute Suppe hat. Ungesalzene und ungeschmalzene Suppen sollte man nie anderen zurichten. Wenn freilich der Friede weicht, dann wird alles versalzen und nicht gesalzen. So will's aber der Heiland nicht verstanden wissen, wenn Er sagt: „Habt Salz bei euch.“ Deswegen setzt Er dazu: „Habt Frieden unter einander.“ Ja, wenn die Menschen nur wollten beachten, wie's dasteht. Aber wer achtet's? Wie viel Ungesalzenes und wie viel Versalzenes zeigt sich doch täglich bei uns! Der HErr helfe bald zu einem Besseren bei allen! (Christoph Blumhardt)

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