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Markus 14,27

Markus 14,27

Andachten

Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet euch in dieser Nacht Alle an mir ärgern; denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.
Zuerst ist diese Klage ein Warnungsruf an die Jünger. Wecken wollte er sie aus dem Traume und der Sicherheit, in der sie dahingingen. Retten wollte er, was gerettet werden konnte. Er wollte sich bis an den Rand des Abgrundes und Falles als den guten Hirten bewähren. Er wollte treu bleiben, wenn Alle untreu würden. Zum anderen wollte er sie vor Verzweiflung und Missglauben bewahren. Als sie bald darauf in der Nacht alle geflohen waren, was für Seelennot mag da über sie gekommen sein! „Wir sind verloren, verworfen; dem Treuen sind wir untreu geworden, wir haben kein Teil mehr an ihm;“ hieß es in allen Herzen. Da sollte in ihren Seelen der Trost aufsteigen: „Er wusste es, er hat es uns zuvor gesagt. Er hat uns doch noch bei sich behalten, er hat doch noch für uns gebeten.“ Und Alles, was für die Jünger in diesen Worten lag, das liegt auch für dich darin. Die ganze Zeit der streitenden Kirche hindurch ist Christus ein leidender Christus. In seiner armen Kirche schlagen Welt und Teufel und Fleisch, wo sie nur können, auf den guten Hirten los. Alle diese Not hat der Herr geweissagt. Höre seine Stimme aus jener Nacht. Auch dich soll sie warnen, dass du aus Menschenfurcht nicht von ihm fliehst noch seinen Namen verleugnest. Auch dich soll sie vor Verzweiflung bewahren, wenn dir die Augen aufgehen über deinen Fall. Auch dich soll sie trösten, wenn es in der Gegenwart nächtig und düster aussieht. Denn wie auf sein Leiden der Ostermorgen gefolgt ist, so hat der Herr auch für die Seinen nach jeder Trübsal und Erniedrigung einen Ostermorgen bis auf den legten, welchem keine Nacht mehr folgt.

Herr Jesu Christe, wir danken dir für alle deine Liebe, mit der du uns aus der Nacht zum Tage geleitest. Ach, stehe auch bei uns in allen Nächten der Trübsal, dass wir nicht irre werden an dir und deiner Hilfe. Wir sind ja so leicht verzagt, und verlieren so oft den Mut, wenn wir sehen, wie deine Gemeinde angefochten wird in unserer Zeit. Behüte uns, dass wir uns nicht ärgern an dir, sondern in der mahnenden Liebe zu den Jüngern auch die Liebe erkennen, die uns führen will durch Nacht zum Licht, durch Trübsal zur Herrlichkeit. Amen. (Friedrich Ahlfeld)

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nt/41/markus_14_27.txt · Zuletzt geändert: von aj
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