Matthäus 7,24
Andachten
Wer diese Rede hört, und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Manne, der sein Haus auf einen Felsen bauet.
Die Rede Christi, die man hören und tun muss, wenn man als ein kluger Mann sein Haus auf einen Felsen bauen will, ist die Bergpredigt, welche Matth. 5.6. und 7. enthalten ist. Nach derselben soll ein Mensch bei dem Genuss des Himmelreichs arm im Geist sein, bei der Erwartung des göttlichen Trostes Leid tragen, bei der Hoffnung, das Erdreich zu besitzen, Sanftmut ausüben, bei der Hoffnung der Sättigung nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten. Er soll barmherzig sein, damit er auch Gott schauen möge; er soll friedfertig sein, um ein Kind Gottes zu heißen; und sich in der Hoffnung der himmlischen Belohnung um der Gerechtigkeit willen verfolgen und schmähen lassen. Endlich soll er mit allen Heiligen ein Salz der Erden und ein Licht der Welt sein. Ein solcher Mensch ist nach dem Ausspruch Christi ein seliger Mensch, und hat sein Haus auf den Felsen gebaut. Christus ging aber in Seiner Rede noch weiter zurück, und sagte, man solle nicht meinen, dass das göttliche Gesetz im Himmelreich nimmer gelte, sondern es vielmehr nach seinem geistlichen Sinn recht verstehen, wie es eine herzliche Liebe des Nächsten, innerliche Keuschheit, Heiligung des Namens Gottes, einen friedfertigen und demütigen Sinn, die Liebe der Feinde und eine ganze Gerechtigkeit gebiete. Hier prüfe sich ein Jeder, und ringe danach, dass er diese Gebote halten könne. Christus lehrte ferner, dass man nicht in der Heuchelei und aus Ehrgeiz, oder Geldgeiz, Almosen geben, beten und andere gottesdienstliche Übungen vornehmen solle. Das Herz müsse hierbei zu dem himmlischen Vater gerichtet, der Sinn dem Vater Unser gemäß, und die Absicht lauter sein. Wer Gottes Diener sein wolle, könne insonderheit kein Mammonsdiener sein, und sich mit Sorgen quälen. Er sagte ferner, Andere richten, und seiner eigenen Sünden vergessen, sei schändlich, Andere unvorsichtig bestrafen, gefährlich. Er verheißt den Betenden die Erhörung, und fasst endlich das ganze Tun eines seligen Menschen, Matth. 7,12., in eine kurze Regel, und V. 13-20. in die verblümten Vorstellungen von einer Pforte und einem Weg, und von Bäumen, die Früchte tragen, zusammen; wiewohl Er V. 21.22.23. auch unverblümt davon redet. Diese Rede Christi ist’s nun, die man hören und tun soll. Sie hören ist gut: tun aber, das ist, in Seinem Sinn und Wandel sich danach richten, noch besser, und jenes würde ohne dieses nichts nützen. Wer sie aber hört und tut, ist ein kluger Mann, der sein Haus der Hoffnung auf einen Felsen bauet, wo es gegen alle Anfälle, die unausbleiblich sind, und zur Prüfung dienen, fest steht. Seine Hoffnung wird ihn nie lassen zu Schanden werden. HErr Jesu, heilige uns in Deiner Wahrheit: Dein Wort ist die Wahrheit, Deine Lehre durchdringe unsere Herzen, und bilde unsern Sinn und Wandel, damit wir auf Dich, den unbeweglichen Felsen, zur Erlangung eines ewigen Heils erbaut werden! (Magnus Friedrich Roos)
Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und wehten die Winde, und stießen an das Haus, fiel es doch nicht, denn es war auf einen Felsen gegründet. Und wer diese meine Rede hört, und tut sie nicht, der ist einem törichten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und wehten die Winde, und stießen an das Haus, da fiel es, und tat einen großen Fall.
Fels oder Sand, worauf baust du deine Seele, deinen Frieden? Weist du auf dein Hab und Gut, deine Arbeit, dein Weib und Kind, und sprichst: Das ist mein Bestes, die Freude meines Lebens? Weist du auf dich selbst, deine treue Pflichterfüllung, dein gutes Gewissen, die Festigkeit deiner Grundsätze und sprichst: Das ist mein Ruhm und mein Halt? Dann ist es Sand, darauf du baust. Nein, baue deine Seele auf Gott. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. Er ist unser Fels, unsre Burg und unsre Zuversicht. Keiner wird zu Schanden, der auf ihn baut. Jesus Christus, das ist der Eckstein. Einen andern Grund kann Niemand legen, denn der da gelegt ist. Auf Christi Gnade baue deinen Frieden. Das ist der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd‘ und Himmel untergeht. Sprich mit Paul Gerhardt: Der Grund, d'rauf ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut. Dann mögen die Wasser kommen, dein Haus ist auf den Fels gebaut. O du starker, treuer Gott, du bist unsre Burg und unser Fels. Zerstöre alle falsche Zuversicht unsrer Seele und jeden Grund, den du nicht gelegt hast, dass wir auf dich und dich allein unsren Frieden und unsre Seele bauen. Dann werden wir wohl bestehen im Leben und Sterben. Amen. (Adolf Clemen)