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Matthäus 8,17

Matthäus 8,17

Andachten

Er machte allerlei Kranke gesund, auf dass erfüllt würde das gesagt ist durch den Propheten Jesaias, der da spricht: Er hat unsere Schwachheit auf sich genommen, und unsere Seuche hat er getragen.
Wir sind gewöhnt, das Tragen unsrer Krankheit durch Jesum geistig zu verstehen, nämlich dass er unsere Sünde, die rechte, eigentliche Krankheit unsres geistigen Ich, auf sich genommen und die Strafe dafür getragen habe. Allein der Evangelist Matthäus zeigt uns in diesen Worten, dass wir Ihn auch als einen Heiland für unsere leiblichen Krankheiten ansehen dürfen. Sind doch dieselben nichts als ein Wiederschein unsres geistigen Elendes an unsern Leibern. Weil unser Geist schwach und krank geworden ist, darum leidet nun auch unser Leib und wie durch die Sünde ein Riss zwischen unserem Geist und Gott entstanden ist, so überträgt sich nun dieser Riss auf unser eignes Wesen und vollendet sich im leiblichen Tode. Aber Christus hat am Geiste und auch am Fleische gelitten und hat also beides, unsere Schwachheit am Geiste und am Fleische getragen und hat dadurch eine Erlösung für beide erfunden. Gewiss, die völlige Genesung von den leiblichen Übeln erwartet uns erst drüben, wenn wir das Kleid der Sterblichkeit ausgezogen haben werden, aber wie Er während der Zeit seines Erdenlebens seine Heilandskraft auch durch Heilung von allerlei leiblichen Gebrechen und Seuchen, ja durch Totenerweckungen erwiesen hat, so lässt Er uns auch heute noch diese Kraft spüren, und wie Er damals seine leiblichen Heilungen als ein Lockmittel gebrauchte, dass die Genesenen nun auch nach seiner geistigen Arznei begierig würden, so hört Er auch noch gnadenreich die, welche das leibliche Elend treibt, ihre Zuflucht zu Ihm zu nehmen, und Ihn um Erbarmung und Hilfe anrufen, damit sich ihr Herz auch für die Annahme geistiger Erlösung bereite und öffne. Christus ist der rechte Arzt für Leib und Seele. O Kranker, komm zu Ihm! Ich sage nicht, dass du den menschlichen Arzt verschmähen sollst, gebrauche ihn vielmehr mit Dankbarkeit gegen den, der ihn verordnet hat. Aber das steht fest: Wo der Herr nicht der Arzt ist, da kurieren die Ärzte umsonst. Alles Leben geht ja von Gott aus, und Er hat sich nicht in seinen Himmel zurückgezogen, um von da als müßiger Zuschauer zuzusehen, was die Menschenkinder auf Erden tun, sondern Er erhält und trägt die Welt und leitet Alle und lenkt Alles nach seinem Plane. Er, ohne dessen Willen auch nicht ein einzig Haar von deinem Haupte fällt, Er hat auch deine Krankheit nicht unversehens dir zustoßen lassen, Er hat ihr das Ziel gesteckt, wie weit sie gehen und wie lang sie dauern soll. Er hat zwar Heilkräfte nach festen Gesetzen in die Natur gelegt, aber der Segen, dass die rechten Mittel gewählt werden und ihre Wirkung nicht gestört werde, kommt von dem oberen Arzte, welchem Gott das Regiment übergeben hat. Darum, Kranker, komm zu Jesu! Rufe Ihn an in deiner Not, wie es die Elenden taten, da Er auf Erden wandelte, Er hört dich auch jetzt, und Er erhört dich auch, und gibt dir deine Bitte, so es nur das ewige Heil deiner Seele leidet. Und jedenfalls gießt Er dir den Frieden ins Herz, durch welchen du auch unter den Schmerzen getröstet wirst und aushalten kannst, bis Er kommt, dich zu erlösen, sei es zur Genesung für die Zeit oder für die Ewigkeit. Denn Er hat ein Herz, das da überwallt von Erbarmen, wenn Er unser Elend sieht, Er, das Urbild und der Urquell der Barmherzigkeit. O Jesu, ewiger Arzt, heile unsere Seele, und wenn es sein kann, auch unsern Leib. Wo es aber nicht sein kann, so sei Du unsere Stärke und unser Trost, dass wir stille sitzen zu Deinen Füßen und aus dem Kreuze uns Segen und Heil fließe zur Rettung unsrer Seele. In deine Hände befehlen wir Geist, Seele und Leib. (Anton Camillo Bertoldy)

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