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Markus 14,44

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Andachten

Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den greift und führt ihn gewiss.
Der Kampf in Judas war entschieden; Satan hatte gesiegt. Judas brannte bei dem Gedanken an das viele Geld, das er bekommen werde, und von seiner Leidenschaft getrieben, machte er sich auf den Weg zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn Euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. Judas war ja ein Verräter Jesu vor Gott von dem Augenblicke an, wo die Absicht in ihm zur Reife kam, dieses Verbrechen zu begehen. Aber offenbar zieht die Verwirklichung der Absicht ein größeres Gericht Gottes nach sich, als wenn es bei der bloßen Absicht bleibt. Schrittweise gerät der Fuß tiefer in den Schlamm der Sünde, bis man den Grund verliert, und die trübe Flut über dem Haupte zusammenschlägt und man ins Bodenlose sinkt. So ging es dem Judas. Noch hätte er sich losreißen können aus dem Netze, das Satan über ihn geworfen, als die Sünde nur erst noch seine Gedanken eingenommen hatte. Aber er litt das Netz, und ließ seine Maschen sich immer fester ziehen. Er meldet sich bei dem Hohenrate mit seinen verräterischen Gedanken und erkundigt sich nach dem Gewinn. Das Silber blendet seine Augen noch mehr, und nun sucht er nach dem geeigneten Augenblick, wo er seinen Meister ihren Händen überliefern könne. Da bietet sich ihm der Ölgarten im stillen Kidrontale dar, wo sein Meister des Abends sich aufzuhalten pflegte. Er ist noch zugegen im traulichen Kreise der Jünger, als sie das Osterlamm essen, noch einmal trifft ihn der Liebesblick und das Liebeswort seines Herrn, er empfängt den Bissen aus seiner Hand vielleicht, dass er sein Herz weich werden fühlte, aber er verwischt den letzten leichten Eindruck und eilt davon, hinaus in die finstere Nacht und zurück zu den Hohenpriestern, die ihm Geld gegeben hatten. Er holt die bewaffnete Schar, und mit Fackeln ziehen sie durch die Dunkelheit, um den wehrlosen Jesus zu fangen. Und um jeglichen Irrtum der Person zu verhüten, sagt ihnen Judas, den müssten sie greifen, den er küssen werde. So tief ist er gefallen, dass er es über sich bringen konnte, durch das Zeichen der Liebe den schnödesten Verrat zu begehen. Und da er es vollbracht, da er Jesum, seinen Meister, geküsst und begrüßt, da traf ihn das letzte Liebeswort Jesu: Juda, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuss? Ach, selbst der Herr erstaunt über solche Tiefe der Bosheit! O Sünde, wohin kannst du den Menschen bringen, der sich dir überliefert! Du aber, o Mensch, der du dieses liest, gedenke mit Zittern deines eigenen Herzens und seiner schwachen Seite, durch welche Satan eindringen könnte, und bedenke, dass, wenn du ihr nachhängst und sie nicht mit ganzem Ernste, mit Wachen und Beten, bekämpfest, du die Macht über dich selbst je weiter je mehr verlierst und von ihr auf eine abschüssige Bahn getrieben wirst, und endlich in jähem Fallen in einen Abgrund stürzt, aus welchem kein Ausweg mehr zu finden ist. Ach, lerne beten aus tiefer und bewegter Seele: Herr, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel! Amen. (Anton Camillo Bertoldy)

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