Markus 1,35
Andachten
Es ist etwas Köstliches um den Morgen, wenn man sich da auch von den Vertrautesten um des stillen Gebetes willen zurückzieht. Es gibt dann einen kühlen Morgentau. (Johann Albrecht Bengel)
Und des Morgens vor Tage stand Jesus auf und ging hinaus; und er ging in eine wüste Stätte und betete daselbst.
Jesus wollte bei seinem Gebet allein sein; er sorgte dafür, dass es nicht von Menschen gesehen werde. Wehe dem Menschen, dessen Andacht von jedermann gesehen wird und der nie im verborgenen betet! Geheimes Gebet ist das Geheimnis des Gebets, die Seele, das Siegel, die Kraft des Gebets. Wer nie allein betet, betet überhaupt nicht. Man kann auf der Straße oder in der Kirche oder in der Kaserne beten, aber wenn das Herz nicht dabei im geheimen mit Gott redet, so ist's auch nicht gebetet. „Wenn du betest, so gehe in dein Kämmerlein und bete zu deinem Vater im verborgenen, und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.“ Je weniger das Gebet auf Erden bemerkt wird, umso mehr Eindruck macht's im Himmel. Der Vater sieht, was man sorgfältig vor Menschen verbirgt. Unser Herr stand auch vor Tagesgrauen auf und ging fort um zu beten, weil er sein Tagewerk mit Gebet anfing. Er wollte keinen Teufel austreiben, keine Predigt halten, keinen Kranken heilen, kurz, er wollte kein noch so gutes oder notwendiges Werk tun, ehe er seine Seele im Gebet zu Gott erhoben hatte. Merke dir das auch für dich. Sieh keinem Menschen ins Gesicht, ehe du das Angesicht Gottes gesehen; sprich mit niemand, ehe du mit Gott gesprochen hast. Geh nicht an deine Arbeit, ohne deine Lenden mit Gebet gegürtet zu haben, sonst misslingt dir dein Werk; beginne nie den Lauf, ohne im Gebet die Last beiseitegelegt zu haben, sonst versagt dir die Kraft. Wir können nichts tun ohne Gott, drum wollen wir auch nichts ohne ihn versuchen. (Charles Haddon Spurgeon)