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Matthäus 6,32

Matthäus 6,32

Andachten

Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr des (um das ihr euch sorgt) alles bedürft.
Glaubst du das? Glaubst du das wirklich? Ich meine nicht ob du glaubst, dass die ganze Bibel inspiriert und dass dieses Wort wirklich von Jesu Christo so ausgesprochen sei; ich meine nicht, ob du obigen Satz mit deinen Lippen bekennst und in deinem Verstand davon überzeugt bist, nein, nein, das hilft ja nichts, ich frage, ob du innerlich von dieser Wahrheit durchdrungen und im Grunde deiner Seele davon beherrscht und durchleuchtet bist? Ja oder Nein? Glaubst du es wirklich und ehrlich, dass Gott als dein Vater für dich als sein Kind in allen inneren und äußeren Angelegenheiten sorgt und es dir an Keinem fehlen lässt, dass Er dich niemals über dein Vermögen kann versucht werden lassen, dass er dir Alles lässt zum Besten dienen, zu dem ewigen, höchsten Besten, dass sein heilig, selig Bild in dir verklärt werde, glaubst du das? Nein, du glaubst es nicht, sonst könntest du nicht so gedrückt, so ängstlich, so sorgenvoll deine Straße ziehen. O, wie wenig glauben wir doch recht, auch Die von uns, die sich ihrer Rechtgläubigkeit so rühmen und sich über die „Ungläubigen“ so ereifern können, - wie wenig glauben sie recht und wirklich, so, dass es inneres Leben ist, wie es sich doch gehört. Ihr nennt euch „gläubig“ und in der Tat glaubt ihr nicht einmal das a b c aller Christusoffenbarung, dass der Vater wirklich ein Vater ist und dass er weiß, was ihr bedürft!

Ich bitte dich, was würdest du von deinem Kind sagen, das etwa so philosophieren wollte: „Freilich, bis dahin und seit ich denken kann, hat mein Vater immer wohl gesorgt, allein, - die Zeiten sind schlimm. Wer weiß, wenn ich diese Schuhe verlaufen habe, wer weiß, wenn dieses Brot aufgegessen ist, wer weiß, wo das Neue herkommt? Ja, ob er, der mein Vater ist, nicht einmal den Einfall bekommen könnte, mich vierzehn Tage in einen finsteren Keller zu sperren, oder gar mich armes, schwaches Kind an den Wagen zu spannen, den jetzt unser Pferd ziehen muss? Wer weiß ….“? Nun, würdest du von so einem Kind sagen: „Das ist aber ein begabtes, kluges, hoffnungsreiches Kind“! Nein, du würdest weinen und klagen: „O weh, wie hat mein Kind alle seine Kindheit und Kindlichkeit verloren und wie habe ich das um mein Kind verdient, dass es so schreckliche Gedanken hat?“ Mit Recht klagst du so, aber nun dein Gott, dein Vater, hat Der's denn um dich verdient, dass du so schreckliche Gedanken gegen ihn hast? Es gibt doch wirklich traurige Beispiele genug, wo irdische Väter und Mütter ihrer Kindlein vergessen haben; es gibt doch Beispiele genug, wo Väter und Mütter ihren Kindern auflegten, was sie nicht tragen konnten, vollends aber Legion von Beispielen, da Väter der Not und dem Leid ihrer Kinder ohnmächtig gegenüberstanden oder aus Mangel an Licht und Weisheit nicht wussten, was tun oder lassen. Aber solche Beispiele lassen sich nicht von dem himmlischen Vater beibringen. Da sind vollkommene Allmacht und zarte Liebe, Weisheit und Treue, Tiefblick in deine innersten Bedürfnisse und heilige Geduld mit allen deinen Sünden, - falls Sünde dir nur Sünde ist, - mit einander gepaart. Kannst du ihm nicht vertrauen?

Ja, sagst du, das ist auch in der Theorie Alles ganz richtig, aber in der Praxis ist das eine andere Sache.

O unglückselige Unterscheidung von Theorie und Praxis! Das ist's ja grade, was ich sagte: du glaubest nicht, sage dir das auf den Kopf, ich glaube nicht, - sage, klage es deinem Gott mit Tränen: Ich glaube nicht, aber ich will glauben, Herr, Herr, Helfer, Heiland - hilf meinem Unglauben! Ja, brich durch, so gut du brechen kannst, - brich durch, ringe durch, ob auch unter tausend Tränen, sage immer wieder „Vater“, bis du wirklich Vater sagst und Vater glaubst.

Entgegne nicht: Ach, was hilft's? Immer wieder kommen die Sorgen herangerauscht, Meereswogen gleich, was hilft's, ob ich dagegen kämpfe? Was hilft's, dass der Tropfen immer auf den Felsen fällt, der armselige schwache Tropfen auf den harten starken Felsen? Das hilft's, dass endlich der schwache Tropfen den starken Felsen dennoch durchbohren wird. Und auch dein kaltes, stolzes, verzagtes, misstrauisches Herz wird endlich, endlich ganz gewiss noch ein friedereiches, beseligtes Kindesherz werden und zum göttlichen, herrlichen Kindeserbteil kommen, wenn du nur dem Tröpflein des Wortes Gottes nicht wehrst, wenn du nur wirklich darnach ringst, dem Strahl, der aus Gott zu dir herniederleuchtet, in dir Raum zu schaffen.

Kommt, Kinder, lasst uns gehen,
Der Vater gehet mit,
Will immer bei uns stehen
In jedem sauren Tritt.
Er will uns machen Mut,
Mit süßen Sonnenblicken
Uns stärken und erquicken;
Ei, ja wir haben's gut. (Otto Funcke)


Gedenkt an das Wort des Herrn Jesu, das Er gesagt hat: Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr des Alles bedürft.
Obgleich diese Worte ursprünglich von dem Herrn Jesu in Bezug auf zeitliche Dinge gesprochen wurden, können sie doch dem Kinde Gottes als ein Wahlspruch dienen in allen Wechselfällen seines vielbewegten Lebens. Sie sollten alle Befürchtungen aufheben, alle Klagen verstummen machen, und zu demütiger Ergebung führen. „Mein himmlischer Vater weiß, dass ich des alles bedarf.“ Wo kann ein Kind sicherer oder besser aufgehoben sein, als in der Hand seines Vaters? Wo kann es dem Christen wohler sein, als in der Gnadenhand seines Gottes? Wir sind nicht im Stande, darüber zu urteilen, was uns Not tut. Wir befinden uns sicher unter der Leitung der vollkommenen Weisheit Gottes. Wenn wir uns in einem Augenblicke unbesonnener Vermessenheit versucht fühlen würden zu sagen: „Es geht alles über mich,“ dann möge dieses Wort solche voreilige Anmaßung strafen. Die unfehlbare Weisheit und väterliche Liebe hat dies Alles für nötig befunden.

Meine Seele, gibt es etwas, das deinen Frieden stört? Sind die Heimsuchungen dunkel, ist das Kreuz schwer? Sind geistliche Stützen entrissen, ist dein „Kürbis“ wie Gras verdorrt? Schreibe auf Alles dies: „Euer Vater weiß, dass ihr des Alles bedürft.“ Er war es, der deine Bürde vermehrte. Warum? Es war dir nötig. Er war es, der deinen Abgott niederwarf. Warum? Es war dir nötig. Jener Abgott hatte Seine Stelle eingenommen; er musste ihn entfernen! Er war es, der deine weltlichen Pläne durchkreuzte, deine liebsten Hoffnungen zu Schanden machte. Warum? Es war dir nötig. Da lauerte eine Schlange auf dem Wege, den du zu gehen wünschtest; aber der Herr hat dir einen größeren, geistlichen Segen vorbehalten. Er kam dir zuvor mit seiner Güte. Trachte danach, ein kindlicheres Vertrauen zu deinem himmlischen Vater zu gewinnen. Du bist nicht freundlos und verlassen in dem Kampfe mit den Stürmen der Wüste. Deine Mara, sowie deine Elim sind von ihm bestimmt. Eine gnadenreiche Wolkensäule geht dir voran. Folge ihr im Sonnenschein und Sturm. Er mag dich auf Umwegen führen, aber er wird dich nie verkehrt führen. Unaussprechliche Zärtlichkeit ist das Kennzeichen aller Seiner Führungen. „Sein Name sei gesegnet,“ sagt ein geprüfter Christ. „Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhe.“ (Ps. 18, 34.)

Und wer ist es, der dieses beruhigende Wort ausspricht? Er ist es, der selbst den Trost dieser Versicherung in Seinem eigenen furchtbaren Leiden empfand; dass Alles nötig war, Alles vorher bestimmt; dass von der Wiege in Bethlehem bis zum Kreuze auf Golgatha kein überflüssiger Dorn sich in dem Schmerzenskranze befand, den Er, der Mann der Schmerzen, trug. Jeder Tropfen des bitteren Kelches war von Seinem Vater gemischt: „Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?“ Ach, wenn Er in dieser Stunde unsäglicher Seelenangst in dem Gedanken Erquickung finden konnte, dass die Vaterhand die fürchterliche Glut entzündet, welch großen Trost besitzt dieselbe Wahrheit für alle seine duldenden Nachfolger! Wie! Ein überflüssiger Tropfen, ein vergeblicher Schmerz! ein unnötiges Kreuz! Weg mit dem verborgenen Unglauben! Er gab Seinen Sohn für dich! Er nennt Sich Deinen Vater! Was für Prüfungen dich auch niederbeugen, lass dieses Wort dir sein wie Öl, das auf das bewegte Meer gegossen; lass es jede rebellische Träne trocknen. „Denn dein himmlischer Vater weiß, dass du des Alles bedarfst.“

Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb. (John Ross MacDuff)

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