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Matthäus 25,34

Matthäus 25,34

Andachten

Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt.
Holdselige Worte sind aus dem Munde dieses Königs gekommen, da er sich seiner Majestät entäußert hatte und in Knechtsgestalt auf Erden wandelte. Es war ein holdselig liebliches Wort, mit dem er alle Mühseligen und Beladenen zu sich rief. Aber welches Wort unsers himmlischen Königs ist diesem Worte gleich? Wie werden die Herzen im Übermaß himmlischer Freude wallen, denen dieses Wort der Gnade gilt? - Die Zeit der Prüfung ist vorüber, die schweren Tage des Kreuzes sind durchlebt. Du stehst in tiefer Demut, im Gefühl deiner Unwürdigkeit vor dem Thron des heiligen Richters. Und er neigt sich freundlich zu dir hin, er tut seinen Mund auf und lädt dich freundlich ein zu seiner Gemeinschaft. Nach seinem Anschauen hast du dich gesehnt im Lande des Glaubens; gesehnt, aber oft wollte dir bange werden. Siehe, die Zeit der bangen Besorgnis ist vorüber; dein Gott und König erhebt sein Angesicht im Lichte der Gnade über dich. Er erkennt dich als den Seinen an; er erklärt dich vor allen Engeln und Auserwählten für einen Gesegneten seines Vaters. Du hast auf Erden gekämpft wider dein eigenes Herz, du hast Tränen in inniger Reue über deine Sünden geweint; du hast die Stimme des guten Hirten gehört, du bist niedergefallen am Kreuze deines Erlösers und hast gerufen: „Ich lasse dich nicht, o Herr, du segnest mich denn.“ Siehe, da ist der Segen von dem Manne des Segens auf dich herabgeströmt. Du musstest auch denn noch oft nach Tagen des Friedens und der Freude trauern und kämpfen; aber nun ist aller Kampf vorüber, nun wird es offenbar, dass du auf Erden wahrhaftig in Christo warst, denn nun stehst du als ein Gesegneter des Vaters da. Niemand aber kommt zum Vater, ohne durch Christum. Auf Erden bist du durch die Gnade des Herrn ein Kind des himmlischen Vaters geworden, neu geboren aus Wasser und dem heiligen Geist. Nun soll das Kind ein Erbe werden. Ein schönes Erbteil hat dir der Vater bereitet von Anbeginn der Welt, alle Begegnisse deines Lebens zielten nur dahin, dich zu dieser Herrlichkeit zu führen. Nun ist die Stunde gekommen, und du ererbst das himmlische Reich. Wünschest du nicht von Grund der Seele, dass dieser Segen dir zu Teil werde und dir in Ewigkeit bleibe? (Ranke)


Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt.
Gott ist mein Gold! Er wohnt in mir und ich schmecke seine ewige Güte! Gibt es einen reicheren Vater als Gott. Wie unersättlich müssten seine Kinder sein, wenn sie mehr verlangten, als ihn zu erben! Nimm vorlieb mit deinem Gott. Hast du Gott, so hat's nicht Not! Mit ihm erhältst du solche Güter und Schätze, die alles menschliche Denken weit übertreffen. Dieses Erbe ist mit keiner Unlust oder Traurigkeit befleckt, ewig frisch und rein, ähnlich der Amaranthblume, wovon den Siegern Kränze geflochten wurden. - Siehe bei dir selber nach, ob du dich wirklich auch für erbfähig und erbberechtigt im Glauben ansehen kannst? (Oetinger.)


Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist, von Anbeginn der Welt.
Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. So kündigte der Prophet die erste Ankunft unseres Heilandes an. Wie ganz anders lautet die Ankündigung seiner letzten Zukunft zum Gericht: Wenn aber des Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. O, was wird das für ein Tag sein! Ein Tag wie die Welt noch keinen gesehen hat, und nach ihm keinen sehen wird. Nie können wir diese Worte lesen, ohne den Eindruck heiliger Majestät. Der Mann, der einst in Knechtsgestalt wandelte, und als das Lamm Gottes für uns erwürgt warb, ist der Richter der Lebendigen und der Toten. Er entscheidet über das Endschicksal aller Menschen. Wir beten den Vater an, dass er ihm alles Gericht übergeben hat. Wir wollen diese Gnadenzeit so auskaufen, dass wir von ihm, als Richter, nichts zu fürchten haben. Wir wollen ihn lieben in den Seinen, auch in den Ärmsten: in den Hungrigen und Durstigen, in den Nackten, den Kranken und Gefangenen. Wir wollen es in Demut tun, wie Sie, die er als die Ges segneten seines Vaters anredet, es getan haben, denen er das Erbe des Reiches zuspricht, das ihnen bereitet ist von Anbeginn der Welt. Jetzt wogt noch Alles durcheinander, Gute und Böse, Gerechte und Ungerechte, und die Reichserben nennt der Herr die kleine Herde. Aber die kleine Herde darf sich nicht fürchten. Es kommt der Tag, an dem sie stehen wird zur Rechten des Herrn der Herrlichkeit, und eingehen darf in das ewige Reich. Ach, dass die gottlose Welt erkennen möchte, was zu ihrem Frieden dient! Wie wird sie zittern, wenn sie zu spät erkennen wird, dass der von ihr verachtete Herr dennoch ihr Herr und Richter ist, dessen majestätischem Wort sie einst folgen muss, um in die ewige Pein zu gehen, weil sie seinen Gnadenruf verschmähte.

Herr der Herrlichkeit! Ich beuge meine Knie vor Dir in Demut und danke Dir, dass Du mich durch Dein Blut zu Deinem Reichserben gemacht hast. Dir will ich unverrückt anhangen. Amen. (Elias Schrenk)

Predigten

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