Markus 5,19

Markus 5,19

Andachten

Gehe hin in dein Haus und zu den Deinen, und verkündige ihnen, wie große Wohltat dir der HErr getan hat, und sich deiner erbarmt hat.
Zu dem Gergesener sagt der HErr diese Worte. Der wollte, nachdem er befreit und vernünftig geworden war, JEsu nachfolgen. Der HErr aber sagt: „Gehe du lieber heim, und sage den Deinen, was an dir geschehen ist.“ So spricht der HErr nicht immer zu den Geheilten. Vielmehr verbietet Er's ihnen in der Regel, etwas davon zu sagen, da es aber dann heißt: „Je mehr Er ihnen verbot, je mehr sie es ausbreiteten.“ Da hatte Er nämlich Ursache, auf Stille es abzusehen. Es gab so viele falsche und böse Leute, die auf Ihn hielten; und da wollte Er die Aufregung gegen sich nicht vor der Zeit zu groß werden lassen, damit Ihm Raum bliebe, noch recht Vielen das Wort vom Reich nahe zu legen, ehe sie Ihn töteten.

Bei dem Gergesener aber, dessen Heimat ganz neben draußen war, war es anders. Dort baten die Leute, da sie hörten, wie unter der Befreiung des Besessenen so viele Säue ins Meer gestürzt seien, Er möchte doch aus ihren Grenzen weichen. Sie fürchteten Ihn und dachten wohl, ihnen könnte noch viel Arges widerfahren, wenn so ein Mann Gottes mit so großen Kräften bei ihnen bliebe. Da wollte der HErr den Leuten jener Gegend sich nicht aufdringen; und doch tat es Ihm leid, den halbheidnischen zehn Städten und anderen Orten nicht predigen und sich darstellen zu können. Doch soll nun der geheilte Gergesener für Ihn den Prediger machen. Der HErr dachte, wenn sie den sähen, so möchten sie schon einen Eindruck davon bekommen, dass das Reich Gottes nahe sei, sie also sich zu bekehren hätten, wenn sie es zu Herzen nehmen wollten. Der Mensch war zu bekannt in jener Gegend, und konnte allerdings ernste Gedanken in Vielen wecken, wenn er, plötzlich ganz umgewandelt, JEsum anpries, der das große Wunder an einem Menschen getan hatte, ob dem Alles in peinlicher Verlegenheit gewesen war. Dem HErrn mag aber auch sonst daran gelegen gewesen sein, dass der Mensch heim zu den Seinen komme. Es hätte ja den Anschein gehabt, als wollte derselbe sich um der Säue willen, die zu Grunde gingen, flüchtig machen. Ja, die ganze Sache hätte den Eindruck machen können, als ob da Unheimliches geschehen, und in Allem nichts Rechtes wäre. Da muss sich der Mensch vorstellen, wie er jetzt ist, gegenüber von dem, was er gewesen war, damit die Leute keine verkehrten Gedanken fassten, Gott über ihn priesen, und die Säue vergessen lernten.

Wir sehen, Beides hat seine Zeit, schweigen und reden; und wir müssen Beides mit Überlegung tun, in der Furcht Gottes, nach der Weisheit, die der Geist uns gibt. Diesmal aber werden wir daran erinnert, wie wir doch auch von dem, was der HErr an uns tut, reden sollten. Wohltat tut ja der HErr viel an uns, und oft auch solche, ob der Jedermann, der davon hört, Gott preisen könnte. In Zeiten freilich, da wirkliche Wunder geschehen, hat solch Erzählen größere Bedeutung, weil das, was der HErr tut, zugleich ein Zeichen für Alle, die es hören, sein soll, aufzumerken und bußfertig sich zu Gott zu wenden, um zu Allem gerüstet zu sein, was kommen könnte. Da wirds aber auch von denen, die es hören, gefordert, dass sie wirklich aufmerken und das Gehörte zu Herzen nehmen, weil es ihnen zur Verantwortung dienen kann, wenn sie Taten Gottes so gleichgültig haben überhören können. Ist die Zeit der Wiederkehr Christi nahe, wie wichtig wirds da sein, auf die Zeichen zu merken, die der HErr tut und tun lässt! Möchte doch da die Sicherheit der Leute ein Ende nehmen!(Christoph Blumhardt)

Predigten

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