Markus 13,7
Andachten
„Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so fürchtet euch nicht, denn es muss also geschehen. Aber das Ende ist noch nicht da.“
Die rechte Furchtlosigkeit ist die, wenn man mitten in Gedränge und Not ruhig bleibt, weil der HErr JEsus bei uns ist. Wenn's noch so sehr ringsum stürmt, tobt und kracht, können die, die des HErrn sind, ruhig bleiben, denn sie sind in sicherer Hut. Viel Elend, Not, Angst, Furcht und Beben des Herzens leitet die gute Zeit ein, die noch kommen soll, und die der HErr hier das Ende heißt, wenn Er sagte: „Aber das Ende ist noch nicht da.“ Wenn wir also oft reden von einer guten Zeit, die noch kommen soll, so ist's möglich, dass ihr eine recht harte vorher geht, dass es durch eine Angst-Türe läuft, weil die Menschen nur durch die Furcht weich werden. Gott muss Angst und Not schicken, um weiche Herzen zu schaffen, die schreien: HErr, erbarme Dich!“ Dann erst wird das Ende kommen, d. h. das, was nach der Weissagung als Letztes hinter allem Gericht verheißen ist, nämlich Gnade und Erbarmung in Hülle und Fülle. Angst- und Not-Zeiten, auch Kriege und Kriegs-Geschrei sind nun, seit der HErr diese Worte gesprochen, schon viele gekommen; das Ende aber, die gute Zeit, die Zeit allgemeinen erfolgreichen Erbarmens Gottes über alle Welt, noch nicht. Diese Zeit aber ist's, auf die wir harren; und je mehr Schreckenszeiten schon über die Menschen gekommen sind, und je mehr Krieg und Kriegs-Geschrei auch in unsern Tagen gehört wird, desto gewisser ist die gute Zeit, und damit das Ende, nahe. (Christoph Blumhardt)
„Wenn ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei, so fürchtet euch nicht.“
Das ist von der letzten Zeit gemeint; es gehört dazu. Doch sind solche Weissagungen von Schrecklichem, das kommen werde, immer auch bis auf einen gewissen Grad bedingungsweise gegeben. Wir können vorwärts kommen in den Dingen des Reiches Gottes auch ohne die sonst angekündigten Kriege, oder doch trotz derselben, so dass sie eigentlich nicht so viel zu sagen haben, auch wenn sie kommen. Doch gerät immerhin unter einem Krieg nicht viel Gutes. Deswegen müssen wir auf den HErrn hoffen und Seiner harren, auch bittend vor Ihm stehen, dass Er die Hauptsache fürs Gedeihen Seines Erlösungswerks auch kommen laffe, und zwar bald; und das ist nicht eine Kriegszeit, sondern eine Gnadenzeit mit freundlichen Heimsuchungen von Oben durch Seine Kräfte und Gaben. Unter einem Krieg sind die Leute aufgeregt, tun wohl ein bisschen fromm, aber es ist nichts rechtes. Deswegen müssen wir immer alle Kriege abzubitten suchen, und nicht meinen, Kriege bringen uns das Heil. Vor der Hand müssen wir zuerst wieder stärker werden im Guten, dann mag hinterdrein Krieg und Durcheinander kommen, wie's will, so wird's zum Durchmachen sein. Deswegen kann auch der Heiland sagen: Wenn Kriege und Kriegsgeschrei kommen, so fürchtet euch nicht, ihr bringt's durch, leichter als es auf den ersten Anblick den Anschein hat.“ Zuletzt behält ja doch die rechte Hand des HErrn den Sieg, dass es Friede wird durch die ganze Schöpfung. (Christoph Blumhardt)