Matthäus 7,8
Andachten
Wer da bittet, der empfängt.
wie ist doch die Erhörung unserer Gebete so gewiss und so fest gegründet! Wie beruht unser Bitten so gar nicht auf Geratewohl! wie hängt die Erhörung so gar nicht an ungewissen und zweifelhaften Bedingungen! Wie kommt es so gar nicht auf unsere eigene Würdigkeit an! Denn so heißt es ja schlechtweg: Bittet, so wird euch gegeben, und wer da bittet, der empfängt! Wenn es anders ein Gebet ist, so hat es sogleich seine Gabe, seine Belohnung mit im Munde. Und zwar sagt der Herr Jesus im griechischen: „ein jeder, der da bittet“. Ach, lieber Jesu! habe Dank und tausendfachen Dank für das kurze Wörtlein deiner großen Erbarmung: „ein jeder, der da bittet“! O, welch eine unschätzbare Gnade ist das, dass ein jeder bitten darf, er sei reich oder arm, jung oder alt, groß oder klein, bekehrt oder unbekehrt; aber noch größere Gnade, dass auch ein jeder, der da bittet, empfangen soll! Nicht nur Abraham ist erhört worden, nicht nur Elias hat den Himmel auf- und zugeschlossen mit seinem Gebet, nicht nur die Apostel haben gebetet, dass sich die Stätte bewegt hat, nicht nur große Heilige sollen erhört werden, sondern ein jeder, auch die Elenden, Armen, Verlassenen, die in der Demütigung sich oft nicht unterstehen, nur ihren Mund aufzutun gegen Gott (Ps. 10, 17). Alles, alles, was bittet, was bitten kann, das empfängt. (Georg Konrad Rieger)